18. Dezember 2009, 10:54 Uhr

Landesfürsten geben Steuerpaket ihren Segen

Es ist vollbracht: Nach erbittertem Widerstand einiger Landesfürsten hat das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz nun doch den Bundesrat passiert. Damit kann das 8,5 Milliarden schwere Steuerpaket wie geplant im Januar in Kraft treten.

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Er kämpfte für alle Länder: der Kieler Ministerpräsident Peter Harry Carstensen©

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat ihre umstrittenes Milliarden-Steuerpaket doch noch rechtszeitig vor Jahresfrist unter Dach und Fach gebracht. Der Bundesrat stimmte am Freitag mit der knappen Mehrheit der sieben von Union und FDP geführten Länder für das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Für die neue Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich damit nach einem schwierigen Start mit Ministerrücktritt und Dauerstreit in zentralen politischen Fragen vor dem Jahreswechsel doch noch ein erster Erfolg ein.

Einigung in letzter Minute

Das Steuerpaket kann nun wie geplant im Januar in Kraft treten. Es soll Bürgern und Wirtschaft ab Januar Entlastungen von 8,5 Milliarden Euro jährlich bringen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die Anhebung des Kinderfreibetrags von 6024 auf 7008 Euro und die Anhebung des Kindergelds um 20 Euro pro Monat. Außerdem werden Hoteliers und Erben entlastet. Den Ländern und Kommunen bringt das Gesetz hingegen erhebliche Steuerausfälle.

Wochenlang hatten sich deshalb viele CDU-Landesfürsten - allen voran Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen - vehement gegen das Gesetz der Bundesregierung gewehrt. Widerstand kam aber auch aus Sachsen. Erst am Donnerstagabend hatten sich die schwarz-gelb regierten Länder darauf verständigt, das Steuerpaket passieren zu lassen.

Carstensen: Das Kämpfen hat sich gelohnt

Nach Darstellung von Carstensen kam der Bund den Ländern bei der Kompensierung der Lasten entgegen. "Das Kämpfen und der Widerstand der letzten Tage hat sich gelohnt", sagte der Kieler Regierungschef vor der Bundesratssitzung. Laut seinem sächsischen Amtskollegen Stanislaw Tillich (CDU) wurde eine Lösung gefunden, die mehr Handlungsspielraum ermöglicht. "Wir haben uns nicht rauskaufen lassen." Die Kompensation für die Steuerausfälle erfolge nicht in Form von Geld und komme allen Ländern zugute.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte, es sei wichtig gewesen, dass der Bund zugesagt habe, bei den Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger fair mit den Kommunen umzugehen und dass diese keine Mehrkosten bei der Umgestaltung der Job-Center tragen müssten. Zudem habe der Bund erklärt, bei den nächsten Schritten der Steuerreform die Lage der Länder und Kommunen zu berücksichtigen. Auch die Finanzierungszusagen im Bildungsbereich seien ein Fortschritt. Er rechne fest damit dass beim nächsten Bildungsgipfel im Juni 2010 der Bund einen Mehrwertsteueranteil zugunsten der Länder abgebe.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sprach von einem Einknicken der kritischen Unionsländer. Es sei schon mancher als Tiger gesprungen und Bettvorleger gelandet. Der SPD-Politiker verlangte eine Überprüfung des Steuerentlastungspakets im Vermittlungsausschuss.

APD/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 31)
 
aretana (19.12.2009, 23:28 Uhr)
Gib mir Geld,
und ich stimme für Dich.
Helmers (18.12.2009, 22:49 Uhr)
Auch das wurde gott sei Dank geändert
Sigmar Gabriel`s Diffamierungskampagne zieht nicht, wenn man die Wahrheit kennt.
Mit dieser Äußerung beweist Gabriel (man nennt ihn auch den Harzer Roller), dass er keine Ahnung hat und böswillige Unterstellungen betreibt. Genau das Gesetz zur Förderung der Regenerativen Energie, i.S. Biogas, erfährt nun endlich nach fast drei Jahren seine gewollte Startenergie. Der Bundesrat hat heute Gabriels Fehler rückwirkend beseitigt. Pfui Sigi Pop. Du hast durch deine Initiativen genau Arbeitsplätze bedroht und den Mittelstand in die Nähe von Insolvenzen gebracht. Die durchgeknallte SPD mit ihren Bonzen, Gabriel, Kälber und Co und sonstigen Wahrheitsverdrehern. ist an der Misere schuld, die ab heute beseitigt wurde. Danke CDU/CSU und FDP.
Gore (18.12.2009, 21:06 Uhr)
Umgefallen
ja da ist es wieder kein Arsch in der Hose kein Kreuz von standhaftigkeit keine spur.
was haben wir doch für Armselige Landeschefs,Oh Deutschland wo bist du hinkommen .
Frohe Weihnacht
Tempelhofer (18.12.2009, 19:03 Uhr)
@ Michael200669
Euch Linken fallen doch immer nur die schon kranken Hass- und Gewaltphantasien ein.

Und darum dürfen die Linken nicht gewählt werden.
Michael200669 (18.12.2009, 17:45 Uhr)
In meinen ...
... Augen sind diese Politiker einfach nur noch Verbrecher, die zu Verantwortung gezogen werden müssen. Meine Befürchtung ist, das es nicht mal mehr die 7 bis 8 Jahre dauert, bis der "Mob" aktiv wird. Dann wird die politische Riege wieder auf empört tun, "Wie kann man nur so gegen uns sein, wir haben doch nur euer bestes im Sinne."

Kein Politiker, seit den 70er Jahren hat verstanden, was wirklich zukunftsorientiertes Handeln heißt. Die größten Schuldenmacher waren schon immer die CDU, CSU und FDP. Und genau die haben wir wieder in der politischen Verantwortung. Sie beweisen mal wieder, wie gefährlich sie für unser Land sind. Nur leider erkennt das bisher nur eine kleine Gruppe von Bürgern. Nur die Gruppe wird immer größer. Erreicht diese Gruppe die kritische Masse, dann knallt es. Dann Gnade uns Gott.
jomimo (18.12.2009, 17:31 Uhr)
@acenes
habe den Eindruck, dass wir das gleiche meinen, aber irgendwie aneinander vorbei denken.

Grüble noch, wo meine achtungsvolle Frage an den verehrten knilch_59 gelandet sein kann.
jomimo (18.12.2009, 17:14 Uhr)
wo bitte ist meine Antwort an
knilch_59 von ca 17:00 ??
Aquarius2 (18.12.2009, 17:09 Uhr)
War doch zu erwarten:
"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern".
Geld regiert die Welt,
nicht Verantwortungsbewusstsein und Kompetenz!
erichmonika (18.12.2009, 16:53 Uhr)
Völlig unklar
Es ist nun völlig unklar, was denn nun die Länder un Kommunen aus Ausgleich bekommen. Das aber ist für unsere Geldbeutel wichtig, denn wenn dafür die Gebühren z. B. in Kindergärten steigen müssen, dann ist die Erhöhung des Kindergeldes für die Katz. Was die Steuerermäßigung für Hoteliers soll, ist nur zu verstehen als Klientenpolitik und das lässt schlimmes für die Zukunft erahnen. Denn welche Klienten haben FDP und CSU noch?
auwei (18.12.2009, 16:31 Uhr)
In einem
..sind sich Wähler und Gewählte (mehrheitlich) doch gleich: Nichts liegt näher als die eigene Tasche - und nichts wirkt besser und schneller, als das Versprechen, diese JETZT und HIER zu füllen. Der Preis spielt dann kaum noch eine Rolle.
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