HOME

Chevrolet Epica 2.5: Der Name macht es nicht allein

Neuer Name, neues Glück? Scheint so. Entgegen aller Unkenrufe hat Chevrolet kräftig an Verkäufen zugelegt, seit die Marke nicht mehr Daewoo heißt. Das neue Flaggschiff namens Epica soll dafür sorgen, dass es so bleibt.

Erfolg ist relativ. Wenn sich Günther Sommerlad, Geschäftsführer von Chevrolet Deutschland, über ein sattes Plus von 22 Prozent im Jahre 2005 freuen kann, dann bedeutet das in Zahlen ausgedrückt: Chevrolet hat hierzulande gut 20.000 Autos verkauft. Rund 25.000 sollen es in diesem Jahr werden. Und der Epica muss als Nachfolger des Evanda mit mindestens 1000 verkauften Einheiten seinen Teil dazu beitragen.

Denkbar ist das. Zwar basiert der Epica auf der gleichen Plattform wie sein Vorgänger - aber drum herum haben die koreanischen Designer ein durchaus modernes neues Kleid geschneidert. Herausgekommen ist ein "Allerweltsauto". Was keineswegs eine negative Wertung ist, sondern von Chevrolet so gewollt.

Der Reiz des Mittelmaßes

Der Epica, gebaut im Daewoo-Werk Bupyong rund 25 Kilometer westlich von Seoul, muss sich künftig auf über 90 Märkten rund um den Globus verkaufen. Allein in Europa soll es ihn in über 30 Ländern geben. Da bleibt nicht viel Raum für einen ausgeprägten (und womöglich polarisierenden) Charakter. Entsprechend gefällig kommt der Epica daher. Nicht richtig langweilig - aber auch nicht sonderlich aufregend. Brav halt. Mit einer Optik, die auf Koreaner ebenso gefällig wirkt wie auf Deutsche, Amerikaner - oder Osteuropäer. Denn nicht nach Deutschland sondern vor allem in die Ukraine und nach Russland wurden die meisten der nach Europa verschifften Evanda verkauft.

Ein Durchschnittstyp. Aber gewiss kein schlechter. Und ganz gewiss kein schlechtes Auto.

Keine Macken für wenig Geld

Im Gegenteil. Wenn man es emotionslos angeht, muss man anerkennen: So viel Auto bekommt man kaum woanders für sein Geld. Und erst recht nicht mit sechs Zylindern. Mit seinen großen und geschwungenen Klarglasscheinwerfern, den glatten Stoßfängern mit den integrierten Nebelscheinwerfern vorne, in den Seitenspiegeln integrierten Blinkern und dem wuchtigen Heck ist er vom Design her auf der Höhe der Zeit. Die keilförmig ansteigende Seitenlinie unterstreicht auch optisch den Anspruch des Epica, in der automobilen Mittelklasse mitzuspielen.

Auch innen ist der Epica ein Auto ohne Fehl und Tadel. Gut verarbeitet, aufgeräumt, komfortable Sitze mit gutem Seitenhalt und durchaus wertig anmutenden Materialien. Nicht der Luxus, von dem Chevrolet in seinem PR-Text spricht - aber angenehm und stimmig. Selbst das Radio (mit CD und MP3) ist ordentlich in die Mittelkonsole integriert und nicht - wie bei vielen Konkurrenten aus Korea - nachträglich in Europa reingepfropft. Das Platzangebot ist mittelklasse-üblich. Die Ellenbogen von Fahrer und Beifahrer kommen sich nicht ins Gehege und hinten haben auch größere Passagier ausreichend Raum für Kopf und Knie. Der Kofferraum bietet 480 Liter Stauraum - mehr als bei Audi A4 oder Mercedes C-Klasse und etwas weniger als etwa beim Ford Mondeo.

Nicht für Kurvendynamiker

Unter der Fronthaube arbeitet jeweils ein Reihen-Sechszylinder, wahlweise mit 2,0- oder 2,5-Litern. Wie sollen wir es formulieren? Am besten so: Beide Motoren passen zu den Fahrgewohnheiten der Zielgruppe, die Chevrolet in Westeuropa mit dem Epica anpeilt - "Ehepaare, die 50 Jahre oder älter sind und deren Kinder nicht mehr bei ihnen wohnen". Auf die Motoren übersetzt heißt das: Es sind leise, vibrationsarm laufende Aggregate, die für ein unkompliziertes und entspanntes Fahren taugen. Zum cruisen und reisen. Wer von den sechs Zylindern und einer nominalen Leistung von 115 kW/156 PS eine gewisse Sportlichkeit erwartet, der wird nachhaltig enttäuscht sein. 208 km/h Spitze und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,9 Sekunden sind nicht gerade üppig. Die serienmäßige Automatik raubt dem 2,5-Liter-Motor zudem noch den letzten Rest an Spritzigkeit.

Besser, man ordert gleich die kleine Motorisierung. Die hat nur zwölf PS weniger, aber zumindest in der Version mit Handschaltung auch keine wirklich schlechteren Fahrwerte: 207 km/h Spitze und 9,9 Sekunden von 0 auf 100. Dafür kommt man mit einem Liter Super weniger auf 100 Kilometer aus - und hat mehr Spaß am Fahren.

Gute Ausstattung

Die Ausstattung ist schon in der Basisversion recht üppig. Klimaanlage mit Innenraumfilter, elektrische Fensterheber vorne wie hinten, fernbedienbare Zentralverriegelung und Alarmanlage, Frontscheibenheizung und Wärmeschutzverglasung. Dazu sechs Airbags und geteilt umklappbare Rückbänke. Nichts, auf was man wirklich verzichten müsste. Für rund 2000 Euro mehr gibt es die LT-Ausstattung: Ledersitze, Tempomat, Parkhilfe - und ein Außenspiegel auf der Beifahrerseite, der bei Rückwärtsfahrt so weit nach unten klappt, dass man den Bordstein jederzeit im Blickfeld hat. Nur eines ist auch für Geld und gute Worte nicht zu haben: ESP. Den elektronischen Wächter kann Chevrolet erst Mitte 2007 im Epica liefern.

So oder so: Für ein vergleichbar ausgestattetes Auto, gar noch eines mit sechs Zylindern, zahlt man bei europäischen Herstellern nicht nur mehr, sondern deutlich mehr. Als 2.0 LS gibt es den Epica bereits ab 20.890 Euro. Ein VW Golf kostet - ausstattungsbereinigt - auch nicht weniger. Bietet aber weniger Platz. Und nur vier Zylinder.

Pressinform / PRESSINFORM

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.