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Luftschlag in Syrien: Russland setzt Vereinbarung mit USA aus - wie sich Putin äußert

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den US-Luftschlag gegen syrische Regierungstruppen als Angriff auf die Souveränität Syriens verurteilt. Russland setzte daraufhin eine Vereinbarung mit den USA über den syrischen Luftraum aus.

Wladimir Putin hat das US-Bombardement gegen syrische Regierungstruppen verurteilt

Wladimir Putin sieht in dem US-Bombardement gegen syrische Regierungstruppen einen Ablenkungsversuch

Wladimir Putin hat den US-Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien scharf verurteilt. "Der Präsident hält den amerikanischen Angriff in Syrien für eine Aggression gegenüber einem souveränen Staat", erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau laut der Nachrichtenagentur Ria. Die USA hätten das Völkerrecht verletzt, und zwar unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, zitierte Peskow den russischen Präsidenten weiter.

Er betonte nochmals, dass die Assad-Regierung über keine chemische Waffen verfüge. "Die Vernichtung aller chemischer Waffen der syrischen Armee wurde durch die OPCW - einer UN-Sonderorganisation - kontrolliert und bestätigt", so der Kreml-Sprecher. Viele internationale Experten bezweifeln, dass Syrien alle Giftgasvorräte vernichten lassen hat. Russland ist Syriens wichtigster Verbündeter.

Russland setzt Vereinbarung über syrischen Luftraum aus

"In dem Luftschlag in Syrien sieht Putin einen Versuch der USA die Aufmerksamkeit der Welt von den zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung im Irak abzulenken", so Peskow weiter. 

Als Reaktion auf den US-Angriff hat Moskau am Freitag die mit den USA geschlossene Vereinbarung über die Vermeidung von Zusammenstößen im syrischen Luftraum ausgesetzt. Russland setze das "Memorandum mit den USA über die Vermeidung von Zwischenfällen bei Flügen während Militäreinsätzen in Syrien" aus, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. Bislang hatten beide Länder Daten über Flugbewegungen ausgetauscht, um Kollisionen zu verhindern. Das russische Außenministerium fordert, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats einzuberufen, um über die derzeitige Lage zu beraten.

Die USA hatten in der Nacht auf Freitag einen syrischen Militärflugplatz mit Marschflugkörpern bombardiert. US-Präsident Donald Trump macht den syrischen Machthaber Assad für den mutmaßlichen Gasangriff vom vergangenen Dienstag verantwortlich. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande weisen ihm die alleinige Schuld zu. 


ivi