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8. August 2007, 10:50 Uhr

Tragödie am Meeresboden

Am Boden des Indopazifik spielt sich eine Tragödie ab: Dort sterben jedes Jahr Korallen auf einer Fläche ab, die fast doppelt so groß ist wie die Stadt Berlin. Die Haupt-Ursachen des Massensterbens: Klimawandel und Umweltverschmutzung.

Bedrohte Naturschönheit: das Great Barrier Reef vor Australien© James Cook University/DPA

Im Indopazifik schrumpfen die Korallenriffe jährlich um 1554 Quadratkilometer oder ein Prozent, wie Forscher der US-Universität von North Carolina in Chapel Hill entdeckt haben. Die Verluste seien "viel weiter verbreitet und schlimmer als zuvor angenommen", erklärte der Wissenschaftler John Bruno, der die Untersuchung durchführte. Die jährlich verschwindende Fläche ist fast doppelt so groß wie Berlin.

Im Indopazifik, dem Gebiet von Indischem Ozean und Teilen des Pazifiks, liegen laut Bruno und Kollegen etwa 75 Prozent aller Korallenriffe der Welt. Nirgendwo sei auch die Vielfalt der Korallen größer als dort. Global sei die Zahl der riffbildenden Korallen seit Ende der 1960er Jahre auf die Hälfte zurückgegangen, berichtet das Team um Bruno in dem Online-Journal "PLoS ONE". Der Verlust der Korallen schreite weltweit doppelt so schnell voran wie der Abbau der Regenwälder, warnen die Meeresökologen.

Millionenverluste für Tourismus drohen

Als Ursachen des Verlusts sieht das Team Stressfaktoren wie erhöhte Meerestemperaturen infolge des Klimawandels, Krankheitserreger und Abwässer in Küstennähe sowie die Zerstörung der Riffe durch Fischernetze und Anker. "Die Korallenriffe im Indopazifik haben Hunderte von Jahren wirtschaftlich und kulturell eine wichtige Rolle gespielt. Wenn ihrem Sterben nicht bald Einhalt geboten wird, drohen der Fischerei und dem Tourismus Verluste in Millionenhöhe", warnen die Forscher.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bereits fast ein Drittel aller Korallen weltweit abgestorben, bis zum Jahr 2030 werden nach UN-Angaben vermutlich 60 Prozent unwiederbringlich verloren sein.

DPA/AP
 
 
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