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6. Januar 2009, 21:44 Uhr

Ehemann konnte Beata nicht mehr helfen

Nach dem schweren Ski-Unglück von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus hat sich erstmals der Ehemann des Unfallopfers geäußert. Er kam zwar als Erster an die Unfallstelle auf der Piste, konnte seiner Frau jedoch nicht mehr helfen. Sie erlag ihren Kopfverletzungen und wird am Mittwoch beerdigt.

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Beata Christandl kam bei dem Ski-Unfall mit Dieter Althaus ums Leben. Ihr Ehemann konnte ihr nicht mehr helfen© Oliver Lang/DDP

Wenige Tage nach seinem schweren Skiunfall in Österreich ist der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus weiter auf dem Weg zur Besserung. "Es ist alles in Ordnung", sagte der Leiter der Unfallchirurgie des Krankenhauses Schwarzach, Franklin Genelin, der Nachrichtenagentur APA. Der Politiker habe die Nacht gut verbracht, man sei sehr zufrieden. Gehen könne Althaus aber noch nicht. "Das geht nicht so schnell", sagte Genelin. Wann der Politiker in eine Klinik nach Deutschland verlegt werden kann, ist noch unklar.

Die 41-jährige Slowakin war nach der Kollision mit dem Politiker auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Sie wird in Riegersburg, dem Heimatort ihres Ehemanns in der Steiermark, beerdigt. Die Sportlehrerin hatte zuletzt mit ihrem dort bei der Nato tätigen Mann in den USA gewohnt. Der Witwer äußerte sich erstmals in den Medien zu dem Unfall. Der "Kleinen Zeitung" in Österreich sagte der 47 Jahre alte Bernhard Christandl, dass er von dem Zusammenprall nichts mitbekommen habe. "Wir sind kurz vor dem Unglück auf der Piste stehen geblieben. Es waren noch zwei Kinder dabei. Ein Kind von mir, ein Kind von der Schwester meiner Frau." Die Kinder seien als erste losgefahren, dann seine Frau. Er selbst habe die Unfallstelle zwar als Erster erreicht, konnte seiner Frau aber nicht mehr helfen.

Die thüringische Finanzministerin Birgit Diezel (CDU), die derzeit Althaus auch als Ministerpräsidentin vertritt, reist am Mittwoch zur Trauerfeier für die bei dem Skiunfall am Neujahrstag in der Steiermark tödlich verletzte Frau. Diezel sagte am Dienstag nach der von ihr geleiteten Kabinettssitzung in Erfurt, den Hinterbliebenen gelte das tief empfundene Beileid, sie würden in die Gebete mit eingeschlossen. Althaus sei unverändert auf dem Weg der Genesung. Seine Frau Katharina und die Töchter seien bei ihm. Er könne sich nach wie vor nicht an den tragischen Unfall erinnern. Eine Verlegung von Althaus in das Uniklinikum Jena stehe nicht unmittelbar bevor. Über den Zeitpunkt könne noch nichts gesagt werden.

"Dieter Althaus spricht, isst, er ist auf dem Weg der Genesung, und das braucht Zeit", sagte Diezel. "Wir müssen Ruhe bewahren und unseren Dienst tun, um den Genesungsverlauf nicht zu beeinträchtigen." Ob sie Althaus am Krankenbett besuchen werde, hänge vom Rat der dortigen Ärzte ab, sagte die Thüringer Finanzministerin. Derzeit plane die Landesregierung in Zeiträumen von zwei Wochen. Sie rechne fest damit, dass Althaus als CDU-Spitzenkandidat zur Thüringer Landtagswahl am 30. August wieder zur Verfügung stehen könne.

Laut der Prognose der Ärzte werde der Ministerpräsident keine bleibenden Schäden davontragen. "Und darauf hoffen wir", sagte Diezel. Wegen des Unfalls ist unterdessen in Österreich die Diskussion über die Sicherheit auf den Pisten voll im Gange. Drei Bundesländer erwägen, eine Helmpflicht einzuführen, wie eine APA-Umfrage ergab. Salzburg, Vorarlberg und Kärnten prüfen demnach eine gesetzliche Regelung zumindest für Kinder, der Regierungschef von Oberösterreich äußerte sich vorsichtig positiv. Keine konkreten Pläne für eine gesetzliche Regelung gibt es bislang in der Steiermark, wo Althaus verunglückte.

