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Jeep Grand Cherokee: Des Häuptlings neue Federn

Einst stand der stolze Indianer allein auf der weiten Prärie der Edel-Allradler. Inzwischen drängeln sich auf der früher endlose Weide mächtige Touaregs, forsche Cayennes, der wuchtige X5, die edle M-Klasse und die Modelle von Rover. Zeit für Jeep, sein Prachtross neu aufzuzäumen.

Von Gernot Kramper

"Jeep" - dieses Wort ist ein Schatz. Gleichbedeutend mit der Gattung "Geländewagen". Sein Klang ist rundum gut. Nicht nur Militaria-Experten leuchten die Augen angesichts eines Ur-Jeeps. Dabei ist ein Jeep nicht nur das Synonym für Offroader, seine Idee verkörpert zugleich die besseren Teile Amerikas. Den Traum der unbegrenzten Weite, den Geruch von Freiheit und Individualität und den Sinn eines gesunden Pragmatismus. Dieses in über sechzig Jahren gewachsene Image findet der Fahrer eines Grand Cherokee in seinem Fahrzeug wieder. Ein solider, kräftiger Wagen, mit unbestreitbaren Offroad-Fähigkeiten, der sich vor dem Konzertsaal genauso zu Hause fühlt wie in Wald und Wiese. Die neue Version hat die Macken des Vorgängers abgelegt. Mit ihr kann man nun auf amerikanische Art das Gelände erobern, ohne von den typischen Marotten amerikanischer Wagen enttäuscht zu werden.

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Tapfer schlägt das Schwabenherz

Die erste Ertüchtigungs-Maßnahme am Offroader mit dem Flair von Freiheit und Abenteuer kommt aus Schwaben. Unter der Haube wirkt der brandneue 3,0-Liter-V6-Commonrail-Turbodiesel von Mercedes-Benz. Mit dem Schwabenherz in der Brust braucht der Häuptling die Konkurrenz nicht zu fürchten, der bärenstarke Sechs-Zylinder leistet 218 PS und schiebt ein Drehmoment von 510 Newtonmeter auf die Welle. Dieses Kraftpaket stellt sich jeder Herausforderung auf dem Asphalt oder im Gelände und schnurrt dabei sanft wie ein Puma. Die Fahrzeugmasse von über zwei Tonnen kommt in neun Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Im Bereich der Höchstgeschwindigkeit wird der neue große Jeep nicht ganz mit der teueren Konkurrenz mithalten können, dafür fehlt ihm ein absenkbares Fahrwerk. Für normal veranlagte Fahrer, die keinen Wert darauf legen, mit einem Zwei-Tonnen-Ungetüm Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, sollte diese Einschränkung aber zu ertragen sein. Sie profitieren im Ernstfall mehr vom erstmals eingebauten ESP. Weniger schön, dass der Partikelfilter für den Diesel nur als Nachrüstung angeboten wird. Der Verbrauch soll etwa 10 Liter betragen. Die beiden Benziner werden da ganz anders zulangen. Top-Motor ist der neue 5,7-Liter-Hemi-V8, bekannt aus dem Chrysler 300C, er leistet 326 PS. Das Einstiegsmodell ist ein 4,7-Liter mit 231 PS. Mit 39.900 Euro beginnt der Ritt auf dem großen Häuptling. Für Privatkunden, die die Tankquittung selbst bezahlen müssen, dürfte der Preisvorteil schnell dahinschwinden, für sie sollte nur der Diesel (Preis mit Laredo-Ausstattung 42.900 Euro) von Interesse sein.

Kein Geschwabbel

Die Fahreigenschaften auf der Straße gaben beim Vorgänger immer wieder Anlass zur Kritik. Hier hat sich Entscheidendes getan. Die Lenkung des neuen Modells reagiert nicht ganz so präzise wie beim X5, aber bei weitem nicht schwammig. Der Fahrer merkt, dass er den Wagen auf breiten Pneus um die Kurven drückt und nicht in einem Sportwagen sitzt. Doch der Jeep folgt willig den Lenkimpulsen und hinterließ auch auf den anspruchsvollen Teststrecken der Toskana kein unangenehmes Gefühl. Vorher senkte sich der Grand Cherokee in Kurven manchmal bedenklich und neigte zum Schaukeln, auch das wurde abgestellt. Erstmals bekam der Grand Cherokee vorne eine Einzelradaufhängung spendiert. Sie ist für die verbesserten On-Road-Eigenschaften verantwortlich. Anstelle von "amerikanisch weich" kann man dem Ur-Amerikaner nun eine "europäische" Abstimmung attestieren. Trotzdem ist aus dem Weichfuß nicht umgekehrt ein brett-harter Schlammkracher geworden, der Wagen schluckt Unebenheiten und Wellen weg, ohne dass die Insassen leiden.

