Am Timmendorfer Strand liegt weiter ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee, sein Schicksal ist ungewiss. Experten kämpfen um sein Leben. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kämpfen Dutzende Helferinnen und Helfer um das Leben eines Buckelwals. Das Tier ist auf einer Sandbank gestrandet und kann sich aus eigener Kraft nicht befreien.
Verfolgen Sie die Rettungsaktion im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Kai Müller
Noch einmal tief ausatmen – damit ist auch Tag drei für den Wal und alle Helfer und Zuschauer langsam vorbei. Die letzten Wal-Beobachter packen zusammen, das Ordnungsamt koordiniert eine Nachtwache, und alle hoffen auf morgen. Zum Sonnenaufgang soll der Wal befreit werden. Drücken wir die Daumen, dass das gut klappt. Ich werde an dieser Stelle wieder für den stern vor Ort berichten.
stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Nächster Rettungsversuch am Donnerstag zum Sonnenaufgang
Liebe Leserinnen und Leser, die Gerätschaften sind da, aber für einen heutigen Rettungsversuch ist es laut Experten schon zu spät, bald geht die Sonne unter. Dafür soll es am morgigen Donnerstag in aller Frühe weitergehen: Zwischen 5.30 Uhr und 6.00 Uhr, mit Beginn der Morgendämmerung, wollen die Helferinnen und Helfer es versuchen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Ein zweiter Lkw bringt soeben die Pontons. Ob sie heute oder erst morgen ins Wasser gelassen werden, ist noch unklar.
stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Jetzt trifft endlich der zweite Bagger ein.
stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Die Wasserstände in der Lübecker Bucht steigen wieder – und die könnten dem Buckelwal helfen. Der Ozeanograph Xaver Lange vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagt der Deutschen Presse-Agentur (DPA): „Verschiedene Modellprognosen gehen davon aus, dass die Wasserstände am Donnerstag im Tagesverlauf wieder steigen werden und in der Nacht zu Freitag und Freitag im Tagesverlauf Werte von bis zu 20 Zentimeter bis 30 Zentimeter über NHN erreichen.“
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Das Thema Wal ist in Niendorf in aller Munde. Ein Mann bestellt an einer Fischbude ein „Walfisch-Brötchen“, worauf ihm die Verkäuferin entgegnet: „Haben wir noch nicht.“
Wale sind aber natürlich Säugetiere – und keine Fische. Der Unterschied liegt darin, dass Wale mit der Lunge Luft atmen, warmblütig sind, lebendige Junge gebären und diese mit Muttermilch säugen. Fische dagegen atmen durch Kiemen unter Wasser, sind wechselwarm und legen meist Eier. Zudem besitzen Wale waagerechte Schwanzflossen, Fische aber senkrechte.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Wie können gestrandete Wale „normalerweise“ gerettet werden?
Das enorme Gewicht der Meeressäuger macht es äußerst schwierig, gestrandete Wale aus flachem Wasser oder von Sandbänken zurück ins offene Meer zu bringen. Aus eigener Kraft schaffen es die Tiere meist nicht, sich zu befreien. Laut Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum kommen dabei Hilfsmittel wie Luftkissen oder Seile zum Einsatz.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Stau bremst neuen Rettungsversuch aus
Laut Bürgermeister und Ordnungsamt steht der zweite Bagger im Stau. Eigentlich war geplant, um 15.30 Uhr mit dem Freilegen des Wals zu beginnen. Wahrscheinlich werden heute die Gerätschaften noch ankommen und vorbereitet, die eigentliche Aktion passiert aber wohl erst morgen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Die Stiftung Meeresschutz listet auf ihrer Homepage alle Sichtungen der Großtiere in der Ostsee seit 2001 auf. Und das sind gar nicht wenige:
- 2026: Finnwal
- 2024: Buckelwal
- 2023: Zwergwal (tot), Nördlicher Entenwal, Zwergwal (erst lebend, später tot)
- 2018: Buckelwale (mehrfach)
- 2016: Buckelwal (mehrfach), Finnwal, Beluga oder Narwal, Pottwal, Zwergwal (tot)
- 2015: Sowerby-Zweizahnwal (erst lebend, später tot), Finnwal, Buckelwal
- 2014: Buckelwale (mehrfach)
- 2013: Buckelwal
- 2012: Beluga (zweimal), Zwergwal (tot)
