stern.de für unterwegs
. .
Politik in Deutschland
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 
22. Juni 2009, 14:50 Uhr

Polizei-Hubschrauber für Oettinger

Per Hubschrauber nach Winnenden: Der Amokläufer Tim K. war noch gar nicht gefasst, da ordnete der baden-württembergische Polizeipräsident Erwin Hetger an, einen Hubschrauber für Ministerpräsident Günther Oettinger bereitzustellen. Dabei wäre der Helikopter an anderer Stelle dringender gebraucht worden. Von W. Mathes, R. Nübel und H. P. Schütz

Zoom
Winnenden, Oettinger, Hubschrauber, Amoklauf

Landespolizeipräsident Erwin Hetger und Ministerpräsident Günther Oettinger auf dem Weg zur Pressekonferenz in Winnenden. Die Anreise erfolgte mit dem Polizei-Helikopter© Bernd Weißbrod/DPA

Als am Morgen des 11. März der 17-jährige Tim Kretschmer in der Albertville-Realschule in Winnenden ein Blutbad anrichtete, war Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger gerade in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Dort diskutierte er mit der CDU-Landtagsfraktion unter anderem über die Föderalismusreform. Bis er gegen 10 Uhr darüber informiert wurde, was gerade in Winnenden geschah. Zu diesem Zeitpunkt war der jugendliche Amokläufer bereits aus der Schule gestürmt und in die Innenstadt geflüchtet, wo er fieberhaft gesucht wurde, auch mit Polizeihubschraubern, die weiträumig über dem Tatort kreisten.

Zunächst kein Helikopter für Oettinger

Weil Oettinger unbedingt vor Ort sein wollte, versuchte sein Tross hektisch, einen in Stuttgart stationierten Helikopter der württembergischen Hubschrauber-Staffel der Polizei nach Mainz zu bestellen. Auf dem Stuttgarter Flughafen winkte man aber schnell ab – jede Maschine werde jetzt gebraucht, für operative Einsätze wie die bereits eingeleitete Ringfahndung und den Transport weiterer Beamten aus dem rund 90-köpfigen Team des polizeilichen Spezialeinsatzkommandos (SEK), das im rund 40 Kilometer entfernten Göppingen sitzt und für solche Ausnahmesituationen speziell ausgebildet ist. Um so wichtiger war es, dass die Spezialkräfte möglichst rasch am Tatort waren.

Oettinger fliegt doch

Insgesamt acht Hubschrauber umfasst die Flotte, sieben davon sind am Stuttgarter Flughafen stationiert. Später berichtete die "Neue Württembergische Zeitung", dass in Göppingen sofort das SEK ausgerückt sei – allerdings nur "zum Teil im Hubschrauber". Womöglich fehlte an diesem Morgen ein Helikopter. Und zwar der, mit dem Regierungschef Günther Oettinger nach Winnenden flog, wo er kurz nach 12.30 Uhr eintraf und vor die Fernsehkameras trat.

Denn Oettinger hatte, trotz der angespannten Lage, sein Fluggerät bekommen. Ausgerechnet, wie stern.de erfuhr, von Erwin Hetger, dem Landespolizeipräsidenten und damit höchsten Polizisten des Landes. Obwohl die Landespolizeidirektion Stuttgart, die "Herrin" der Hubschrauber-Staffel, zunächst eine Bereitstellung abgelehnt hatte, soll Hetger angewiesen haben, einen Helikopter für den Ministerpräsidenten nach Mainz zu fliegen, um ihn von dort nach Winnenden zu bringen.

Schon die zweite Hetger-Panne

Ausgerechnet Erwin Hetger hätte damit eine Panne zu verantworten, die in Polizei-Kreisen für erhebliche Verstimmung sorgt und die morgen auch in einer Sitzung des Stuttgarter Innenausschusses zur Sprache kommen dürfte. Denn Hetger war es, der sich auch im Fall des Heilbronner "Phantoms" nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Hetger war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am 11. Februar, als die Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenmord das Stuttgarter Landeskriminalamt übernommen hatte, war er noch wortreich bei der Pressekonferenz aufgetreten: Die Fahnder kämen der Serientäterin und mutmaßlichen Mörderin der jungen Polizeimeisterin Michéle Kiesewetter näher und näher, "das Netz um die Frau wird immer enger". Als am 27. März endgültig feststand, dass das Rätsel um das "Phantom" nun höchstwahrscheinlich aufgeklärt ist und diverse Polizeiführer vor der Presse Rede und Antwort stehen mussten, fehlte einer: Erwin Hetger.

Von W. Mathes, R. Nübel und H. P. Schütz
KOMMENTARE (10 von 35)
 
