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30. März 2010, 12:58 Uhr

Arbeit ist teuer - aber wieder gefragt

Die Lohnkosten in Deutschland sind im Krisenjahr 2009 deutlich gestiegen. Arbeitnehmer profitieren von dem Anstieg allerdings nicht. Sie können aber dennoch hoffen. Die Unternehmen suchen Mitarbeiter, die Statistik macht hier Hoffnung.

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Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sind die Arbeitskosten gestiegen (Archivbild)© Ronny Hartmann/DDP

Deutschland hat im Krisenjahr 2009 bei den Arbeitskosten an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, zahlt einen Arbeitgeber pro Stunde im Schnitt 30,90 Euro - 4,1 Prozent mehr als noch vor Jahresfrist. Im gesamten Euro-Gebiet lag der Kostenanstieg dagegen lediglich bei 2,7 Prozent. Damit liegt Deutschland bei den Kosten an achter Stelle, deutlich hinter den teuersten Ländern Dänemark und Belgien, aber weit vor den Euro-Sorgenländern Griechenland, Spanien und Portugal. Die Arbeitnehmer in Deutschland profitieren von dem Kostenanstieg jedoch nicht: Sie mussten 2009 erneut Reallohnverluste hinnehmen.

Immerhin: Die Unternehmen stellen wieder verstärkt ein. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete im März bei der Arbeitskräftenachfrage eine deutliche Erholung. Die Kräftenachfrage bewege sich langsam aus dem krisenbedingten Tief heraus, berichtete die Bundesbehörde am Dienstag bei der Veröffentlichung ihres Beschäftigungsindexes BA-X. Der stieg im März um 5 auf 138 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Februar 2009. Inzwischen liege der BA-X auf dem Niveau vom Frühjahr 2006, der Startphase des vergangenen wirtschaftlichen Aufschwungs, betonte die Agentur.

Bei den Versorgern ist Arbeit am teuersten

Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttolöhnen und den Lohnnebenkosten zusammen. Die Branche mit den höchsten Arbeitskosten war hierzulande die Energiewirtschaft: Hier zahlten die Arbeitgeber laut Statistik im Schnitt 50,30 Euro pro Stunde. Die niedrigsten Kosten hatte das Gastgewerbe mit durchschnittlich 16,10 Euro. Eine starke Teuerung mussten die Arbeitgeber im verarbeitenden Gewerbe hinnehmen – eine Branche, die stark im internationalen Wettbewerb steht. Der Kostenanstieg in Deutschland beträgt hier 5,1 Prozent auf 35,60 Euro. Zum Vergleich: In einem europäischen Billiglohnland wie Bulgarien betragen die Kosten in diesem Bereich bei gerade einmal 2,40 Euro.

Grund für den Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland ist der starke Rückgang der Arbeitszeiten: Viele Unternehmen versuchten, durch den Abbau von Überstunden oder den Einsatz der Kurzarbeit Entlassungen zu vermeiden. In der gesamten EU verbilligte sich Arbeit dagegen um 0,6 Prozent. Dabei spielte nach Angaben der Statistiker eine Rolle, dass in vielen Ländern, die nicht dem Euro-Raum angehören, die Währungen zum Teil massiv abgewertet wurden.

Deutschland bei Lohnnebenkosten im Mittelfeld

Auch die Lohnnebenkosten - also vor allem die Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen und die Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge - verglichen die Statistiker. Arbeitgeber in Deutschland zahlten demnach im vergangenen Jahr auf 100 Euro Bruttolohn 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und auf einem mittleren Rang 13, wie das Statistikamt erklärte. In Frankreich etwa betrugen die Lohnnebenkosten 50 Euro, in Schweden 49 Euro. Am unteren Ende der Liste findet sich demnach Malta, wo die Arbeitgeber nur neun Euro Lohnnebenkosten zahlten.

Deutschlands Industrie hat ihre Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, was vor allem der Exportwirtschaft zugute kommt. Zuletzt hatte Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde Deutschlands Exportüberschüsse für Ungleichgewichte in der Euro-Zone verantwortlich gemacht und eine Stärkung der Binnenwirtschaft gefordert.

Reuters/AFP/DPA/be
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Sozimod (31.03.2010, 20:13 Uhr)
Also im Landkreis Cuxhaven...
erhalten Arbeitslose von der Agentur für Arbeit, oder Arge "tolle" Vollzeitjobangebote.

Sie dürfen als Leiharbeiter/in für satte 1400- 1600.- Euro brutto arbeiten gehen. Gerade im ländlichen Raum springen diese Menschen hoch vor Verzückung.

Ca. 930 Euro netto. Super, davon geht Spritgeld ab, Autosteuer, Miete, Heizung, Wasser, Müll. Toll, für Lebensmittel bleibt nicht mehr viel. Erst nach 3 Monaten muss der Arbeitnehmer verhungern. Was zur Folge hat, dass wir wieder weniger Arbeitslose haben.
Toller Plan liebe Regierung, und ehemalige Regierung.
Onzapintada (31.03.2010, 15:04 Uhr)
@ganzbaf, so isses
Und der Daseinszweck unserer Wirtschaftsweisen ist es, diesen Grundzusammenhang der neoliberalen Periode mit gelehrten Phrasen wegzudiskutieren. Daher . . .

. . . ist es meistens ziemlicher UNSINN, was die elitaeren HÜTHER an Wirtschafts-SÜRUP so zusammenRÜHRUPPEN.

