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Fahrbericht: Mini John Cooper Works: Zwerg Rase

Was M für BMW, ist JCW für Mini. Der John Cooper Works holt die Rennsport-Technik der Mini Challenge auf die Straße. Der Giftzwerg macht soviel Spaß, dass man fast vergisst, sich über die Maxi-Preise zu ärgern.

Mit 120 Sachen jagt der Mini um die Rennstrecke. Das ESP ist ausgeschaltet, und der rote Kugelblitz driftet übermütig um die Kurven. "Bei einem richtigen Auto muss das Heck ein bisschen kommen", sagt Rauno Aaltonen und lässt den Mini John Cooper Works mit dem Hintern wackeln.

Aaltonen war einer der besten Rallye-Piloten der 60er Jahre, seine Siege auf dem Mini sind legendär. "Der alte Mini war mit 720 Kilo natürlich leichter und sehr handlich. Man konnte ihn prima in die Kurven hinein würgen, musste aber viel mehr korrigieren", erinnert sich der Rallye-Haudegen.

Rauno räumt den Fahrersitz und der Mini John Cooper Works zeigt auch uns seine Qualitäten: 211 Turbo-PS zerren gierig an den Vorderrädern, der Mini folgt jedem Lenkbefehl wie ein eifriger Rekrut. Die elektronisch gesteuerte Sperrfunktion für das Vorderachsdifferenzial sorgt dafür, dass beim Herausbeschleunigen aus der Kurve keine Antriebskräfte ungenutzt verpuffen.

Der Adrenalinschub lässt uns sogar die Abkühlrunde für die Bremsen vergessen, was den kräftig zupackenden, gelochten und genuteten Scheiben allerdings nichts ausmacht. Der Motor knistert erwartungsvoll und scheint ungeduldig auf die nächste Runde zu warten. "Es gibt eben kein schöneres Parfum als den Geruch verbrannten Gummis", meint Rauno Aaltonen.

Mit dem John Cooper Works (JCW) können sich Mini-Fans mehr als nur einen Hauch Rennsport auf die Straße holen. Der Motor ist identisch mit den Maschinen, die bei der Mini Challenge eingesetzt werden. "Der wesentliche Unterschied ist die Abgasanlage. Schließlich lieben die Zuschauer beim Rennsport die Geräuschkulisse", sagt Gerrit Kiesgen, Chef-Motorenentwickler bei Mini.

Das Schub-Blubbern

Für die Straßenversion musste die Lautstärke gedrosselt werden, doch eine bollernde Soundkulisse bringt der JCW trotzdem mit. "Wir nennen das die Schub-Blubber-Funktion", erklärt Kiesgen: "Bei modernen Motoren kommen Fehlzündungen des Kraftstoffes eigentlich nicht mehr vor. Man kann jedoch beim Gasgeben im Schubbetrieb bewusst Zündungen außer der Reihe einbauen und erzielt dadurch den blubbernden Sound", erklärt der Motorenentwickler.

Um dem 1,6 Liter großen Vierzylinder seine 211 PS zu entlocken, haben die Ingenieure an allen Ecken und Enden gefeilt. "Die Verdichtung wurde auf 10,0:1 abgesenkt, der Zylinderkopf und die Ventilsitzringe wurden verstärkt", zählt Kiesgen einige der Maßnahmen auf.

Mit Overboost entwickelt die bislang stärkste Mini-Maschine ein Drehmoment von 280 Newtonmetern ab 2000 Touren. Den Galopp von 0 auf 100 km/h schafft der JCW in 6,5 Sekunden (Clubman: 6,8 Sekunden), den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in 5,2 Sekunden (4. Gang).

Motorenentwickler Kiesgen geht davon aus, dass aufgeladene Motoren in einigen Jahren herkömmliche Saugmotoren verdrängen werden. Prinzipiell sei es auch vorstellbar, dass die kleinen Turbo-Benziner bei BMW-Modellen zum Einsatz kommen. Und am Ende ihrer Leistungsfähigkeit sind die Aggregate noch nicht: "Ein paar Kilowättchen mehr geht immer, wobei der Entwicklungsaufwand dafür allerdings ziemlich hoch wäre", sagt Kiesgen.

Open your Portemonnaie, please

Mit dem JCW wollen die Mini-Strategen nicht nur ein Sondermodell an den Start bringen. "Wir schaffen eine neue Sub-Marke", meint Markenchef Wolfgang Armbrecht. Nach Cooper und Clubman kommt im nächsten Jahr das Cabrio. JCW soll so etwas werden wie die M-Sparte für BMW: Leistungsspritzen mit Edel-Look.

Was die Preisgestaltung angeht, orientiert sich Mini am großen Bruder: Hohe Basispreise (27.700 Euro, Clubman 29.500 Euro) und obendrauf noch stolze Summen für Extras. Serienmäßig sind unter anderem Sportlederlenkrad, E-Fenster, CD-Radio, ESP, elektronisches Sperrdifferenzial und ein bisschen JCW-Zierrat wie Embleme und rot lackierte Bremssättel an Bord. Mehr anlegen muss man zum Beispiel für die schwarzen Zierstreifen auf der Haube, eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer oder einen abschaltbaren Beifahrer-Airbag.

An Frechheit grenzt, dass sich Mini bei einem dezidierten Sportmodell die sportliche Fahrwerksabstimmung mit 200 Euro extra bezahlten lässt. Will man noch spezielles JCW-Zubehör, wird es richtig teuer: Das Aerodynamikpaket haut mit 1580 Euro ins Kontor, ein Heckspoiler für den Clubman mit 260 Euro, Karbon-Außenspiegel mit 349 Euro – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Doch der Mini-Kunde scheint traditionell die bitteren Aufpreis-Kröten zu schlucken. 4500 Euro geben Käufer im Schnitt für Extras aus, verrät Markenchef Armbrecht. Im ersten Halbjahr 2008 wuchsen die Mini-Verkäufe um 18% auf 127.000 Autos, für das Gesamtjahr hat sich Mini ein Absatzziel von 240.000 Autos gesetzt. Geht doch.

Sebastian Viehmann, Mallorca / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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