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Fahrbericht: Peugeot Bipper 1.4 HDi 70: Löwenkurier

Adieu Kasten-Ente, Bonjour Bipper: Der kleine Peugeot ist ein praktischer Transporterzwerg im Knuddel-Look und der erste von drei baugleichen Brüdern. Fiat bringt den Fiorino auf den Markt, und Citroën findet Nemo.

Der alte Franzose staunt nicht schlecht, als plötzlich ein Peugeot Bipper neben seiner Citroën Acadiane auftaucht. Im Vergleich zu dem modernen Kleintransporter sieht seine fahrende Wellblechhütte natürlich alt aus. Doch genau wie Citroëns Kasten-Ente oder der Renault R4 ist wie die Acadiane eine Transporterlegende – robust, praktisch und günstig. Nun schickt sich der Bipper an, diese Autos zu beerben.

Er rundet Peugeots Nutzfahrzeugpalette nach unten ab. Neben Boxer, Expert, Partner und Bipper fehlt der Marke mit dem Löwen am Kühlergrill jetzt nur noch ein Pick-up. Doch den stellt der Chef des Nutzfahrzeug-Programms, Patrice Ramage, schon einmal indirekt in Aussicht: "Wir brauchen weitere Produkte, um international expandieren zu können."

Auch in Deutschland wächst der Nutzfahrzeugmarkt. Im Segment bis 5,9 Tonnen stiegen 2007 die Zulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. 2008 will Peugeot 1500 Bipper verkaufen und bei den leichten Nutzfahrzeugen einen Marktanteil von 4,2 Prozent erreichen.

Wer auf den Namen Bipper gekommen ist, weiß nur Gott in Frankreich. Selbst Peugeots Marketing-Leute werden bei dieser Frage etwas verlegen und holen wortreich aus: Der Name müsse eben auf "–er" enden - so wie Boxer, Partner oder – ähm – Expert. Bipper drücke irgendwie Robustheit aus, Kompetenz und Professionalität. Außerdem klinge es spontan und lebhaft. Und sympathisch. Irgendwie.

Fahrzeug zum Nutzen

Geschenkt. Wer sich ein Nutzfahrzeug kauft, der schaut nicht auf Namen. Er achtet auf Alltagstauglichkeit und geringe Kosten, so wie damals bei der Kasten-Ente oder der Acadiane. Im Bipper-Cockpit erstreckt sich eine triste Kunststofflandschaft vor dem Fahrer, die Sitze sind einfach, aber robust, und alles lässt sich im Schlaf bedienen. Viele kleine Ablagen schlucken allerlei Krimskrams, für den Kaffee in der Mittagspause stehen Becherhalter bereit. Ein Metallgitter trennt das Fahrerabteil vom Laderaum.

Für 119 Euro Aufpreis gibt es einen wandlungsfähigen Beifahrersitz: Die Lehne lässt sich komplett nach vorn umklappen, so dass eine Arbeitsfläche entsteht. Mit weiteren Handgriffen sinkt der komplette Sitz nach unten. So gibt es vom Beifahrerfußraum bis zur Heckklappe einen 2,5 Meter langen Korridor für Sperrgut. Zum Schutz des Fahrers lässt sich das Trenngitter dann Richtung Mittelkonsole umklappen.

Der Bipper schleppt eine maximale Nutzlast von 610 Kilogramm (ohne Fahrer) mit sich herum und hat ein Laderaumvolumen von 2,5 Kubikmetern. Mit versenktem Beifahrersitz kommen noch einmal 0,3 Kubikmeter dazu. Damit steht der Peugeot selbst im Vergleich zu solchen Modellen gut da, die von den Außenabmessungen her größer sind: Der Skoda Praktik schluckt 1,9 Kubikmeter, der Kangoo Rapid 2,75 Kubikmeter, und selbst der VW Caddy Kastenwagen bringt es "nur" auf 3,2 Kubikmeter. Ein Vorteil des Bipper sind die weit ausgestellten Radkästen, die innen beim Beladen nicht im Weg sind.

Bipper der Baumeister

Auch während der Fahrt präsentiert sich der Bipper als Nutfahrzeug, das vor allem funktionieren muss und den Fahrer nicht unbedingt verwöhnt. Die Fünfgangschaltung bewegt sich ziemlich teigig durch die Gänge, die Lenkung ist leichtgängig, aber bei schneller Fahrt nicht besonders präzise. Die Federung poltert bei kurzen harten Bodenwellen. Auf unbefestigten Straßen gleicht die Federung dafür die Schlaglöcher so gekonnt aus, dass auch der französische Weinbauer nicht um seine Flaschen fürchten muss.

Der 68 PS starke Diesel verbraucht im Durchschnitt nur 4,5 Liter (Werksangabe), erweist sich aber als zäher Geselle. Autobahnfahrten und Überholmanöver ziehen sich wie Kaugummi. In der City ist man aber flott unterwegs. Ab April gibt es als Alternative zur Fünfgangschaltung das automatisierte Schaltgetriebe 2-Tronic.

11.888 Euro inklusive Mehrwertsteuer sind für den 73 PS-Benziner fällig, das entspricht exakt dem Basispreis des Skoda Praktik. Mit dem Diesel kostet der Bipper 13.256 Euro. Die Ausstattung ist erwartungsgemäß karg. Außer Servolenkung und Digitaluhr ist wenig an Bord, was den Fahrer von der Arbeit ablenken könnte. Übersichtlich auch die Sicherheitsausstattung: Seitenairbags kosten extra, ESP gibt es nicht, vorne verzögern Scheibenbremsen und hinten wird getrommelt.

Die Extras kann der Bipper-Käufer einzeln oder gebündelt in verschiedenen Paketen ordern. So kostet zum Beispiel das „Baustellen-Paket“ 357 Euro und beinhaltet unter anderem abwaschbare Bodenbeläge, erhöhte Bodenfreiheit und ein Motorschutzblech. Lieferbar sind auch verschiedene Trennwände sowie verglaste Heck- oder Schiebetüren. Der Bipper wird in der Türkei gebaut und hat zwei baugleiche Zwillinge: Fiat schickt den Fiorino ins Rennen, Citroën den Nemo. Beide soll es auch als verglaste Kombi-Version geben.

Sebastian Viemann / pressinform / PRESSINFORM

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