- 2010: Buckelwal, Pottwal
- 2008: Buckelwal (mehrfach)
- 2006: Buckelwal (mehrfach), Finnwal (tot)
- 2005: vermutlich Finnwal
- 2004: Pottwal
- 2003: Finnwal, Buckelwal (tot)
- 2001: Zwergwal (erst lebend, später tot)
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Wie es dem Wal derzeit geht, ist unklar. Experten weisen darauf hin, dass man in das Tier nicht hineinsehen kann. „Das ist immer das Knifflige“, sagt Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Äußerlich sehe der Wal aber noch gut ernährt aus. „Wenn das Tier längere Zeit nicht gefressen hätte, dann wäre es deutlich abgemagert.“ Das sehe man hier nicht. Der Wal hat aber starke Hautveränderungen, was mit dem niedrigen Salzgehalt in der Ostsee zu tun haben kann. Wie es im Inneren des Tieres aussieht, könne man nicht sagen, so der ITAW-Experte.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Hier am öffentlichen Strand von Niendorf sind derzeit etwa 200 bis 300 Menschen. Alle wollen einen Blick auf den Wal erhaschen. Der Regen und der starke Wind haben sich inzwischen verzogen. Alle verhalten sich äußerst respektvoll und kommen den Absperrungen nicht zu nahe, soweit ich das beobachte. Der Wal pustet alle paar Momente Luft aus, was besonders die anwesenden Kinder jubeln lässt. Zum nahenden Feierabend dürfte der Strand hier noch deutlich voller werden.
Der Wal ist zwischen der Betonnung zu sehen. stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Was genau macht eigentlich einen Buckelwal so besonders? Er ist ein vergleichsweise kompakter Großwal, der vor allem durch sein lebhaftes Verhalten auffällt. Er springt häufig aus dem Wasser und klatscht mit Flossen auf die Oberfläche. Bekannt sind auch die langen, vielschichtigen Gesänge der Männchen, die sie in der Paarungszeit einsetzen.
Die Tiere erreichen typischerweise etwa 13 Meter Länge und wiegen bis zu 30 Tonnen, wie die Tierschutzorganisation WWF zusammenfasst. Ebenfalls typisch sind ihre sehr langen Brustflossen sowie die individuell gefärbte Schwanzfluke, anhand derer Forscher einzelne Wale eindeutig erkennen können.
Die Tiere erreichen typischerweise etwa 13 Meter Länge und wiegen bis zu 30 Tonnen, wie die Tierschutzorganisation WWF zusammenfasst. Ebenfalls typisch sind ihre sehr langen Brustflossen sowie die individuell gefärbte Schwanzfluke, anhand derer Forscher einzelne Wale eindeutig erkennen können.
Buckelwale leben in allen Weltmeeren von den Tropen bis zu den Polargebieten. Da sie relativ langsam schwimmen und oft neugierig auf Schiffe reagieren, wurden sie früher intensiv gejagt. Besonders im 20. Jahrhundert schrumpften die Bestände stark, bis ein internationales Fangverbot eingeführt wurde.
Heute haben sich die Populationen teilweise erholt, stehen aber weiterhin unter Druck durch Schiffsunfälle, Fischernetze, Umweltbelastung, Klimawandel und zunehmenden Lärm in den Ozeanen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Der gestrandete Buckelwal ist wohl deutlich größer als zunächst angenommen. Das Tier sei wahrscheinlich zwischen 12 und 15 Meter lang, sagt Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Nachrichtenagentur DPA. Das Gewicht wurde demnach auf rund 15 Tonnen geschätzt. Das Alter sei schwer zu bestimmen, auch wegen der Hautveränderungen im Zuge der Strandung, hieß es. Zuvor waren die Helfer von einer Länge von etwa zehn Metern ausgegangen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Neuer Rettungsversuch steht bevor
Die Vorbereitungen zum erneuten Rettungsversuch beginnen nun hier am Timmendorfer Strand. Ein zweiter und größerer Saugbagger wird erwartet, um dem Tier zu helfen. Ziel ist es, dass es dem Wal aus eigener Kraft gelingt, aus der Bucht ins offene Meer zu schwimmen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Eine Momentaufnahme: Eine Möwe ist auf dem Wal gelandet. Ab und zu stößt das gestrandete Tier eine Fontäne aus, bei Windstille sind auch dumpfe, ächzende Stöhnlaute zu vernehmen, berichtet der stern-Reporter vor Ort.
Marcus Brandt / DPA
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
DPA
wue / epp / km