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Nissan e-NV200: Für Handwerker mit Stromanschluss

Aus dem Leaf macht Nissan mun auch andere Modelle. Für Gewerbe gibt es den Transporter e-NV200 mit Stromatrieb.

Es ist ein bisschen wie "Zurück in die Zukunft": Mit dem e-NV200 bietet Nissan ab dem Sommer einen elektrisch angetriebenen Lieferwagen und Kombi für den Nahbereich an. Die Idee hinter dem Stromer, der technisch weitgehend auf dem Leaf basiert, ist nicht gerade neu. Die elektrisch angetriebenen "milk floats" etwa lieferten früher in Großbritannien und den USA jeden Morgen die Milchflaschen vor die Haustür. Vor allem auf der Insel waren einige Zehntausend dieser Wagen in Betrieb. In Deutschland produzierte 1956 unter anderem die Auto Union Elektrofahrzeuge auf Basis des DKW-Schnelllasters. Sie wurden zum Beispiel von Elektrizitätswerken genutzt.

"Die meisten Vans legen am Tag nie mehr als 100 Kilometer zurück," berichtet Jean Pierre Diernaz, bei Nissan Europa verantwortlich für die Elektrofahrzeug-Sparte, von den Untersuchungen und bisherigen Feldversuchen mit den Vorserienfahrzeugen des e-NV200. Der ist bislang vor allem in der Paketauslieferung, als Taxi und als Werkstattwagen für Elektrizitätswerke in England gelaufen. Den Markt sieht man bei Nissan allerdings deutlich größer: Vom Hotelshuttle bis zum Kurierdienst, der damit selbst dahin kommen könnte, wo kein Benziner mehr hin darf.

Der e-NV200 entspricht rein äußerlich erst einmal weitgehend seinem herkömmlich per Verbrennungsmotor angetriebenen Bruder. Mit 4,56 Metern ist er gerade mal so lang wie die aktuelle Kombi-Version des VW Golf. Während der jedoch auch bei umgelegten Sitzbänken gerade mal 1620 Liter Ladung unterbringt, ist der Nissan in der Version als Kastenwagen für 4,2 Kubikmeter gut. Die Grundfläche reicht dabei für zwei genormte Europaletten und eine Nutzlast von bis zu 770 Kilogramm. Selbst als Kombi mit fünf Sitzen und Seitenfenstern sind noch 2.270 Liter Gepäck unterzubringen. Der Laderaum selbst ist dabei bestens zugänglich - dank zweier Schiebetüren an den Seiten und einer großen Hecköffnung mit niedriger Ladekante, die entweder durch eine hochschwingende Heckklappe oder durch zwei asymmetrische, nach links und rechts schwenkende Seitentüren verschließbar ist.

Unter dem robusten Blechkleid steckt im e-NV200 vor allem die Elektrotechnik des Nissan Leaf, von dem Nissan mittlerweile weltweit gut über 110.000 Exemplare verkauft hat. Entsprechend sind die Fahr- und Reichweitenwerte des Transporters. Die Reichweite des schwereren e-NV200 gibt Nissan pro Akkuladung mit bis zu 170 Kilometer an, nur 20 Kilometer weniger als beim Leaf. Wenn der 1,5 Tonnen schwere Transporter lossurrt, schafft er es unterbrechungsfrei in rund 14 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 (Leaf: 11,5 Sekunden). Das maximale Drehmoment von 254 Nm liegt wie üblich ab der ersten Umdrehung an und sorgt für ein fast schon sportliches Beschleunigungsgefühl. Bei 123 km/h wird automatisch abgeregelt - mehr als genug für Stadtautobahn oder Landstraße. Der Elektromotor liefert 80 kW/109 PS an die Vorderachse.

