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NPD will Deutsche zuerst abschieben

Der Wahlkampf ist für die NPD eine Gelegenheit, ihre kruden Parolen verstärkt unters Volk zu bringen. Blöd nur, wenn auf einem Wahlplakat eine missverständliche Botschaft prangt wie jetzt in Rheinland-Pfalz.

NPD-Wahl-Plakat

Deutsche abschieben? Mit eindeutigen politischen Botschaften ist das bei der NPD so eine Sache

Angesichts der Flüchtlingskrise hofft die Nazi-Partei NPD auf ein paar Stimmen mehr bei den anstehenden Landtagswahlen. Dafür machen die Rechtsextremisten das, was sie immer machen: Sie hetzen gegen Flüchtlinge und die Politik von Kanzlerin Angela Merkel, gegen die Lügenpresse, Ausländer und angebliche Gutmenschen.

Die Hetze kann allerdings auch mächtig in die Hose gehen, wenn man nicht in der Lage ist, die Parolen sinnvoll auf einem Wahlplakat zu platzieren, wie jetzt der NPD-Landesverband in Rheinland-Pfalz beweist. Zum Schlussspurt für die Wahl am 13. März präsentierte der ein neues Plakat mit einer missverständlichen Botschaft. In großen Lettern prangt oben die Forderung "Konsequent abschieben". Weiter unter stehen neben dem Partei-Logo dann die Worte: "Unser Volk zuerst“. Das liest sich, als wollten die Nazis die Deutschen möglichst schnell aus dem Land schaffen und nicht die Flüchtlinge. 

User verspotten die NPD

Schnell wurde das Bild vom Plakat im Netz hunderte Male geteilt. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Die User verhöhnen die Rechtsextremisten mit spöttischen und ironischen Kommentaren. Ein User schreibt auf der Facebook-Seite vom Kreisverband NPD Mittel-Rhein: "Das deutsche Volk zuerst abschieben? Find ich sinnvoll. Wo kann man unterschreiben?" Ein anderer spottet auf der Facebook-Seite vom Landesverband: "Erst so tun als ob und dann das eigene Volk deportieren... Öch bön bötterrr önttoischt...."

Nun ist die NPD in Rheinland-Pfalz nicht gerade erfolgsverwöhnt. Bei den Landtagswahlen vor fünf Jahren holte die braune Splittertruppe lediglich 1,1 Prozent der Stimmen. Einer ihrer Aktivisten, Safet Babic aus Trier, machte sich in der Vergangenheit mehrmals zur Witzfigur, als er beim Döner essen fotografiert wurde oder mit drei Kameraden in einem Youtube-Video auf unfreiwillig komische Weise zum Protest gegen eine Flüchtlingsunterkunft aufrief.

Ein Kamerad erkennt den Fauxpas

Ob die NPD das Plakat mit der zweideutigen Botschaft einsetzt, ist offen. Ein Kamerad erkannte immerhin den Fauxpas: "Sepp nimm das Plakat raus das ist peinlich ließ es mal unser Volk zuerst abschieben."

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