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23. Dezember 2008, 11:43 Uhr

Verdächtiges Ehepaar kommt frei

Das Ehepaar, das nach dem Attentat auf den Passauer Polizeichef verhaftet worden ist, ist wieder auf freien Fuß. Laut der Polizei ließ sich der Verdacht der Beihilfe zum Mordversuch nicht aufrecht erhalten. Die Polizeigewerkschaft fordert unterdessen Unterstützung bei der Extremistenjagd im Internet.

Mannichl, Ehepaar, freigelassen,

Mit diesen Bildern von zwei auffälligen Tatoos sucht die Polizei im Fall Mannichl nach Verdächtigen© Reuters

Eineinhalb Wochen nach dem Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl haben die Ermittler einen weiteren Rückschlag bei der Aufklärung des vermutlich politisch motivierten Verbrechens erlitten. Das unter dem Verdacht der Beihilfe zum versuchten Mord festgenommene Ehepaar aus München musste am Dienstag wieder freigelassen werden. Der Tatverdacht habe nicht aufrechterhalten werden können, sagte ein Polizeisprecher in Passau. Der erst vor einer Woche erwirkte Haftbefehl gegen das Paar sei aufgehoben worden. Derzeit gebe es keine konkreten Hinweise auf weitere Verdächtige, berichteten die Ermittler.

Die 22 Jahre alte Frau und der 33 Jahre alte Mann waren die bislang einzigen Verdächtigen in dem Fall. Die Kriminalpolizei hatte vermutet, dass durch die Ermittlungen im Umfeld des aus der rechten Szene stammenden Münchner Ehepaars der flüchtige Täter gefasst werden kann. Diese Hoffnung habe sich jedoch nicht erfüllt, hieß es bei der 50 Polizisten umfassenden Sonderkommission. Das Ehepaar hatte eine Beteiligung an der Bluttat stets bestritten.

Mannichl war am 13. Dezember vermutlich von einem Neonazi vor seinem Haus niedergestochen und schwer verletzt worden. Er war immer wieder mit seinen Beamten gegen Neonazi-Versammlungen vorgegangen. Es wird deshalb ein Racheakt eines Rechtsextremisten vermutet. Am Montagabend hatten mehr als 500 Menschen in Fürstenzell mit einer stillen Lichterdemonstration gegen Rechtsextremismus protestiert.

Bereits unmittelbar nach der Tat hatte die Polizei zwei Männer aus dem Raum Passau festgenommen, dann aber schon nach einem Tag wieder laufen lassen müssen. Auch diesen 26 und 27 Jahre alten Männern konnte nichts nachgewiesen werden.

Mit der Freilassung des Pärchens ist auch wieder völlig unklar, ob es sich bei dem Mordanschlag um die Tat eines Einzelnen oder einer Bande handelt. Zeugen wollen am Tattag in Mannichls Wohnort Fürstenzell nahe Passau mehrere Männer in einem Skinhead-Outfit gesehen haben. Die Kripo fahndet in ganz Deutschland und Österreich nach mehreren Männern mit auffälligen Tätowierungen. Bei dem Täter soll es sich um einen etwa 30 Jahre alten, rund 1,90 Meter großen glatzköpfigen Mann handeln.

Mannichl: "Ich lasse mich nicht klein kriegen"

Mannichl betonte in einem Interview erneut, dass er weiterhin gegen Neonazis vorgehen wolle. "Ich lasse mich von den Rechtsradikalen nicht klein kriegen. Sie werden es nicht schaffen", sagte der Polizeidirektor der "Passauer Woche". Ähnlich hatte sich der 52-Jährige bereits am vergangenen Freitag bei der Entlassung aus dem Passauer Klinikum geäußert.

Weiter sagte Mannichl, dass er nun schnell wieder gesund werden und in sein Büro kommen wolle. "Das Wichtigste für mich ist, dass ich möglichst bald wieder arbeiten kann", sagte er der Wochenzeitung. Mannichl erklärte, es sei ihm unangenehm, dass er nun so sehr im Mittelpunkt stehe. "Ich bin kein Held! Meine Kollegen, die rund um die Uhr arbeiten, sind für mich Helden!" Der hohe Beamte, der seit dem Attentat selbst unter Polizeischutz steht, sprach sich für ein Verbot der rechtsextremistischen NPD und mehr Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus im Jugendbereich aus.

Spezielle Beamte für Jagd auf Extremisten im Internet

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert wegen des Attentats inzwischen spezialisierte Kriminalbeamte für die Jagd auf Extremisten im Internet. Bund und Länder müssten dafür 500 Experten zur Verfügung stellen, erklärte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt in Berlin. Hintergrund ist, dass vor dem Mordanschlag auf Mannichl monatelang gegen den Polizeidirektor unter anderem von der NPD im Internet gehetzt worden war.

