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Russland und Iran drohen den USA: "Wir werden mit Gewalt antworten"

Der US-Angriff auf eine syrische Militärbasis provoziert Russland und Iran. Sie kündigen Gegenmaßnahmen an, sollten die USA wieder eine "rote Linie" überschreiten. Doch wie ernst ist die Drohung?

Wladimir Putin hält nach wie vor an Assad als Russlands Verbpündetem fest

Wladimir Putin hält nach wie vor an Assad als Russlands Verbündetem fest

Es waren , die Türkei und der Iran, die in den letzten Monaten über das Schicksal Syriens verhandelten. Ein Waffenstillstand, den alle Parteien bald wieder gebrochen haben, war das Ergebnis. Die USA saßen nicht am Verhandlungstisch. Lange schien es so, als ob Washington es Putin, Erdogan und Ruhani überlassen würde, einen Weg aus dem Bürgerkrieg zu finden. Bis zum vergangen Freitag.

Mit einem Luftangriff brachte Donald Trump Amerika wieder zurück ins syrische Spiel. 59 Raketen feuerte das US-Militär auf die syrische Luftwaffenbasis Al-Schairat ab - als Strafmaßnahme für einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz, für den der syrische Präsident Assad verantwortlich sein soll. Doch diese Sichtweise wollen nicht alle teilen. Moskau spricht von einem Bruch des Völkerrechts und fordert Beweise für Assads Schuld, die bislang tatsächlich fehlen. Auch der ist nicht bereit, seinen Verbündeten fallen zu lassen.

Nun haben das russische, iranische und syrische eine gemeinsame Erklärung abgegeben. "Von nun an werden wir jede Aggression und jede Überschreitung der roten Linie mit Gewalt beantworten, egal wer der Täter ist. Und Amerika weiß um unsere Fähigkeiten dazu nur zu gut", hieß es darin.

Assad in Russland als vorbildlicher Staatsmann verkauft

Erst am Sonntag hatten die USA Russland aufgefordert, Abstand von Assad zu nehmen und machten Moskau für jeden toten Zivilisten mitverantwortlich. Am Dienstag werden sich die G7-Außenminister im italienischen Lucca treffen, um sich auf eine gemeinsame Syrien-Linie einzuschwören. Auch die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Jordanien und Katar werden teilnehmen. Es wird vor allem darum gehen, Russland von "dieser unverbrüchlichen Treue gegenüber Assad" abzubringen, wie es Bundesaußenminister Sigmar Gabriel im Vorfeld ausdrückte.

Doch die Chancen auf Erfolg sind nicht groß - nicht nachdem die Syrer in Russland zum Brudervolk und der militärische Einsatz dort zum heiligen Anti-Terror-Kampf erklärt wurden. Die Terroristen müssten getötet werden, bevor sie ins eigene Land einsickern können. Und nur mit dem rechtmäßigen Präsidenten Assad sei dies möglich, lautet die offizielle Darstellung.

Seit Jahren verkaufen russische Staatsmedien den syrischen Machthaber als einen vorbildlichen Staatsmann und liebenden Familienvater. In Talkshows wird von einem märchenhaften Leben geschwärmt, das in Syrien geherrscht habe, bevor die Amerikaner dort eine Revolution angezettelt hätten. 

Putin wird Assad nicht Opfern, wenn er nicht muss

Wie könnte also Putin jetzt dem eigenen Volk erklären, warum er sich von so einem Verbündeten und einem der wenigen "wahren Freunde" Russlands abwendet? Da müsste er sich schon etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um sich selbst nicht Lügen zu strafen. Solange er es nicht muss, wird Putin also Assad nicht opfern. Zu sehr hat er die eigene Politik an die Figur des syrischen Präsidenten geknüpft.

Dass Putin Assad nach dem US-Angriff in Schutz nimmt, war nur zu erwarten. Die neuerliche Drohgebärde in Richtung der USA dient zur Wahrung des eigenen Gesichts - sowohl nach außen als auch nach innen. Doch unterschätzen sollte man sie nicht. Denn im Ernstfall wird Putin auch handeln müssen, um das Gesicht nicht doch noch zu verlieren.

ivi

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