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Mercedes E-Klasse: Hightech-Limousine mit Schönheitsfehlern

Rost, Rügen, Rückrufaktionen. Mit der E-Klasse lief es bei Mercedes in der Vergangenheit nicht immer glatt. Ab Ende März steht die neue Version beim Händler und soll durch Hightech und Komfort beim Kunden punkten. Einige Schönheitsfehler bleiben.

Von Michael Specht

Auto-Manager sind minutiös durchgetaktet. Thomas Weber, Vorstand Entwicklung Mercedes-Benz, merkt man diesen Zeitdruck aber nicht an, obwohl sein Chauffeur schon in der Tür steht und unmissverständliche Zeichen gibt. Locker, in dunklem Anzug, weißem Hemd und ohne Krawatte plaudert der Mercedes-Mann noch mit den Gästen. Weber ist für ein paar Stunden nach Madrid eingeflogen, um hier nicht nur sein jüngstes "Baby", die neue Mercedes E-Klasse vorzustellen, sondern auch um zu erfahren, welche Eindrücke die Fachjournalisten von der ersten Testfahrt mitbringen.

Schließlich weiß keiner besser als Weber, wie enorm wichtig die Oberklassen-Limousine im Konzern ist und das Wohl der Marke von ihr abhängt. Die E-Klasse gilt als größter Ertragsbringer im Mercedes-Portfolio. Analysten schätzen, dass sie rund 25 Prozent des gesamten Mercedes-Gewinns einfährt. Vom Vorgänger sind seit 2002 über 1,3 Millionen Einheiten produziert worden.

Schon über 40.000 Bestellungen

Damit dies auch in Zukunft so gut läuft - vergangenes Jahr musste das klassische Limousinen-Segment in Deutschland einen Zulassungsrückgang von über 18 Prozent hinnehmen - ziehen die Stuttgarter Autobauer alle Register ihres Könnens. Das passende Motto liefert Weber gleich mit: "Mit Innovationen gegen die Rezession". Die E-Klasse ist bis unters Dach vollgestopft mit Hightech. Vor allem beim Thema Sicherheit und Komfort, aber auch bei Qualität und Verbrauch soll die E-Klasse punkten und abgewanderte Kunden zurückholen sowie neue gewinnen.

Die Rechnung scheint aufzugehen - zumindest für dieses Jahr. Wie groß der Vertrauen der Kunden in den Stuttgarter Stern ist, zeigt die Zahl der Ordereingänge. "Seit Verkaufsfreigabe am 12. Januar haben wir bereits über 40.000 Bestellungen, so viel wie bei keinem anderen Mercedes-Modell zuvor", sagt Produkt-Manager Bernd Stegmann. Gefahren hat das Auto jedoch noch keiner. Erst Ende März steht es beim Händler.

Unübertroffener Fahrkomfort

Mindestens 41.590 Euro und 50 Cent sind nötig, um die neue E-Klasse sein Eigen zu nennen. Dafür gibt es jenes Modell, vom dem Mercedes ausgeht, es am meisten zu verkaufen: den E 220 CDI mit Vierzylinder-Diesel und 170 PS. Dessen moderner Direkteinspritzer soll laut EU-Zyklus durchschnittlich nur 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Ein sehr ambitionierter Wert. Denn während der ersten Testrunden mit durchaus zurückhaltendem Gasfuß zeigte der Bordcomputer meist eine Acht vor dem Komma an.

Unübertroffen aber bleibt der Fahrkomfort. Hier demonstriert die E-Klasse noch immer ihr großes Talent als geschmeidige Reiselimousine. Viel souveräner kann man Asphalt nicht unter die Räder nehmen. So gut wie alle Geräusche bleiben draußen, auch bei hohem Tempo ist es angenehm leise, egal, ob unter der Haube ein Benziner- oder Dieselherz schlägt. Zum Wohlbefinden tragen auch die hervorragenden Sitze, die durchdachte Bedienung und die hohe Qualität im Innenraum bei. Mercedes-Menschen werden sich sofort zu Hause fühlen, Neueinsteiger kommen intuitiv und schnell mit der E-Klasse zurecht.

Auch in Sachen Sicherheit will Mercedes "neue Maßstäbe setzen". Dafür rekrutiert der Entwicklungsleiter Ulrich Mellinghoff eine ganze Armada an elektronischen Assistenzsystemen, die die E-Klasse zum "denkenden Partner" machen sollen. "In keiner anderen Limousine der Welt sind die Insassen sicherer aufgehoben als in der neuen E-Klasse," sagt Mellinghoff. Serienmäßig kontrollieren Sensoren, ob der Fahrer müde wird. Weichen dessen Lenkbewegungen zu sehr von der Normalität ab, erscheint im Display das Symbol einer heißen Tasse Kaffee, der Aufforderung, eine Pause einzulegen. Gegen Aufpreis leuchtet ein intelligentes Licht stets die Straße optimal aus, kontrollieren Sensoren den Toten Winkel, halten das Auto korrekt in der Spur, lesen Temposchilder und erkennen nachts Menschen weit vor dem Scheinwerferkegel. Zu guter Letzt hält die E-Klasse mittels Radar den genauen Abstand zum Vordermann und - ist ein Crash unvermeidbar - wird 0,6 Sekunden zuvor automatisch eine Vollbremsung ausgelöst.

Kritikpunkte bleiben

Einzigartige Innovationen sind diese Features jedoch nicht. Auch Jaguar, BMW, Volvo, Opel oder Lexus bieten derartige Systeme an, nur nicht in dieser gebündelten Form. Ein wenig Kritik muss sich das Stuttgarter Oberklassen-Modell auch auf der Antriebsseite gefallen lassen. Noch immer gibt es kein Doppelkupplungsgetriebe beim Daimler, die manuelle Sechsgangschaltung wird in ihrer Bedienung nicht dem Premiumanspruch gerecht und das Volumenmodell E 220 CDI ist bis zum Herbst nur mit einer Fünfgang-Automatik (Aufpreis 2201,50 Euro) lieferbar. Auch ein Start-Stopp-System lässt auf sich warten. Frühestens im September wird das Basismodell E 200 CGI BlueEfficiency mit dem Sprit-Sparer ausgestattet. Mercedes verspricht für den neuen Turbo-Vierzylinder dann einen Verbrauch von 6,8 Liter bei einer Leistung von 184 PS. Die Vorgängerversion schluckte noch 8,2 Liter.

Ende 2010 soll beim Durchschnittsverbrauch sogar eine vier vor dem Komma stehen und die E-Klasse so zur weltweit sparsamsten Business-Limousine machen. Unter der Haube des E 300 BlueHybrid verrichten dann ein Diesel und ein Elektromotor gemeinsam ihren Dienst.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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