Häufig seien die Staatsschutzabteilungen in den Polizeibehörden "personell ausgeblutet" und könnten nicht auch noch im Internet ermitteln, sagte Wendt. "Das Internet ist der größte Tatort der Welt, das gilt auch für politisch motivierte Kriminalität." Wichtig seien insbesondere Recherchen unabhängig von konkreten Straftaten, dies gebe es bislang aber kaum, kritisierte der Gewerkschaftschef.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
vegefranz (23.12.2008, 20:53 Uhr)
wenn Verdächtige frei kommen, weil sie nicht mehr verdächtigt sind, sind sie nicht Verdächtige, sondern Unverdächtige
sonst wären Sie ja noch verdächtig und nicht frei
UweLachmann (23.12.2008, 20:34 Uhr)
Nun, ja, OnceKnown
das ist auf jeden Fall die glaubwürdigste Erklärung.
Denn der offiziell verbreitete Tathergang ist auf jeden Fall falsch. Oder glauben Sie wirklich, der Täter "vergisst" sein Messer mitzunehmen, "vergisst" sich zu maskieren und hält erst mal eine Rede bevor er sticht?
Und die als "Phantombilder" vorgestellten Spintisierereien sind eher eine Aufforderung, den Erfindern die Telefonnummer der anonymen Alkoholiker zu geben.
Oder glauben Sie wirklich, der/die Täter laufen rum mit einem äußeren, dass nur wenig unauffälliger als das einer bunten Kuh ist?
eltalein (23.12.2008, 18:15 Uhr)
Mannichl soll vernünftig arbeiten......,
Mannichl ist kein Staatsanwalt.
Was in den letzten Tagen wieder einmal veranstaltet wurde, kommt einem Pogrom gleich. Systematisch wurde der Öffentlichkeit suggeriert, es handele sich um eine „rechtsradikale” Tat. Radikal waren und sind einzig die Vertreter der sich unter dem Deckmantel der Demokratie und Immunität versteckenden Repräsentanten aus Politik und Medien. Sie sind es, die Methoden einsetzen, die systemkritische Opposition durch Verbot lieber heute als morgen ausschalten wollen. Welche Karriere diejenigen im Dritten Reich hingelegt hätten, darf sich jeder selbst beantworten. Mitnichten handelt es sich bei den geistigen Brandstiftern in Politik und Journaille aber um Demokraten. Sie sind es, die verboten gehören und sich vor ordentlichen Gerichten für ihre Politik und ihre die Menschen aufhetzenden Berichte verantworten sollten.
Blacky007 (23.12.2008, 16:48 Uhr)
Finde diese ganzen Vorverurteilungen schlim
Hier geschieht ein recht skurilles Verbrechen und nur weil Mannichl es sich zum erklärten Ziel gemacht hat, gegen die Rechtsextremen hart vorzugehen, wird der Überfall automatisch Rechten zugeordnet - ohne jeden Beweis, denn Klamotten sagen nicht das geringste aus!
-Laut Polizeibericht war es keine geplante Tat, da sie mit dem Messer des Opfers verursacht wurde (wir legen ja alle unsere Küchenmessser vor der Haustüre ab!). Somit ist die erste Frage schon mal sehr ineressant: wer kann gewusst haben, dass da ein Messer liegt und vorallem WO es liegt?
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Mannichl ist Polizist und auch noch gleichzeitig Chef. Somit kommen also eine ganz Unmege an Menschen in Frage, die gegen diesen Mann etwas haben können - von ehemaligen Sraftätern bis hin zu Kollegen, die sich von ihm unrecht behandelt fühlten oder vielleicht bei der Versetzung vergessen oder übergangen wurden.
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Nur weil er Polizeichef ist, ist er kein Heiliger und genug Polizisten haben keine weiße Weste.
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Ich bin kein Rechter, aber ich finde es schlimm, dass man bei vielen Straftaten mmer als erstes auf die bösen Rechtsradikalen zeigt, bvor man es belegen kann und viel zu oft wurden dieser Gruppe schon Verbrechen zugeschoben, die sie nie begangen haben! Aber es ist ja so einfach, die Schuld immer Rechten oder Ausländern als erstes in die Schuhe zu schieben, sind sie doch die am liebsten gesehenen Tätergruppen, die voll und ganz unseren Vorurteilen entsprechen.
SirExekutive (23.12.2008, 15:18 Uhr)
@maxi
"das rechte Lager zerschlagen? hört sich schwer nach Verschwörungstheorie an."
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das hat nichts mit verschwörungstheorien zu tun, sondern mit politischer bzw. systematischer logik.
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die regierung pokert hoch. und damit in erster linie jene, welche die regierung kontrollieren. und nein, das sind keine staatsorgane und auch keine parteien. sowohl organe wie auch parteien sind beinahe absolut unterwandert bzw. korrumpert. je nach dem in welcher formulierung es einem am besten gefällt.
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die cdu muss nächstes jahr unbedingt noch ein mal gewählt werden, damit der riesen betrug nicht frühzeitig aufliegt.
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deshalb konzentriert man sich verstärkt darauf, die opposition zu zerschlagen. und das ist in deutschland schon seit jeher der fall/methode bzw. ist die unterdrückung/denunzierung der opposition dem system inherent.