WEDER DIE MAURO noch der SINN RAFFELN es:
HÜSCH, HÜSCH, ins HÜS-CHEN, ein neues Analys-chen.

Das einzige, was ihnen in denselben kommt, ist, mit ihren BOFINGERN an der Renditeschraube nach oben und die Lohnschraube runter zu drehen.
ganzbaf (31.03.2010, 08:46 Uhr)
Die Gewinne der Unternehmen...

sind noch viel "teurer"... (für uns ;-)).

Alles Transferleistungen aus der Mitte und von Unten nach oben )-:
Prologo (30.03.2010, 23:17 Uhr)
@Aquarius, 22,46, Danke, das habe ich vergessen, ...

.....vergessen, das die Gehälter der Bankenversager da mit einfließen.

Das erklärt alles. Das ist ja nicht mehr auszuhalten. Die 4,1 % Steigerung vom gesamt Niveau ist an die Bankenzocker geflossen! Die Boni und alles dazu. 4,1 % von der Gasamtvergütung sind auch ein paar Milliarden Lohnkosten, die in dieser Statistik stehen.

Aquarius, da ist Revolution angesagt. Die arbeitende Gesellschaft wird mit dieser Statistik für Trottel erklärt.

Den Ackermann haben wir noch vergessen, mit 10 Mio Jahresverdienst. Macht mindestens 2 % der Lohnkostensteigerung aus.

MfG,
T.
Aquarius2 (30.03.2010, 22:46 Uhr)
"Wer" hat Erhöhungen erhalten?
Im Vergleich mit dem Boomjahr 1999 kletterte die Vergütung der Dax-Topmanager um durchschnittlich 35 Prozent. Mehr als 300 Prozent höhere Bezüge sind keine Ausnahme.
(Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-03/dax-vorstaende-gehaelter)
Das treibt den Durchschnitt natürlich nach oben.
Test:
Eine Hand ins Tiefkühlfach, die andere Hand auf die heiße Herdplatte:
ergibt eine gute mittlere Temperatur.
Aber die konkreten Folgen ... .
So wird es in der Folge auch der Gesamtwirtschaft ergehen.
kinderhort (30.03.2010, 17:58 Uhr)
Wirtschaftslehre
In China lässt man Telefonhändys von Straf- gefangene bauen, weil die noch billiger sind,
also in der Brd die Gesetze ändern, das noch mehr in den Knast kommen und unsere
Produktionsstätten in den Knast verlagern,
genau so einen irrsinn kann bei uns jedes
Wirtschaftsinstitut vertreiben und ich bin sich man findet noch Abnehmer die dafür noch Geld bezahlen, nur ihren Arbeitern
will man den Lohn vorenthalten.
kinderhort (30.03.2010, 17:49 Uhr)
Arbeit
Kaum hat wieder so ein unnötiges Institut
seinen Blödsinn losgelassen und schon wird es Widerspruch los übernommen,
Ich glaube nur noch Statistiken die ich selbst gefällscht habe, Neoliberales Gedankengut ist für eine Demokratie genauso gefährlich wie Extrem Linke oder Rechte, und immer noch werden diesen
Menschenverachter und Staatsvernichter
in den Deutschen Medien Raum gegeben.
Wer trägt den die Kosten dieser für nichts
Verantwortlichen Wirtschaftsdeppen, doch die Allgemeinheit und da sind die Paar Cent in dieser Studie Penats.
Onzapintada (30.03.2010, 17:33 Uhr)
WEDER DIE MAURO noch SINN RAFFELN es
Es ist meistens ziemlicher UnSINN, was die elitaeren HÜTHER so an Wirtschafts-SÜRUP zusammenRÜhren.

WEDER DIE MAURO noch SINN RAFFELN es (HÜSCH, HÜSCH, ins HÜSCHEN):

Das einzige, was ihnen in den Sinn kommt, ist mit ihren BOFINGERN an der Renditeschraube nach oben und die Lohnschraube runter drehen.
Laramie (30.03.2010, 17:20 Uhr)
Warten wir mal auf super Angebote
Arbeit ist wieder gefragt ? Da bin ich aber mal gespannt auf all die tollen abwerbungsangebote die die Arbeitnehmer dann in zukunft bekommen. Da kann man die Hartz 4 diskussionen dann endlich beenden wenn jeder Arbeiter und Angestellte Millionen nachause schleppt am Zahltag. Schoene neue Welt ......
Prologo (30.03.2010, 16:16 Uhr)
Tolle Statistik, die Lohnkosten sind in Deutschland,....

....um 4.1 % gestiegen, aber die Arbeitnehmer verdienen immer weniger!
Die Lohnkosten sind um 4,1 % gestiegen, obwohl wir inzwischen 10 Mio Geringverdiener und Niedriglöhner haben, wovon die Hälfte noch Hartz IV Aufstocker sind, dessen Lohn der Staat bezahlt.

Woher kommen also die hohen Lohnkostensteigerungen, die beim Arbeitnehmer gar nicht angekommen sind, weil die Löhne ja immer niedriger werden?

Die Lügen sich doch selbst in die Hand, oder andersrum, wer bekommt die 4,1 % denn dann, wenn die Löhne immer niedriger werden??

Für mich ist diese Statistik eine weitere Irreführung und Diskriminierung für die Arbeitnehmer. Passend zu der Infopolitik der Medien.

MfG,
T.
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