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5. April 2007, 18:18 Uhr

"Elemente des Regimes unterstützen Terror"

Nach Freilassung der britischen Soldaten hat Premierminister Tony Blair schwere Vorwürfe gegen das Teheraner Regime erhoben: Teile der iranischen Führung würden den Terror im Irak finanzieren.

Der britische Premierminister Tony Blair vor Downing St. 10: Druck auf Iran erhöhen© Bertrand Langlois/AFP

Premierminister Tony Blair forderte nach der Ankunft der freigelassenen britischen Soldaten weiteren internationalen Druck auf Teheran. Blair betonte zugleich, dass die Freilassung "ohne irgendeine Abmachung, ohne irgendwelche Verhandlungen, ohne eine wie auch immer geartete Vereinbarung am Rande" zu Stande gekommen sei. Die Rückkehr der 15 Briten wurde durch einen Bombenanschlag auf britische Truppen im Irak überschattet, bei dem vier Panzersoldaten starben.

"Während wir froh sind über ihre Rückkehr, trauern wir zugleich um jene, die bei einem terroristischen Anschlag in Basra getötet wurden", sagte Blair in London. Indirekt machte er "Elemente im iranischen Regime" für den Bombenanschlag in der südirakischen Hafenstadt mitverantwortlich, dem die vier Briten zum Opfer fielen.

Blair: Druck auf Iran erhöhen

"Das generelle Bild ist, dass zumindest Elemente im iranischen Regime den Terrorismus im Irak unterstützen, finanzieren und bewaffnen", sagte der sichtlich bewegte Blair. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf den Iran aufrecht zu erhalten. Sie müsse "absolut standhaft bleiben bei der Durchsetzung ihres Willens, egal ob es um das Nuklearwaffenprogramm geht oder um die Unterstützung von Teilen des iranischen Regimes für den Terrorismus".

Bei den Verhandlungen über die Freilassung der 15 Marineangehörigen, so betonte Blair, sei Großbritannien sei erfolgreich "zweigleisig" vorgegangen. London habe einen bilateralen Dialog mit Teheran geführt und zugleich die internationale Gemeinschaft mobilisiert, die Druck auf den Iran ausgeübt habe.

Freigelassene Geiseln werden untersucht

Die 15 Marinesoldaten zeigten sich nach ihrer Landung auf dem Londoner Airport Heathrow mit einer Maschine der British Airways nur kurz vor den Fernsehkameras, ohne etwas zu sagen. Sie bestiegen dann Hubschrauber, mit denen sie zum Marinestützpunkt Chivenor an der Südwestküste Englands geflogen wurden. Dort sollten die Soldaten medizinisch untersucht und zu ihrer Gefangenschaft in Teheran befragt werden.

Die Briten waren am Vortag in Teheran überraschend durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad freigelassen worden. In Teheran hatten einige von ihnen vor Kameras des staatlichen Fernsehens in Teheran erklärt, sie seien am 23. März illegal in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen und würden dies bedauern. Nach iranischen Angaben legten alle entsprechende Geständnisse ab. London hat hingegen stets erklärt, die beiden Mannschaften von Patrouillenbooten hätten sich mit klarem Mandat der UN eindeutig innerhalb irakischer Gewässer bewegt.

Ahmadinedschad: Blair solle Gerechtigkeit und Frieden unterstützen

Die Verabschiedung der Freigelassenen am Donnerstagmorgen in Teheran hatte der Iran noch einmal für eine Propagandaschau benutzt. Vor laufenden Kameras wurden ihnen Geschenke zur Erinnerung an ihren "Zwangsurlaub" überreicht. Zuvor ermahnte Ahmadinedschad nach Angaben der staatlichen Agentur IRNA "Premierminister Tony Blair, die Soldaten nicht dafür zu bestrafen, dass sie die Wahrheit gesagt haben". Blair solle "Gerechtigkeit und Frieden unterstützen, anstatt die Verbreitung von Nuklearwaffen", sagte der iranische Präsident in offenkundiger Anspielung auf Londons Pläne zur Modernisierung der britischen Atom-U-Boote.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
JosefG (06.04.2007, 10:39 Uhr)
Halt die Klappe, Tony Blair!
Noch 30 Tage und wir sind diesen cholerischen Kriegshetzer endlich los. Oder doch nicht so ganz? Wie sagte einst ein Tory-Abgeordneter über Mrs Thatcher nach deren Rücktritt: "Sie wird immer lauter scheien, aber man wird sie immer weniger hören". So wird es auch mit dem Voll-Versager Blair kommen. Da hilft nur: einfach ignorieren.
dumiok (06.04.2007, 09:53 Uhr)
Vorwürfe gegen den Iran
Die Äußerungen von Blair klingen arrogant und abstoßend. Man kann doch den Iran auch verstehen, wenn dem Westen vorgeworfen wird, zu heucheln. Warum kann England z.B. nicht auf seine Atombomben verzichten, anstatt sie zu modernisieren (?). Angeblich muss man sich vor den Risiken dieser Welt schützen. Wenn man so denkt, muss dem Iran auch das Recht einräumen, sich durch Atomwaffen zu schützen. Denn immerhin haben Pakistan, Indien usw. Auch Atomwaffen.
Die westliche Welt wäre überzeugender, wenn sie Anstrengungen unternehmen würde, alle Atomwaffen abzuschaffen, anstatt die Welt aus ihrer Sicht in gute Staaten(dürfen Atomwaffen haben) und schlechte Staaten (dürfen keine Atomwaffen haben) einzuteilen.
starmax (05.04.2007, 20:08 Uhr)
Also doch illegal !
Auf Spähtrupp in iranischen Gewässern -einer hat es bereits zugegeben - vor der Festnahme. Die weiße Weste des Westens- sie ist in Wahrheit schmutziggrau. Pfui Teufel! Die RTegierungen belügen ihre eigenen Bürger nach Kräften. Widerlich...
waelder (05.04.2007, 19:35 Uhr)
Iran und Irak
Der Terror in Irak wurde von der "Allianz der Willigen" durch ihren völkerrechtswidrigen Überfall auf Irak erst ermöglicht und aufrecht erhalten. Die modernsten Armeen der Welt haben kein Geld für Nagelbretter und "müssen" daher Autofahrer erschiessen.
Sie benehmen sich rüder als die mongolischen Horden und beklagen sich, wenn Widerstand aufkommt.
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