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17. April 2007, 12:40 Uhr

Der Dozent, der sein Leben opferte

Sein Tod rettete mehreren Studenten das Leben: Der 75-jährige Professor Liviu Librescu stellte sich mutig zwischen sie und den Amokläufer. Zunächst hieß es, er sei nur verletzt. In einer E-Mail bedankten sich die Überlebenden nun bei der Witwe.

Er liebte seinen Beruf über alles, sagt Marlena Librescu über ihren verstorbenen Mann Liviu© Screenshot: www.esm.vt.edu

Die Virginia Tech hat einen Helden: den 75-jährigen Dozenten Liviu Librescu. Bei dem Amoklauf an der Hochschule hat der Israeli mehreren Studenten das Leben gerettet, in dem er sich dem Todesschützen im Eingang zu seinem Vorlesungsraum entgegenstellte. Der Professor kam dabei ums leben.

So schrieben es Studenten Librescus an seiner Witwe in einer E-Mail. Marlena Librescu erklärte, ihr Mann habe seinen Beruf mit ganzem Herzen und ganzer Seele geliebt, wie sie dem israelischen Online-Nachrichtendienst NRG berichtet. In einem Telefonanruf sei ihr zunächst mitgeteilt worden, dass ihr Mann verletzt worden sei. Daraufhin habe sie ihn in mehreren Kliniken gesucht, aber nicht finden können. Schließlich habe sie dann erfahren, dass ihr Mann getötet worden sei.

Das Paar ist 1978 von Rumänien nach Israel ausgewandert. 1986 gingen sie dann nach Virginia. Librescus Sohn Joe sagte dem israelischen Militärrundfunk, sein Vater habe zunächst nur für die Dauer eines Sabbatjahrs in den USA bleiben wollen. Dann habe er seinen Unterricht an der Virginia Tech aber verlängert.

Unter den Opfern des Amoklaufs ist auch eine weitere Lehrkraft: der Biomechaniker Kevin Granata. Er war Experte für orthopädische Forschung, ehe er an die Virginia Tech kam. Dort brachte er den Studenten die mechanischen Grundlagen von Muskelreflexen und Robotertechnik bei. Granata habe zu den fünf führenden Biomechanikern der USA gehört, sagte der Dekan des Fachbereichs Ingenieurswissenschaften Ishwar Puri.

Ishwar Puri würdigte die beiden als führende Wissenschaftler in ihrer Disziplin. Librescu habe mit seinen Arbeiten zur Materialforschung in der Luftfahrt die Sicherheit von Flugzeugen verbessert, sagte so der Institutsleiter.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Malt (17.04.2007, 15:55 Uhr)
Amerikaner & Helden
Und so fügt Amerika seinen Ruhmeshallen einen weiteren traurigen Helden zu. Wie bei jeder "nationalen Katastrophe", von Pearl Harbour über den 11.September bis jetzt, hin zur Verginia Tech, suchen die Amerikaner nicht nach Gründen und Präventivmaßnahmen, sondern nach Helden. Nicht nach den Gründen, wie und warum das Geschehene geschehen ist, sondern nach Menschen, die sich tapfer den Dingen, die da auf Sie zugekommen sind, in den Weg gestellt haben... auch wenn es Ihr eigenes Ende bedeutet. Ich bin mir sicher, dass dieser Dozent glücklicher über restriktivere Waffengesetze verbunden mit der Heimkehr zu seiner Frau gewesen wäre, als er es jetzt mit seinem post mortem verliehenen Heldenstatus ist.
300.888.812 Einwohner, ca. 200.000.000 regestriete Waffen. Das ist, nach wie vor, das eigentliche Unglück.
Leondriel (17.04.2007, 14:28 Uhr)
@Staudenmaier007
Fragen Sie mal die durch seine Tat geretteten Studenten, deren Freunde und Familien. Wenn Sie dann immer noch nicht begreifen, wofür er gestorben ist, tun Sie mir herzlich leid.
Helden müssen nicht immer die Welt verändern und im Alleingang alteingesessene Systeme über den Haufen werfen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbstlos Großes vollbringen.
Meiner Meinung nach hat sich der Professor sehr wohl heldenhaft verhalten und jeder Student, der dadurch überlebt hat, gibt seinem Handeln Sinn.
Staudenmaier007 (17.04.2007, 14:15 Uhr)
Für was genau ist er gestorben ?
Ein Held - ein Tag vergeht und schon hat man einen Helden. Ein Jahr vergeht und schon hat man einen ergreifenden Film.
Nur umsonst weil sich nach Willen der Mächtigen und den Lobbyisten nicht ändern wird.
Bis zum Nächsten mal.
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