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26. September 2005, 08:50 Uhr

Zwei Millionen Menschen ohne Strom

Auch wenn der Hurrikan "Rita" relativ wenige Schäden angerichtet hat, stehen weite Landstriche von Louisiana und Texas noch immer unter meterhohem Wasser. Und es drohen weitere Überschwemmungen und Tornados.

Die Stadt Lake Charles ist weiter von den Fluten eingeschlossen© Larry W. Smith/DPA

Vier Wochen nach "Katrina" hat Hurrikan "Rita" im Südosten der USA eine Spur der Verwüstung hinterlassen, allerdings weniger Schäden angerichtet als befürchtet. In den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas stehen aber noch immer weite Landstriche unter meterhohem Wasser.

Dabei sind nach Angaben der Behörden die Häuser von rund 10.000 Menschen in dem Küstenstreifen zwischen Texas und Louisiana schwer beschädigt oder zerstört worden. Hier war das Zentrum des Hurrikans am Samstagmorgen mit einer bis zu sechs Meter hohen Sturmflut und gewaltigen Winden von bis 200 Stundenkilometer auf das Festland getroffen. Rund zwei Millionen Menschen haben nach Angaben der Behörden keinen Strom.

Die besonders schwer von "Rita" getroffene Stadt Lake Charles ist weiter von den Fluten eingeschlossen. Die Mehrzahl der 1000 eingeschlossenen Menschen ist nach Angaben der Armee bereits in Sicherheit gebracht worden. Einheiten der US-Armee retteten mit Hubschraubern und Booten mehrere Hundert Menschen, die von dem rasch steigenden Wasser überrascht worden waren. Der Zugang zu vielen kleinen Ortschaften an der besonders hart getroffenen Küste am Golf zu Mexiko ist wegen der Überschwemmungen sowie umgestürzter Bäume und Strommasten weiterhin nicht möglich.

Das einzige Todesopfer wurde am Sonntag nach einem Tornado in Belzoni im US-Bundesstaat Mississippi gemeldet. Nach Hurrikan "Rita" haben Dutzende von Tornados die Bundesstaaten Mississippi, Alabama und Arkansas heimgesucht.

Weitere Überschwemmungen und Tornados drohen

Trotz Abschwächung von "Rita" auf ein tropisches Tief am Sonntag droht in den kommenden Tagen weiteres Unheil: Meteorologen warnen vor weiteren Überschwemmungen, Gewitterstürmen und Tornados. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami bereitete die US-Bürger sogar auf zwei weitere gefährliche Wirbelstürme bis November vor.

In New Orleans flickten Einheiten der US-Armee mit Sandsäcken brüchig gewordenen Dämme. Der Wasserspiegel in den überfluteten Stadtteilen ging nach Angaben von Gouverneurin Kathleen Blanco weiter zurück. Die US-Armee geht davon aus, dass diese Armenstadtteile innerhalb von zehn Tagen wieder leergepumpt werden könnten. Anfang der Woche könnten die ersten Flüchtlinge, die vor "Katrina" geflohen waren, wieder zurückkommen, sagte Bürgermeister Ray Nagin.

Bush appelliert an Flüchtlinge, mit der Rückkehr zu warten

US-Präsident George W. Bush appellierte erneut eindringlich an alle rund 2,7 Millionen Flüchtlinge, mit der Rückkehr zu warten. Verstopfte Highways machten den Armee-Transport von Hilfsgütern schwieriger, sagte Bush. Der Präsident hat außerdem vorgeschlagen, dass bei großen Naturkatastrophen wie Hurrikan "Katrina" künftig das Verteidigungsministerium allein die Federführung bei den Hilfs- und Rettungseinsätzen übernimmt.

Nach Expertenangaben dürfte "Rita" die Versicherungen und Rückversicherer in aller Welt drei bis sechs Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) kosten. Damit würde nur ein Bruchteil der von einer Spezialfirma auf 40 bis 60 Milliarden Dollar geschätzten Versicherungsschäden durch Hurrikan "Katrina" erreicht.

DPA
 
 
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