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nur helfen irgendwann die inherenten instruemte nicht mehr aus, um die opposition in ketten zu halten, so das auch andersweitig dafür gesorgt werden muss, nicht regierungsparteien und verbände zu schwächen, zu verwässern oder letztendlich ganz zu verbieten.
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mit opposition meine ich aber in erster linie keine politischen parteien. denn die politparteien sind fast alle gleichgeschaltet. nach außen hin mögen sie sich unterschiedlich darstellen, aber nach innen verfolgen sie alle die interessen ihrer "führer".
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das problem ist, das der widerstand täglich wächst.. immer mehr menschen haben von der deutschen parteien und wirtschaftsdiktatur die schnauze voll und vereinigen sich in starken konträren kollektiven.
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und diese kollektive üben immer stärkeren druck auf die faschisten in der regierung und wirtschaft aus.
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da man aber dank der gleichgeschalteten medien immer noch einen dunklen mantel über die wahre opposition legen kann und derer kritik nicht an öffentliche bewusstsein kommen lässt, hat man noch ein bisschen spielraum. und dieser imemr kleienr werdene spielraum wird dafür genutzt um die opposition möglichst unsichtbar zu negiern. aus angst davor das sie noch stärker werden und das deutsche system revolutionieren.
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viele haben es noch nicht gemerkt aber in diesem lande herrscht schon seit langem ein permanenter zermürbungskrieg.
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und die regierung welcher immer felle davon schwimmen bleibt nichts anderes als zu härteren methoden zu greifen. deshalb auch das bka gesetz usw. so kann der widerstand bis ins kleinste glied ausgespät werden. und diese informationen beiten einem dann die möglichkeiten gezielt gegen diese vorzu gehen.
Maxi456 (23.12.2008, 15:00 Uhr)
@SirExekutive
das rechte Lager zerschlagen? hört sich schwer nach Verschwörungstheorie an.
Ich dachte eher an eine Botschaft aus dem organisierten Verbrechen: alle suchen nen Nazi mit Tätowierung während der Täter sich gerade wieder Haare wachsen lässt.... SO DUMM einen Polizisten anzugreifen ist der dümmste Nazi nicht....
OnceKnown (23.12.2008, 14:57 Uhr)
Super Kommentare hier.
Jetzt hat sich der Polizeichef wohl schon selbst das Messer in die Brust gerammt oder wie?
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Die dummen Glatzen stechen jetzt nicht mehr nur normale Mitbürger egal welcher Hautfarbe ab sondern auch schon Polizeichefs. Das ist ein Angriff auf den Staat an sich und sollte auch so beantwortet werden. Die Rechten bedienen sich doch der Vorzüge der Demokratie um sie abzuschaffen.
SirExekutive (23.12.2008, 14:26 Uhr)
die tätowierungen sind doch garantiert gefakted
also wer mit solch extrem auffälligen tätowierungen im gesicht bzw. am kopf eine straftat begeht, will doch in erster linie entweder sofort erkannt werden, bzw. durch guter schminke von sich ablenken.
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jetzt suchen alle nach geschminkten "nazis".
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wobei ja noch nicht mal feststeht das die täter auch wirklich rechtsradikale waren.
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"viele grüße vom nationalen widerstand"
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für mich scheint das alles wie eine künstlich eingefädelte kampange um das rechte lager zu zerschlagen bzw. zu deunzieren.
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solche politik kennen wir noch aus dem 3. reich, als man die kommunisten gezielt denunzierte und für "insidejobs" verantwortlich machte.
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aus deutschland kennen wir diese taktik auch noch vom bnd und verfassungsschutz..
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stichwort celler loch
Dottore (23.12.2008, 14:26 Uhr)
Kommentar 8, mort40

Den Andersdenker kann man sich nicht aussuchen. Er ist auf einmal da und denkt anders. Gleich ob ihn Stasi-Mielke „negativ feindliches ELEMENT“ oder Sie „(Neo)NAZI“ nennen. Und wer im Fall Alios Mannichl, Rebecca Katzschmann aus Mittweida lässt artig grüßen, Demokratie und Menschenwürde verletzt, wird sich schon noch herausstellen. Ob Sie, lieber mort40, das mit Ihren engen ideologischen Erkenntnisschranken allerdings zu schnallen vermögen, bleibt zu bezweifeln. Sie denken, wenn überhaupt, eben anders. Das gleichen Sie durch Unkenntnis aus und schon, au fein, ist Ihre Welt wieder in Ordnung.
dippegucker (23.12.2008, 14:08 Uhr)
Ich wünsche uns Allen...
..., daß Herr Mannichl sich nicht früher oder später als Phantast entpuppt, der in seiner manischen Nazophobie eine Straftat vorgetäuscht hat.
Damit wäre der guten Sache der maximale Bärendienst erwiesen.
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