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16. März 2010, 20:20 Uhr

Nur bedingt einsatzbereit

Der Bericht des scheidenden Wehrbeauftragten Robbe zeigt: Die Bundeswehr ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Die Politik hat versagt. Die Innere Führung auch. Ein Kommentar von Theresa Breuer

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Bedingt einsatzbereit: Der Bundeswehr mangelt es an der nötigen Finanzierung und an moderner Innerer Führung© Michael Kappeler/DDP

Altes Gerät, fehlende Ausbildung, zu wenig Ärzte … die Liste der Missstände, die der scheidende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe am Dienstag in Berlin vorgelegt hat, ist lang. Wie kann es eigentlich sein, dass eine Armee, von der immer häufiger brandgefährliche Auslandseinsätze abverlangt werden, in einem derart schlechten Zustand ist?

Der erste Grund: Die Politik hat mit den neuen Erfordernissen nicht Schritt gehalten. Die Bundeswehr ist chronisch unterfinanziert. Das führt zu bestürzenden Problemen. Ein Beispiel: Soldaten, die in Afghanistan geschützte Transportpanzer fahren sollen, kennen das Gerät gar nicht. Offizielle Begründung ist, dass für die mehrmonatige Ausbildung in Deutschland das Geld fehlt. Also werden die Soldaten am Hindukusch nachgeschult. Das aber ist lebensgefährlich - und unverantwortlich. Wenn sich die Regierung zu einem kriegerischen Einsatz entschließt, dann muss sie auch die Konsequenzen tragen, vor allem die finanziellen.

Der zweite Grund: Die Innere Führung der Bundeswehr hat immense Defizite. Robbe nannte zum Beispiel jenen Inspekteur, der für die medizinische Versorgung zuständig ist. Er hat nicht etwa dafür gesorgt, dass zusätzliche Ärzte eingestellt werden. Ihm sind die Ärzte davon gelaufen.

Warum?

Offenbar auch deshalb, weil die Bundeswehr als Arbeitgeber unattraktiv geworden ist. Wohin mit der Familie, wenn es keine Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt und ein Soldat immer wieder versetzt werden kann? Wie die eigene Karriere vorantreiben, wenn es nur starre, bürokratisch fixierte Aufstiegsmöglichkeiten gibt? Robbe sagte außerdem, dass der fehlende Rückhalt in der Bevölkerung abschreckend wirke.

Aber auch das ist ein Problem der Inneren Führung. In den letzten Jahren wurden einfach zu viele Fälle bekannt, in denen sich Soldaten der Bundeswehr alles andere als angemessen verhalten haben. Zum Beispiel in Afghanistan, als sie mit Totenschädeln spielten. Oder bei den Gebirgsjägern, bei denen demütigende Aufnahmerituale und sinnlose Besäufnisse offenbar zur Tradition gehören. Ganz zu schweigen von dem Tanklaster-Bombardement in Kundus, das auch durch das unglückliche Agieren der beiden Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und Karl-Theodor zu Guttenberg viel Vertrauen in der Bevölkerung demoliert hat.

Die Bundeswehr muss finanziell gestützt und refomiert werden. Von außen und innen. Sonst wird auch Robbes Nachfolger im Amt des Wehrbeauftragten ähnlich niederschmetternde Berichte vorlegen müssen.

Ein Kommentar von Theresa Breuer
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Jake (17.03.2010, 07:16 Uhr)
wer nix einbringt bekommt nix
Naja, wenn der gemeine Soldate nicht einfach nur die Geräte verschleissen würde oder die Munition verpulvern würde sondern mal etwas einbrächte stünden wir auch den Herren Geldverschleuderern spendabler gegenüber.

