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14. März 2011, 09:45 Uhr

Auch der PhDr. ist ein Titel

Nach Guttenbergs Plagiatsaffäre sucht die Opposition nach neuen Fällen. Im Visier: PhDr. Scheuer von der CSU und Dr. Schröder von der CDU. Was steckt hinter den Vorwürfen?

 
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Doktor werden ist schon schwer, Doktor bleiben noch viel mehr© Peter Kneffel/DPA

Ist der Doktortitel echt oder nicht? Diese Frage scheint nach der Affäre Guttenberg immer mehr zu einer Waffe im politischen Nahkampf zu werden. Diese Erfahrung macht derzeit Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär der CSU im Verkehrsministerium. Als Dr. Scheuer steht er im Bundestagshandbuch. Doch seine politischen Gegner in Passau, woher der CSU-Mann kommt, behaupten unverdrossen, dass er sich mit diesem Titel zu Unrecht schmücke und nur den Titel PhDr. tragen dürfe. Denn tatsächlich erworben habe er an der Karls-Universität in Prag nur den tschechischen akademischen Grad eines "Doktor filozofie", was den Titel PhDr. erlaubt, aber in Deutschland nicht den Titel Dr. gestatte, da mit der für den PhDr. verbundenen Arbeit keine eigenständige wissenschaftliche Leistung verbunden sei.

Dem hat zwar längst ein Gutachten des bayerischen Wissenschaftsministerium widersprochen, das Scheuer ein ordentliches Promotionsverfahren bescheinigte, worauf die Staatsanwaltschaft ihre Vorermittlungen um die Korrektheit des Doktortitels wieder eingestellt hatte. Jetzt erfolgte dennoch die nächste Attacke der Scheuer-Gegner. Die Doktorarbeit trägt den Titel "Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns". Und beginne, wie die Website eines Journalisten-Büros herausgefunden haben will, mit dem Satz: "Die Politische Arbeit und Erfolge dieser Partei sind fast untrennbar mit dem Namen Franz-Josef-Strauß verbunden." Eine an der Uni Münster geschriebene Arbeit beginne mit dem Satz: "Politische Arbeit und Erfolge dieser Partei sind untrennbar mit dem Namen Franz-Josef Strauß verbunden." Scheuer sei ein kleiner Fehler beim Abschreiben unterlaufen: Er habe übersehen, dass durch sein Hinzufügen des Wörtchens "Die" das Wörtchen "politische" klein zu schreiben gewesen wäre.

Florian Pronold, Chef der bayerischen SPD, sagt dazu: "Strauß würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie in der CSU mit seinem Namen Doktortitel erworben werden, von Leuten, die nicht mal richtig abschreiben können." Und für mutig hält er seinen politischen Konkurrenten schon gleich gar nicht: "Er hat sich ja nicht einmal getraut, seinen Doktortitel in Deutschland abzuschreiben." Scheuer trägt die Attacken gelassen. "Wenn ich mich ärgere, freuen die in der SPD sich doch nur", sagt Scheuer zu stern.de. In die Tiefen der Schubladen, in denen sich Pronold vorzugsweise bewege, traue er sich jedenfalls nicht.

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Auch die Doktorarbeit von CDU-Familienministerin Kristina Schröder ist negativ im Gespräch. Die hessische SPD will jetzt wissen, ob ihr Titel auf eigener wissenschaftlicher Arbeit beruht oder ein "Mogel-Diplom" ist. Ihre Arbeit "Gerechtigkeit als Gleichheit" entstand an der Mainzer Gutenberg-Universität. Doktorvater war der bekannte Politologe Professor Jürgen Falter. Bei der Fertigstellung der Promotion soll ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Doktorvaters geholfen haben. Die Uni hält das für "legitim" und kann kein wissenschaftliches Fehlverhalten erkennen.

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Glaubt der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus beim Blick auf die Umfragezahlen, die eine spannende Wahlnacht versprechen, nicht mehr an seinen Wahlsieg bei der Landtagswahl? Die SPD macht sich jedenfalls lustig über die Ankündigung von Mappus, eine Rückkehroption zum Siemens-Konzern nicht noch vor der Landtagswahl Ende März aufzukündigen. Das will er erst nach der Landtagswahl machen. Ende der 90er Jahre hatte Mappus für den Siemens-Konzern noch Telekommunikationsanlagen vertrieben. Seither besitzt er diese Rückkehroption des Konzerns. Die SPD lästert: "Wir freuen uns darüber, er wird sie bald brauchen."

Von Hans Peter Schütz
 
 
Berlin vertraulich!

Homo politicus Hans Peter Schütz notiert in seiner wöchentlichen Kolumne den manchmal keineswegs politisch korrekten Tratsch hinter den Kulissen des politischen Berlins für stern.de.

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