AP/web
KOMMENTARE (10 von 23)
 
pillowystar (08.01.2009, 12:39 Uhr)
Ehemann
Soeben das Interview mit dem Ehemann von Beata gesehen. Ein sehr gefasster, verstandgesteuerter Mensch, wenn ich es mal so ausdruecken darf. Ein wenig aelter, scheint mir. Da ist ein einjaehriges Kind und die Frage "was wird aus dem Kind, wenn ich auch nicht mehr da bin?". Ich schaetze, da sind ein paar Millioenchen geflossen, denn eine Schadensersatzklage bringt nie soviel, dass man sein Kind wirklich gut uber die Runden bringt - und fuer die CDU bedeutet Geld gar nichts in diesem Fall, denn es geht um ALLES(Landtagswahlen, Bundestagswahlen etc). Da macht sich ein verurteilter Pistenrambo schlecht. Also zahlt man lieber gleich, stellt den Witwer damit komplett ruhig (der weiss, dass seine Frau sowieso nicht wiederkommt, also sorgt er zumindest dafuer, dass das Kind alles haben wird, was man mit Geld kaufen kann) und geht so mit weisser Weste in den Wahlkampf. Umso mehr, da Frau Althaus sich auch gut auf der Beerdigung machte. Tschuldigung - aber ich als Witwe waere nicht in der Lage, die Frau des Unfallgegners auf der Beerdigung meines Mannes zu umarmen - es sei denn, es sind vorher o.e. Absprachen und Inszenierungen getaetigt worden.
Warhscheinlich bin ich aber wie immer nur paranoid, und es handelt sich bei dem Witwer einfach nur um einen besonders netten Menschen, und Herr Althaus war eigentlich gar nicht auf der Skipiste, erst recht aber nicht auf dem Gegenhang, von dem Beata runterkam......:)
tri.star (08.01.2009, 07:55 Uhr)
triviale Schuldzuweisungen?
Machen es sich hier viele nicht zu einfach? Es kommt zu einem tragischen Unfall bei dem eine Person stirbt und die andere dank Helm "nur" schwer verletzt wird. Wieso ist dann automatisch der Überlebende schuldig und die Tote unschuldig???
Nach der mir bekannten Zeugenaussage(Pressemeldung) sind beide Skifahrer frontal ungebremst aufeinander zugerast und dann kollidiert. Daraus ergibt sich bestenfalls, dass beide zu gleichem Anteil an dem Unfall schuld waren oder eben auch keiner - denn im Gegensatz zuum Straßenverkehr gibt es beim Skifahren keine gesetzlichen Regelungen zur Vorfahrt oder ähnlichen Situationen. Aus meiner recht subjektiven Sicht sind einfach mal zwei Leute gleichzeitig unaufmerksam gewesen, hätte einer besser aufgepasst wäre wohl nichts passiert. So passieren auch die Unfälle auf der Strasse oft, wenn der andere (der mit Vorfahrt, grüner Ampel oder was auch immer) aufpasst und richtig reagiert, dann passiert auch dem der was falsch gemacht hat meist nichts. Solche Situationen erlebt man doch täglich im Straßenverkehr. Defensives Fahren nennt man das, nicht auf sein Recht pochen und nicht dem Rausch der Geschwindigkeit erliegen. Skifahren passiert aber als Funveranstaltung, über den knirschenden Schnee ins Tal zu rasen macht unheimlich viel Spaß, das befreit aber nicht von der Pflicht sich umzuschauen und im Zweifel abzuschwingen, wenn ein anderer Skifahrer naht und man nicht weiß, wie sicher er im ausweichen ist.
Also bitte liebe Presse: verschont uns mit der Suche nach einem Schuldigen in diesem Fall, wartet ab ob die österreichische Justiz etwas unternimmt und akzeptiert das dann. Eine Hetze gegen den Ministerpräsident ist im Moment eindeutig fehl am Platz, genauso wie die absolute Reinwaschung des Todesopfers. Hätte Sie einen Helm getragen, wären ihre Überlebenschancen größer gewesen. Um den Vergleich mit der Straße noch mal zu bemühen: wäre sie in einem Auto unangeschnallt verunfallt würde auch keiner sagen, sie sei vollkommen unschuldig am Unfall - jede Versicherung würde ihr eine teilschuld anlasten.
Julian2225 (08.01.2009, 05:38 Uhr)
tja wenn as so ist....
dann sollte man diese Art und Weise mit Unfaellen umzugehen auch auf den Strassenverkehr zulassen. Fertig aus! Unfaelle geschehen weil zumindest einer etwas falsch machte und wenn Ottonormalo eine Frau auf ner Skipiste wegpustet...denn so war es doch, simple ausgedrueckt, dann wuerde der Staatsantwalt schon laengst seine Antraege gestellt haben!
