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4. August 2010, 09:43 Uhr

Atomfilz beim Endlager Gorleben

Nach einem gefährlichen Zwischenfall im Reaktor Krümmel musste Bruno Thomauske als Manager bei Vattenfall gehen. Nun taucht er in wichtiger Funktion wieder auf und soll das geplante Endlager Gorleben auf seine Sicherheit prüfen. Nicht der einzige Fall von Atomfilz, wie der stern ermittelte.

Gorleben, Salzstock, Atom-Endlager, Sicherheit

Gorleben: Bergleute vor dem "Sprengleitbild" im Salzstock, dort soll ein weiterer Erkundungsstollen entstehen© Nigel Treblin/DDP

Bei Vorarbeiten zum geplanten Atom-Endlager in Gorleben soll auch ein ehemaliger Pannen-Manager des Energiekonzerns Vattenfall mitwirken. Wie der stern berichtet, wird Dr. Bruno Thomauske an einer "vorläufigen Sicherheitsanalyse" beteiligt, die demnächst im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wird. Thomauske war Geschäftsführer der Atomsparte im Vattenfall-Konzern, als in dessen Reaktor Krümmel bei Hamburg ein Trafobrand ausbrach und einen gefährlichen Zwischenfall verursachte. Nach massiven Vorwürfen wurde er von seiner Funktion entbunden. Heute hat er einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Aachen, der vom Energiekonzern RWE gefördert wird.

Mit anderen, teilweise ebenfalls von der Atomwirtschaft unterstützten Instituten wird er nun an einer "Eignungsprognose" für Gorleben mitwirken, die von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln durchgeführt und vom Bundesumweltministerium finanziert wird. Unter Minister Norbert Röttgen (CDU) leitet dort Gerald Hennenhöfer die Abteilung für Reaktorsicherheit. Er war früher für den Stromkonzern Viag tätig, einen Vorgänger von Eon, und setzt sich jetzt nicht nur für die Weiterführung der Arbeiten in Gorleben, sondern auch für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke ein.

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