24. Februar 2012, 10:57 Uhr

Verfassungsgericht beschränkt Zugriff auf Passwörter und Pins

Ermittlungsbehörden dürfen nicht in dem Umfang wie bisher auf Nutzerdaten und Passwörter zugreifen, etwa um ein beschlagnahmtes Handy auszulesen. Das Bundesverfassungsgericht hat die bestehenden Regelungen für teilweise verfassungwidrig erklärt.

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Display eines Handys: Die Regelungen zur Herausgabe von Nutzerdaten an Ermittlungsbehörden sind teilweise verfassungswidrig©

Die Regelungen zur Speicherung und Herausgabe von Nutzerdaten, Passwörtern und PIN-Codes an Ermittlungsbehörden und andere staatliche Stellen sind teilweise verfassungswidrig. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss. Die Norm, wonach etwa Strafverfolger Passwörter für PCs abfragen dürften, sei unverhältnismäßig, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss. Die Regeln verletzten zum Teil das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung (Aktenzeichen.: 1 BvR 1299/05).

Die Richter des Ersten Senats erklärten eine Regelung für verfassungswidrig, die Polizei und Nachrichtendiensten den Zugriff auf Passwörter und Pincodes ermöglicht - etwa um ein beschlagnahmtes Mobiltelefon auszulesen oder gespeicherte Dateien zu durchsuchen. Sie räume den Behörden zu weitreichende Befugnisse ein. Die Regelung widerspreche dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, weil sie den Zugriff auf die Codes unabhängig davon erlaubt, ob eine Nutzung der Daten durch die Behörde erlaubt sei.

Die Richter setzten dem Gesetzgeber eine Frist bis zum 30. Juni 2013, um eine neue Regelung zu schaffen. Bis dahin gilt die Bestimmung mit Einschränkungen weiter.

Die Richter erklärten auch die Erteilung von Auskünften über den Inhaber einer sogenannten dynamischen IP-Adresse nach der bisherigen Regelung für unzulässig. Hierbei handelt es sich um die Telekommunikationsnummern, mit denen vor allem Privatpersonen normalerweise im Internet surfen.

fro/DPA/Reuters
 
 
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