Also wenn ich beim naechstenmal jemandem die Vorfahrt nehme und der sich dreimal ueberschlaegt, well...schade drum, aber so ist es eben mit dem Skifahren! Nee du, manche KOmmentare sind wirklich realitaetsfremd to the core!
leeze (07.01.2009, 19:20 Uhr)
Schuld hin
Schuld her.Hier jemandem "Schuld" vorzuwerfen finde ich ziemlich geschmacklos. Es ist eine tragische Verkettung von Umständen.Mein Beileid gilt der Familie der getöteten Frau.
charming (07.01.2009, 18:12 Uhr)
@rued und seine abstrusen Theorien...
@rued. Sie scheinen den wirklichen Durchblick zu haben, alle Achtung.
Das Unfallopfer ist die getötete Frau, nicht der Unfallverursacher.
rued (07.01.2009, 14:33 Uhr)
abstruse Theorien
Mich würde mal interessieren wie viele von den Leuten die hier am lautesten tönen auch wirklich Ski fahren.
Gerade an so Kreuzungen (und wenn dann noch die 2. Piste von oben kommt) ist da verstärkt mit Verkehr zu rechnen.
Da kommt es auch schonmal vor das man Leuten ausweichen muss und dabei mit jemand anderes zusammen prallt.
Natürlich sollte man immer Rücksicht nehmen, aber wenn wir Menschen darin so toll wären frage ich mich wofür wir eine Verkehrspolizei oder Gesetze brauchen.
Natürlich ist der Fall sehr tragisch, aber es kommen ständig Skifahrer ums Leben, sei es durch Kopfverletzungen und beinahe Enthauptungen durch die Kanten der Ski.
Natürlich bietet es dem einen oder anderen Wichtigtuer wieder eine willkommene Möglichkeit die vermeindliche Mordlust unserer Politiker zu demonstrieren.
Wenn ich dann zusätzlich zu boswilligen Unterstellungen gegenüber dem Unfallopfer, Herr Althaus (was anderes ist er in meinem Augen aktuell nicht) und in einem Atemzug noch einen ergreifenden Nachruf an die Beata lese, möchte ich am liebsten brechen.
Wenn ich bei dem Unfall ums Leben gekommen wäre und den Schund hier lesen müsste, ich würde mich im Grabe herum drehen und versuchen mir an den Kopf zu fassen.
sportartmakler (07.01.2009, 11:09 Uhr)
mich verwundert der ständige ruf nach infos zu dieser frau
nach dem mittlerweile zwanzigsten artikel zu diesem leidvollen vorfall ist doch alles bekannt. kinder, berufl. tätigkeit ( auch vom mann ), herkunft usw. was bitte schön kann es an wichtigen informationen noch geben? die frau ist leider tot. nichts an noch so rührseeliger berichterstattung kann das ändern.
@derexperte: sie schlagen also zuchthaus für einen max. fahrlässig verursachten unfall mit todesfolge vor? gott sei dank haben wir hier nix zu sagen.
Administrator (07.01.2009, 09:00 Uhr)
@lazarus06
Liebe/r lazarus06,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Sobald wir mehr als zehn Kommentare erhalten haben, erscheinen die ältesten auf einer zweiten Seite - so auch Ihr erstes Posting.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
charming (07.01.2009, 08:09 Uhr)
Helmfahrer
Helmfahrer sind auf den Pisten die schlimmsten. Sie verhalten sich genau wie am Steuer ihrer Autos, die sie ohne ABS, ASR und all der sonstigen elektronischen Helfer gar nicht "beherrschen" würden. Also Helm auf und die Piste runtergeknallt, mir kann ja nix passieren... nur den anderen.
Hier wird immer nach Helmpflicht geschrien. Vielleicht sollte man über ein Helmverbot für Erwachsene nachdenken, denn dann wäre der Schädel der armen Frau nicht zerplatzt, als der Helm sie getroffen hat.
Unfälle passieren immer, ob beim Skifahren oder woanders. Helme sind auch eine tole Sache bei Moped und Fahrradfahrern, Skatern usw. Aber beim Skifahren komemn doch öfters mal Zusammenstöße vor. Helm gegen Schädelknochen, das ist wie Hammer gegen Glasscheibe. Also runter mit den Helmen beim Skifahren, dann geht´s auch glimpflicher ab. Meine Meinung.
DerExperte (07.01.2009, 03:35 Uhr)
Mein Beileid
gilt der Frau und wenn Althaus Schuldhaftigkeit mit Todesfolge nachgewiesen werden kann - und es sieht so aus - dann sollte er dafuer seine zuchthaus strafe bekommen. Vor Gesetz sind alle gleich - nicht wahr Herr Richter :-) Oder nicht! :-(
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