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27. November 2010, 11:08 Uhr

Südkorea droht mit "tausendfacher" Vergeltung

Auch mehrere Tage nach dem nordkoreanischen Beschuss einer südkoreanischen Insel ist keine Entspannung der Lage in Sicht. Die südkoreanischen Streitkräfte drohten mit Vergeltung für die beiden Soldaten, die neben zwei Zivilisten getötet wurden.

Korea, Grenzkonflikt, Südkorea, Nordkorea, Seoul, Vergeltung

Die gefallenen Soldaten wurden mit großem Zeremoniell beigesetzt© Reuters

Der neue Verteidigungsminister des Landes kündigte einem Zeitungsbericht zufolge ein hartes Vorgehen gegen das kommunistische Nachbarland an. Medien zufolge plant die Regierung in Seoul eine Aufstockung der Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr.

Der Kommandeur der Marineinfanterie, Yoo Nak Joon, kündigte in Seoul bei einer Trauerfeier für die beiden getöteten Soldaten "tausendfache" Vergeltung an. Alle Marineinfanteristen würden den Tod der beiden um jeden Preis rächen. "Wir werden uns mit all unserer Wut und all unserem Hass bei Nordkorea rächen."

Auch der neue südkoreanische Verteidigungsminister Kim Kwan Jin sprach sich einem Zeitungsbericht zufolge für ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea aus. "Wir müssen auf Provokationen Nordkoreas scharf reagieren", zitierte das Blatt "Chosun Ilbo" den Minister in einer Rede vor Mitarbeitern des koreanischen Präsidenten. Man müsse mit vielfacher Härte zurückschlagen. Der bisherige Verteidigungsminister war wegen des Beschusses zurückgetreten.

Peking fürchtet Manöver vor der chinesischen Küste

Südkorea rechnet nach Worten von Präsident Lee Myung Bak mit weiteren Provokationen Nordkoreas. Hintergrund ist ein gemeinsames Manöver mit den US-Streitkräften, das am Sonntag beginnen sollte. Unerwartete Handlungen Nordkoreas seien möglich, erklärte Lee seinen Ministern und Mitarbeitern.

Zu dem Manöver vor der Westküste Koreas wird auch der US-Flugzeugträger "George Washington" erwartet. Nach Angaben der US-Streitkräfte dient der Einsatz zur Abschreckung Nordkoreas, nicht aber Chinas. Die Regierung in Peking hatte erklärt, um eine Deeskalation der Lage bemüht zu sein und zugleich vor Militäreinsätzen vor seiner Küste gewarnt.

Die USA forderten indes China zu Druck auf Nordkorea auf, um eine Eskalation zu verhindern. Warum China bislang nicht mäßigender auf Nordkorea einwirke, sei nur schwer zu erklären, sagte US-Generalstabschef Mike Mullen in einem am Freitag vorab veröffentlichten CNN-Interview.

Reuters
 
 
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