Zugegeben sie riskieren Ihr Leben, gutes Argument, aber Krieg ist ein Geschäft. Das sollte auch jedem bekannt sein, der sich freiwillig für einen Einsatz meldet.
Heinerich (17.03.2010, 03:03 Uhr)
Bundeswehr !!!!
Gebt den Soldaten endlich das was sie brauchen und nicht den Zockern von den Banken.
johnwayne1477 (16.03.2010, 23:37 Uhr)
?typisch?Frau?.echt?..hat so was von Recht !!!
Ja guter Mann. Diese Frau Breuer hat Recht, und zwar soviel wie sie sich selbst wohl nicht vorstellen kann.

Lassen Sie mich nun folgendermaßen Stellung nehmen zu diesem Artikel. Es ist schon eine geraume Zeit her, wo ich bei der BW war. Es war noch zu dieser Zeit als der Jugoslawienkrieg noch gar nicht lange her war.

Da wurden unsere Soldaten in den Kosovo geschickt, mit einer Ausrüstung die es nicht mal wert war als solche bezeichnet zu werden. Wir hatten damals in unserer Kaserne schon massive Versorgungsprobleme. Wir bekamen noch nicht mal unsere Farbbändchen die unsere jeweilige Einheit farblich darstellten. Diese waren sicherlich Cent (oh Entschuldigung) Pfennigbeträge.

Aber lassen wir uns nun zur Ausrüstung kommen. Ich wurde auf dem guten alten Unimog ausgebildet. Das Wort ?Alt? hierfür als Bezeichung des Ungetüms zu verwenden, ist noch an Schönfärberei kaum zu überbieten. Die Funkgeräte waren Nostalgie pur. Also wer kennt die Zeit nicht mehr, als wir noch am Telefon kurbeln mussten, bevor eine Verbindung zu Stande kam. Ich nicht mehr, war schon zu alt, aber dank der guten ?alten? Bundeswehr wurde mir sogar gezeigt wie`s funktioniert. Und ja beinahe 20 % der gesamten Ausrüstung haben tatsächlich wunderbar funktioniert. Von den krummen Läufen der Gewehre ganz zu schweigen.

Nun zum Ansehen der BW in der Bevölkerung. Klar gesunken, wegen den vorgefallenen Dinge. Der Herr Oberst Klein kann noch soviel Ansehen innerhalb der BW haben wie er will. Aber ?Draußen? hat er keins, obwohl er meines Erachtens auch richtig gehandelt hat. Aber das ist etwas anderes. Fakt ist, jeder Soldat braucht nen Anwalt wenn er dahin geht, ein paar Schutzengel mehr als normal, und gute Ausrüstung.

Wir haben in unserem Land leider immer noch viele Hirnschwache, denen man zu Beginn des Einsatzes noch weiß gemacht hat, die BW wäre ausreichend vorbereitet und ausgerüstet für diesen Einsatz und anderes. Aber diejenigen die solche Falschmeldungen rausgeben, und unsere Kinder mit solch Kriegsgerät in den Krieg schicken den sie nicht mal so nennen wollen, gehören zuerst vor Gericht gestellt und eingesperrt, vor allen Soldat denen man ?fahrlässiges Vorgehen? vorwirft.

Aber sie Herr ?testsieger2006? sollten das nächste Mal vielleicht vorher nachdenken, bevor sie hier anfangen über Dinge zu sprechen von denen sie keine Ahnung haben, oder sogar noch das weibliche Geschlecht in eine ?typische? Richtung zu schieben.
jetrabbit (16.03.2010, 23:08 Uhr)
angriffskriege
machen müde. da fehlt einfach die motivation auf menschen zu schiessen.
testsieger2006 (16.03.2010, 22:27 Uhr)
typisch...
..Frau. Echt.
Als ob es wirklich abschreckend wirkt, wenn zukünftige Kameraden mit Schädeln posiert haben, zuviel gesoffen oder ein Paddel im Uffzheim auf den Hintern bekommen haben.
Auch Oberst Klein gilt in BW-Kreisen als Held, da er die eigene Karriere zum Wohle seiner Untergeben geopfert und Härte gegenüber Terroristen gezeigt hat.
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