Greeper (08.04.2009, 20:34 Uhr)
Stern goes Nord-Korea
Wurde mein Beitrag also schön wegzensiert.
War wohl CDU-Kritisch, das mag die Lobby nicht, gell liebe Redaktion.
Oettinger hat tatsächlich gerade einen Liedband herausgebracht, in dem ein Nationalsozialistisches Kriegslied drin ist. Aber das soll wohl besser keiner Erfahren, nicht war? Sonst fließt keine Kohle mehr und die Redaktion muss den Kaffee selber zahlen - das wäre ja fatal!
utospatz (08.04.2009, 19:54 Uhr)
Kennst du einen Öttinger-Doppelauspuff?
Der Herr erschuf ihn in seinem Suff!
Das aber christlich, weil der Herr es so will, und alle Schwaben halten still! (Gewehr bei Fuß)
Wie viele Arschlöcher benötigt die Welt?
NewWorld (08.04.2009, 16:01 Uhr)
@malt
Ausschliessen würde ich das nicht, aber einen Beweis dafür gibt es nicht.
Alles nur hätte, könnte, würde....
Und um Killerspiele geht es hier auch nicht, da hätte Ötti in diesem Fall sicherlich keinen Zusammenhang gezogen. Das ist echt dummes geschwätze einiger angepisster Gamer und erinnert mich an die Reaktion der Raucher damals beim Rauchverbot.
turo (08.04.2009, 15:26 Uhr)
Ne, ne, Herr Schütz, das war nichts!
Natürlich haben Sie die Aufgabe aufzuklären. Jedoch haben Sie dieses unparteiisch zu tun.Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass der MP des betroffenen Landes sofort
vor Ort erscheint. Für ihn gilt natürlich, dass auch er dadurch Einsatzmaßnahmen der Einsatzbehörden nicht behindern darf.
Ihr Bericht gibt dafür keinen Hinweis.
Zumindest wurden die SEK Kräfte nicht behindert. Göppingen ist vom Einsatzort ca. 40 km entfernt. Ein Sek ist so ausgerüstet, dass er vollständig ausgerüstet sofort in ihre Fahrzeuge,---alles Fahrzeuge der oberen Kalasse---Also leistungsstark und schnell- springen kann.Bei einer Verlastung mittels Hubschrauber, hätte es für das Vorauskommando wesentlich länger gedauert. Das darüber hinaus Hubschrauber z.B. für einen Zugriff aus der Luft evtl gefehlt hätte, kann ich Ihrem Bericht nicht entnehmen. Sie stiften durch einen solchen Beitrag nur Verwirrung.
Malt (08.04.2009, 15:17 Uhr)
@NewWorld
Du glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass der Polizeipräser alleine auf die Idee kam, die Aussagen der Flugbereitschaft ad absurdum zu führen... der wurde doch 100%ig von Öttinger angerufen, so nach dem Motto: "Geh, die wollen mir keinen Hubschrauber geben! Ich bin MP, da kann ich doch nicht mit nem läppischen Mercedes vorfahren! Die Leute verlassen sich doch darauf, dass ich möglichst zeitnah meinen Zinken in die Kamera halte um über "Killerspiele" herzuziehen!"
NewWorld (08.04.2009, 12:26 Uhr)
Also...
...wenn ich den Artikel richtig lese, dann hat Ötti den Heli angefordert und nicht bekommen. Erst der Polizeichef hat die Befehle geändert. Was hackt man hier soviel auf dem Ötti rum? Kann ich nicht nachvollziehen. Wäre er erst einen Tag später hingeflogen, hätten hier die gleichen Leute geschrieben, dass er sich einen Scheißdreck um die Opfer kümmert. Als Politiker kann man in disem Land scheinbar alles nur verkehrt machen.
FleurdeLis (08.04.2009, 11:26 Uhr)
@sportartmakler
Schon allein der Satz "womöglich fehlte ein Hubschrauber" zeigt doch schon, dass man nicht über Tatsachen schreibt. Und was heißt Geltungssucht? Wäre er nicht aufgetaucht, hätten auch wieder alle gemotzt.
Bruddler07 (08.04.2009, 10:54 Uhr)
Verantwortung
Die Zahl der Pannen häuft sich, und vermutlich sehen wir nur die Spitze des Eisberges.
Wann werden wir endlich mal erleben, daß ein verantwortlicher Politiker oder Polizeichef den Hut nimmt - oder gilt der Spruch mit der Vernatwortung immer nur für die 'kleinen' Leute?
zappuser (08.04.2009, 10:17 Uhr)
Politikfilz auf Kosten von Polizisten
und nichts anderes. Man hilft sich gegenseitig, auch wenn es auf Kosten des Bürgers, oder noch schlimmer, auf Kosten der Polizisten geht, die im Zweifel immer ihren Kopf hinhalten müssen. Herr Hetger kann nicht mehr Vorgesetzter dieser Beamten sein und muß zurücktreten.
nightmare_online (08.04.2009, 10:10 Uhr)
Was denn?
Oettinger ist ein typischer "erfolgreicher" CDU-MP. Die haben alle ihre "Besonderheiten". Der eine fischt am Braunen Rand und hat "jüdische Spender", der andere ist so flexibel wie ein Wackelpudding, und versuchts erst mit rechten Parolen ("Kinder statt Inder"), und nach Misserfolg als Abziehbild von Johannes Rau, und der dritte macht erst Filbinger zum Widerstandkämpfer und behindert anschliessend die Wirksamkeit von Polizeieinsätzen.
Das ist die CDU wie sie leibt und lebt!
MEHR ZUM ARTIKEL
Amoklauf von Winnenden Länder erwägen verschärftes Waffenrecht

Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten erwägen die Länder deutliche Einschränkungen im Waffenrecht. Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer will den Umgang mit Sportwaffen und Munition drastisch einschränken. mehr...

Winnenden-Geisel "Ich wollte für meine Kinder weiterleben"

Das stern-Interview mit Igor Wolf hat für Furore gesorgt. Erstmals sprach die Geisel des Amokläufers von Winnenden über seine Horrorfahrt mit Tim Kretschmer und sein spektakuläres Entkommen. Lesen Sie hier das vollständige Interview mit dem Deutsch-Kasachen. mehr...

Amoklauf und Phantom-Panne Trickst und tarnt Stuttgarts Innenminister?

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech sieht sich gern in der Rolle dessen, der klar und konsequent sein Amt als Mann der Fakten ausübt. Die Informationspolitik im Falle des Amoklaufs von Winnenden sowie des Phantom-Debakels erweist sich jedoch als derart fragwürdig, dass der Stuhl des CDU-Politikers jetzt bedrohlich wackelt. mehr...

 
stern.de in Social Networks
 
Mobil
 
Widgets
 
 
Adobe Flash Player