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Frauke Petry erklärt AfD-Strategie: "Ohne Provokation geht es nicht"

Na, wer hätte das gedacht? Sinngemäß sagt Frauke Petry: Man dürfe dem Wähler nicht einfach auf die Schulter klopfen, man müsse ihn schon mit dem Vorschlaghammer treffen - dann höre er auch zu.

Frauke Petry

Frauke Petry über die Strategie der AfD: "Pointierte, teilweise provokante Aussagen sind unerlässlich"

Um die Aufmerksamkeit der Wähler auf die AfD zu lenken, arbeitet Parteichefin Frauke Petry ganz gezielt mit Provokationen. In einem aktuellen Rundbrief an die Mitglieder und Förderer der Partei schreibt die Vorsitzende, sie sei bei Wahlkampfveranstaltungen oft gefragt worden, ob es nicht einfacher wäre ohne "verbale Provokationen beim Bürger anzukommen". Sie nehme diese Fragen sehr ernst.

"Pointierte, teilweise auch provokante Aussagen" seien aber unerlässlich, um sich in den Medien Gehör zu verschaffen, erklärt Petry. Sie schließt mit einem Zitat des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU): "Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen."

Die Vorsitzende der Alternative für Deutschland hatte dem "Mannheimer Morgen" im Januar gesagt, Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt verhindern, und dabei "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz". Für diese Äußerung hatte Petry auch in der eigenen Partei Kritik geerntet.

Frauke Petry: "Kontext häufig sträflich missachtet"

Dazu sagt Petry: "Wir erleben in den Medien das, was so häufig passiert: Dass der Kontext dessen, was gesagt wird, sträflich missachtet wird und dass sich dann die politische Konkurrenz auf verkürzte Zitate wirft."

Im Interview mit dem Onlinedienst "Kress" wehrte sich Dirk Lübke, der Chefredakteur des "Mannheimer Morgen" gegen Petrys Vorwürfe: "Der 'Mannheimer Morgen' hat nach den professionellsten Regeln und fairsten Bedingungen ein Interview wie Tausende vorher geführt. Es ist lächerlich und widerwärtig zugleich, wenn AfD-Spitzen sich zum Volkssport machen, menschenverachtende und erniedrigende Thesen in die Welt zu setzen - und es hinterher doch nicht ganz so gemeint haben wollen. Damit zersetzt die AfD-Vorsitzende willkürlich Demokratie, Politik, Parlamente und die Verlässlichkeit des geschriebenen und gesprochenen Wortes."

tim/DPA

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