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Legt BMW seinen 8er wieder auf?: Flucht nach oben

Es verhärten sich die Anzeichen, dass BMW sein zukünftiges 6er Coupé zum 8er aufsteigen lässt, um damit mehr Druck auf die S-Klasse-Familie von Mercedes zu machen.

BMW 8er Baureihe E31 (1989 bis 1999)

BMW 8er Baureihe E31 (1989 bis 1999)

Die übermächtige Mercedes S-Klasse ist den Konzernverantwortlichen am Münchner Petuelring seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. Das gilt mehr denn je, nachdem Mercedes sein einstiges S-Klasse-Pärchen aus normalem und langem Radstand innerhalb von drei Jahren zur erfolgreichen Großfamilie ausgebaut hat. Mittlerweile gibt es von der S-Klasse vier verschiedene Limousinenversionen bis hin zur besonders exklusiven Maybach-Variante sowie die emotionaleren Derivate von S-Klasse Coupé und S-Klasse Cabriolet. BMW und die internationale Konkurrenz von Audi, Lexus, Cadillac oder Porsche hat dem Luxusstreben der Stuttgarter derzeit nur wenig entgegenzusetzen, denn Mercedes greift mit seinem S-Klasse-Sextett längst Nobelmarken wie Bentley und Rolls-Royce an.

Flucht nach oben
BMW 8er Baureihe E31 (1989 bis 1999)

BMW 8er Baureihe E31 (1989 bis 1999)

Nachdem bei Audi hinter vorgehaltener Hand längst offen über besonders exklusive A8-Versionen mit XXL-Radstand nachgedacht wird, bleibt auch BMW nicht untätig. Die Bayern haben sich jüngst die Namensrechte an einer 8er-Baureihe (830i bis 860i) gesichert. Von 1989 bis 1999 boten die Münchner mit dem BMW 840 / 850 der Baureihe E31 eine luxuriöse Coupéalternative zu den Mercedes-Modellen. Der Erfolg der 8er-Baureihe blieb trotz Hightech-Ausstattung und kraftvoller Motoren bis hin zum V12 mit über 300 PS jedoch überschaubar. Das Image lag weit hinter dem von Mercedes SL oder dem mächtigen CL-Coupé zurück, von denen beide ebenfalls mit Zwölfzylindermotoren verfügbar waren. Einen besonders sportlichen BMW M8 gab es seinerzeit nur als knallrotes Einzelstück und trotz des Zwölfzylinders im 850 Ci / 850 CSI gelang es den Bayern nicht, um erfolgreich gegen Mercedes zu konkurrieren. Die überschaubare V12-Motorleistung von 300 PS wurde mit dem 850 CSi im Laufe der Jahre auf konkurrenzfähige 380 PS angehoben, während der Mercedes 600 CL mit bis zu 408 PS verfügbar war. Zudem gab es Luxus im Überfluss bis hin zu elektrischen Sitzen für die großzügig reisenden Fondpassagiere. Zudem blieb es beim 8er BMW jedoch bei der Coupévariante, da die Entwicklungs- und Produktionskosten zu hoch gewesen wären, seinerzeit eine offene Variante abzuleiten, die den fahrdynamischen Ansprüchen der Münchner genügte.

Aktuell bietet BMW mit der noch jungen 7er-Baureihe die modernste Luxuslimousine der Welt, die auf Augenhöhe mit der Mercedes S-Klasse das Segment anführt. Doch bei Coupé und Cabriolet ist BMW mit der allemal erfolgreichen 6er-Reihe mindestens eine Klasse darunter unterwegs. Die drei Karosserievarianten Coupé, Cabriolet und Gran Coupé des Sechsers basieren technisch auf dem kleineren und einfacheren 5er BMW, was gegen das Nobelpaket der Mercedes S-Klasse nicht reicht. Coupé und viersitziges Cabriolet aus Stuttgart sind klar als S-Klasse-Brüder zu erkennen. So gibt es Ausstattungen, die kaum Wünsche offenlassen, reisetauglichen Platz für vier Personen und potente Triebwerke mit sechs, acht und zwölf Zylindern sowie einem Leistungsspektrum von 367 bis 630 PS. Das allradgetriebene Mercedes S 400 4matic Coupé startet aktuell bei knapp 100.000 Euro, während ein komplett ausgestattetes Mercedes AMG S 65 Cabriolet weit über 250.000 Euro kostet und damit im bayrischen Rolls-Royce-Revier wildert.

Mit einer neuen 8er-Baureihe aus dem Werk Dingolfing könnte BMW sein Edelcoupé nach oben positionieren und so höhere Erträge realisieren, die Mercedes seit Jahren mit seinen Topmodellen einstreicht. Bleibt jedoch die Frage, ob die etwaige 8er-Baureihe technisch auf dem Ende des Jahres neu auf den Markt kommenden 5er BMW basiert oder den großen Schritt Richtung Siebener macht. Damit würde der Traum von BMW Gran Lusso Coupé Realität werden, der auf der Klassikveranstaltung Villa d\'Este am Comer See im Frühjahr 2013 als Einzelstück gezeigt wurde. Der 8er-Schriftzug am Heck allein macht jedoch noch keinen S-Klasse-Konkurrenten; dazu ist das schwäbische Sextett, was ab Mitte kommenden Jahres mit der Modellpflege eine neue Motorengeneration bekommt, einfach zu stark. Würde BMW seinen Ende des Jahrzehnts eingestellten 8er 2019 / 2020 wiederbeleben, würde das technische Paket, das der neue 5er bietet, wohl an seine Grenzen kommen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.