Kraftvoller Auftritt

Wie immer dominiert der Grill die Front des Grand Cherokee, die rundlichen Doppelscheinwerfer verbreitern sein markantes Gesicht. Optisch ist der neue vor allem ein Jeep, hier werden nicht irgendwelche Trends eingearbeitet, sondern der Ausdruck der klassischen Anmutung weiter geschärft. Eine längere Motorhaube und der verlängerte Radstand lassen den Wagen kraftvoller erscheinen. Insgesamt verzichtet der Grand Cherokee auf Unruhe durch ein allzu kompliziertes Spiel von Linien und Rundungen. Seine Formsprache setzt auf das Motto "wahr und klar". Die Seitenansicht des Grand Cherokee wird auch in der neuen Version von den traditionellen rechteckigen Radkästen bestimmt. Sie tragen die Wagenflanke, die ohne größere Sicken und Wölbungen auskommt, aber eine markante Rammschutzleiste aus Chrom trägt. John Sgalia, Direktor für Innen- und Außendesign, glaubt, dass man bestimmte Designelemente am Jeep nicht ändern darf, weil die Kunden sie erwarten und lieben. Das neue Blechkleid gibt ihm Recht.

So schön kann Kunststoff sein

Erfreuliches hat sich auch im Innenraum getan. Zunächst wurden die alten Fernsehsessel aus der Kabine geworfen. Sportlich und chic sieht der Ersatz aus, anstelle wulstiger Lederlappen erfreut das Gestühl mit klaren Formen von italienischer Eleganz. Die Sitze sind straff und bieten einen guten Seitenhalt. Die verwandten Kunststoffe wurden ebenfalls einer radikalen Wertsteigerung unterzogen. Die Zeiten, als es sensible Naturen vor der Berührung grauste, sind vorbei. Auch die klassischen Horror-Zonen etwa im Unterbau der Sitze müssen sich nun nicht mehr verstecken. Viel Platz hatte man im Grand Cherokee schon immer, nun kann man ihn auch genießen. In der Anmutung ist der große Jeep aber dennoch ein gut gebauter Landmann geblieben. Erinnert die M-Klasse innen mehr an eine Luxus-Karosse, wirkt der Jeep innen und außen so, als dürfe man ihn auch ruhig mal mit verschmutzten Stiefeln betreten. Kein Wagen für den Bauern auf dem Feld, aber eben auch kein Sensibelchen. Kräftig, kernig und doch elegant, diesen Eindruck nimmt man aus dem Fahrzeug mit.

All inklusive

Dazu passt es, dass für den Grand Cherokee kein Geländepaket extra geordert werden muss. Offroad Fähigkeiten sind Serie. In Europa stehen zwei neue permanente Allradsysteme zur Wahl. Das Basismodell 4.7 Laredo wird mit dem "Quadra-Trac II" ausgeliefert, es soll gute Traktion unter schwierigen Bedingungen garantieren, weil es das Durchdrehen der Räder verhindert.

Weit aufwändiger ist "Quadra-Drive-II-System" für die stärkeren Versionen. Mit seinen drei elektronisch gesteuerten Sperrdifferenzialen muss auch der Großstadtindianer keine Angst vor verschlammten Wegen haben. In einem Testparcours ("Der große Matsch für große Jungs") fräste sich das Testfahrzeug mühelos durch Schlammlöcher, Böschungen, Kuhlen und Gefälle, die ihn im wirklichen Leben kaum jemand zumuten wird. Zur Serie aller neuen Grand Cherokee gehören ABS, ESP, Traktionskontrolle, Reifendruck-Kontrollsystem und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Dazu kommen Klimaanlage, elektrisch verstellbare Vordersitze und ein Audio-CD-Player. In der Limited-Ausstattung werden eine komplette Lederausstattung, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Scheibenwischer mit Regensensor und eine aufwendige Audioanlage geboten.

Edel-Offroader mit dem Geschmack von Freiheit und Abenteuer

Die Entscheidung für einen Grand Cherokee fällt das Herz. Jemand, der sich nach einem BMW sehnt, wird den Jeep nicht in Erwägung ziehen und umgekehrt. Geschickt hat sich der Grand Cherokee zwischen den superedlen Luxusgeländewagen und den echten Nutztieren plaziert. Nachdem Fahrdynamik und Innenraumanmutung nun auf einem neuen Niveau angekommen sind, kann man der Stimme seines Herzens folgen, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?