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10. November 2007, 10:37 Uhr

Jeans statt Smoking

Wen George W. Bush auf seine texanische Ranch nach Crawford einlädt, dem will er damit "Wärme und Respekt" entgegenbringen. Angela Merkel empfing der US-Präsident in Jeans und T-Shirt um zwischen Spargel und Spaziergang über Kosovo, Klimaschutz und Nahost-Konflikt zu plaudern.

Sie sitzen im selben Wagen und fahren diesmal auch in die gleiche Richtung: US-Präsident George W. Bush holte Angela Merkel persönlich mit seinem weißen Pick-up ab© Jim Young/Reuters

Anfang der Woche hatte George W. Bush den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy noch im Smoking zum Dinner im Weißen Haus empfangen. Als er am Freitagnachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Ehemann Joachim Sauer auf seiner Ranch im texanischen Crawford begrüßte, trug er Jeans, ein kurzärmliges blaues Hemd und schwarze Stiefel. "Wenn man in Texas jemanden nach Hause einlädt, ist das ein Ausdruck von Wärme und Respekt", sagte Bush zur Begrüßung. "Und so empfinde ich auch für Kanzlerin Merkel."

Während für den ersten Staatsbesuch Sarkozys in Washington großer protokollarischer Aufwand betrieben wurde, ist der Verzicht auf Förmlichkeiten in Crawford Programm. Auf Bushs Ranch gilt Krawattenverbot und auch das Programm für die 21-stündige Visite wurde nur grob festgelegt. Er wolle mit der Kanzlerin unternehmen, "wozu sie Lust hat", hatte der US-Präsident bereits vor einigen Tagen angekündigt. Vor allem werde es darum gehen, sich in einer besonderen Atmosphäre zu unterhalten. "Hier geht es nicht so förmlich zu. Das kann einem Gespräch unter Freunden sehr zuträglich sein."

Es bleiben fünf Stunden Gesprächszeit

Mit der Einladung auf die "Prairie Chapel Ranch" pflegt der US-Präsident eine besondere Verbundenheit zu internationalen Partnern zu demonstrieren. 14 Staats- und Regierungschefs waren bereits dort, der letzte Besuch dieser Art liegt allerdings mehr als zwei Jahre zurück. Merkel war am Freitagmorgen mit einer kleinen Delegation in Berlin abgeflogen. Nur wenige Beamte aus dem Kanzleramt, dem Bundespresseamt, vom Protokoll, Bodyguards und zehn Journalisten begleiten sie auf der Reise, die insgesamt weniger als 48 Stunden dauern wird. Fast 14 Stunden war Merkel nach Texas unterwegs - inklusive Tankstopp im kanadischen Montreal.

Am Freitagnachmittag (Ortszeit) landete sie auf der größten Militärbasis der USA, Fort Hood, und wurde anschließend von dort mit einem Helikopter zur "Prairie Chapel Ranch" gebracht. Bush und seine Frau Laura holten die beiden Gäste aus Deutschland vom Landeplatz mit einem weißen Pick-up-Truck ab, den der Präsident selbst steuerte. Von dort aus starteten sie eine Rundfahrt über die Ranch, die mit 648 Hektar so groß ist wie 1.300 Fußballfelder. Neben dem Hauptgebäude und den Gästehäusern gehören dazu mehrere Canyons und ein großer künstlicher Teich.

Zum Abendessen gab es Rinderfilet mit Pilzen, Spargel und Rucula-Salat. Für den Morgen verabredeten sich Bush und Merkel vor einem Gespräch in größerem Kreis zu einem Spaziergang. Mindestens fünf Stunden Gesprächszeit werden ihnen in Crawford insgesamt zur Verfügung stehen. Die Themenliste ist lang. Neben dem Atomstreit mit dem Iran soll es um die Zukunft des Kosovos, die NATO-Erweiterung, Afghanistan, eine UN-Reform, den Klimaschutz, die Welthandelsrunde und den Nahost-Konflikt gehen. Zwischenergebnisse wurden am Freitagabend noch nicht bekannt geben. Es sei über verschiedene internationale Themen gesprochen worden, hieß es lediglich. Am Samstagmittag wollen Bush und Merkel vor der Presse Bilanz ziehen. Anschließend fliegt Merkel mehr als zehn Stunden nach Deutschland zurück.

Michael Fischer/AP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Mansfield (10.11.2007, 14:00 Uhr)
Wenn
sie wieder hier ist kann sie sich ja mal um unsere 3 Millionen hungernden Kinder kümmern und um die Mitmenschen die sich ihr Mittagessen aus zusammensuchen von Pfandflaschen finanzieren müssen.
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