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3. Dezember 2010, 06:44 Uhr

Ruhe nach dem Chaos

Deutschland ruht unter einer Schneedecke. Nach einem chaotischen Tag auf Straßen und Schienen hat sich das Winterwetter zunehmend beruhigt. Nach zwei frostigen Tagen dürften leicht mildere Temperaturen kommende Woche für nasskaltes Wetter mit Regen und Glatteis sorgen.

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Die Ruhe nach dem Wintersturm: Zeit zum Langlauf mitten in Berlin© Florian Schuh/DPA

Der Tag war chaotisch. Die Nacht dafür umso ruhiger. Nachdem heftige Schneestürme in einigen Teilen Deutschlands und an der Ostseeküste über das Land gefegt waren, wurde der Schneefall in der Nacht zum Freitag spürbar schwächer. Vereinzelt meldeten die Polizeileitstellen noch witterungsbedingte Unfälle auf schneebedeckten Straßen. Und auch die Deutsche Bahn hatte keine Alarmhinweise mehr rausgegeben, so wie in der Nacht zuvor.

"Das Chaos ist weg", sagte ein Sprecher der Polizeileitstelle im Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Nur wenige Menschen seien auf den Straßen unterwegs. Und auch in Thüringen war die Nacht äußerst ruhig. "Die Straßen sind geräumt, der Verkehr rollt wieder." Die Winterdienste hatten die großen Hauptstraßen, sprich Autobahnen und Bundesstraßen, freigeschaufelt. Dass Nebenstraßen weiterhin rutschig sein könnten - davon blieb auch in der Nacht kein Fahrer verschont.

Schulkinder an der Ostsee haben "winterfrei"

In Mecklenburg-Vorpommern, wo besonders in Rügen tagsüber viel Schnee gefallen war, war auch weitgehend Ruhe eingekehrt, so ein Sprecher. Immer noch würde es dort Schneewehen geben, aber bei weitem nicht so schlimm wie am Tag. Ähnlich sah es auch in Schleswig-Holstein aus: Behinderungen gab es wegen des aufgetürmten Schnees noch immer - am meisten in Nähe der Ostseeküste. Am Freitag konnten sich die Schulkinder wieder auf einen Tag "winterfrei" freuen, weil die Schulbusse immer noch nicht durchkommen werden.

Immerhin soll das Wetter in den nächsten Tagen nicht mehr so viele Schwierigkeiten machen. "Das Schneetief ist bereits abgezogen und liegt über der Ostsee und Südschweden", sagte der Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst (DWD), Michael Goethel am frühen Freitagmorgen. Am Freitag könne es in Küstennähe der Ostsee zu Schneefällen und Schneeschauern kommen, also in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Auch am bayerischen Alpenrand bei Chiemgau könne wieder Neuschnee bis zu fünf Zentimeter hoch fallen. Trotzdem: Kalt bleibt es - und frostig. "Die Temperaturen fallen heute Nacht auf teilweise bis unter minus 15 Grad."

Mildere Temperaturen bringen Eisregen

Für das Wochenende sagt der DWD-Wetter-Experte für Rheinland-Pfalz, die Eifel und Nordrhein-Westfalen noch Schneefälle voraus. Und weil milde Meeresluft aufkomme und der Schnee deswegen in Regen übergehe, könne es deshalb gefrieren, so Goethel. "Am Sonntag besteht in diesen Regionen deshalb Glatteisgefahr." Etwas wärmer wird es aber sicher: "Am Wochenende werden die Temperaturen bei um oder über null Grad liegen." Und wie sieht der Trend für nächste Woche aus? "Nach jetziger Erkenntnis wird es nasskalt: Mal Schnee, mal Regen."

dho/DPA
 
 
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