Typisch Lieferwagen

Der in Spanien gebaute NV200 gehört zwar nicht unbedingt zum Premiumsegment der Kleintransporter - muss er in seiner Rolle als vornehmliches Arbeitstier aber auch nicht. Armaturenbrett und Seitenverkleidungen in grauem Hartplastik wirken nicht gerade anheimelnd - sind dafür aber robust genug auch für einen rauen Arbeitsalltag. Ein Nutzfahrzeug eben. Die Stoffsitze bieten genügend Platz und Seitenhalt, lassen sich im Kombi etwas weiter zurück schieben als im Transporter, dessen Laderaum mit einer massiven Wand abgetrennt ist. Das Lenkrad ist in der Neigung verstellbar - die Sitzposition für Pkw-Fahrer dennoch erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Die Instrumente selbst sind eine etwas weniger verspielte Version der Leaf-Anzeigen. Der aktuelle Ladezustand des Akkus wird angezeigt, dazu die geschätzte Ladezeit. Auf Wunsch verrät der Bordcomputer detaillierter, wer wo gerade Strom abzieht oder liefert. Über den Gangwahlhebel lässt sich wie beim Leaf ein Modus einstellen, in dem der NV200 - etwa bei Bergabfahren - stärker über den Motor abbremst und so mehr Verzögerungsenergie in den Akku zurückspeist. Eine Eco-Taste senkt den Stromdurst verschiedener Verbraucher zusätzlich und erhöht noch einmal die Reichweite.

Fahren lässt sich der e-NV200 - nun ja, wie ein Kleintransporter eben. Er wuselt agil durch den Stadtverkehr, die großen Außenspiegel liefern eine gute Sicht nach hinten, beim Rückwärtsfahren sorgt eine Kamera für den ungestörten Blick nach hinten und auch ansonsten ist die Übersichtlichkeit gut. Die Lenkung reagiert leichtgängig und direkt genug, um in der Stadt unangestrengt zu rangieren. Die Federung (Starrachse mit Blattfedern hinten) ist zum Teil etwas rumpelig und hart ausgelegt, wird mit Ladegut im Heck aber zunehmend angenehmer. Höchst angenehm der - wegen im Unterboden verbauter Lithium-Ionen-Akkus - niedrige und ruhige Schwerpunkt, der auch dafür sorgt, dass sich Wankbewegungen der Karosserie in Grenzen halten. Eine Wohltat der elektrischen Art: Die Ruhe beim Fahren. Zu vernehmen ist leise das Sirren des Motors und bei zunehmender Geschwindigkeit nur noch Fahrtwind und Abrollgeräusche.

Günstig nur unter besonderen Umständen

Das Auffrischen des Akkus dauert - je nach Ladestation - unterschiedlich lange. Über Nacht an der Haushaltssteckdose sind es schon mal durchaus zehn Stunden Regenerationszeit. Gut vier Stunden sind an einer 32-Ampere-Ladestation nötig. Deutlich schneller geht es an der Nissan eigenen Ladestation mit 50 kW-Hochspannungs-Gleichstrom. Dann hat ein leerer Akku nach einer halben Stunde zumindest wieder 80% seiner Kapazität erreicht. Neben den im Vergleich zum Verbrenner deutlich geringeren Energiekosten rechnet Nissan aber auch noch eine weitere Kostenersparnis vor: Weil der Stromer weniger bewegliche Teile braucht, ist auch der Verschleiß geringer - macht im Vergleich zu einem herkömmlichen Transporter 40% weniger Wartungskosten.

Billig ist das Herumstromern mit dem Nissan e-NV200 trotzdem nicht gerade. Aber mit spitzem Stift gerechnet für so manchen Betrieb durchaus ökonomisch - erst recht, wenn man so wie in London um eine City-Maut herum kommt oder überhaupt nur elektrisch in die Innenstadt darf, wie beim Smogalarm 2013 in Paris. Die deutlich kleineren Mitbewerber liegen preislich auf etwa gleichem Niveau. Als Kombi kostet das Einstiegsmodell des e-NV200 25.058 Euro. Netto. Wer die Batterie extra mietet (zwischen 73 und 149,94 Euro im Monat), der muss immer noch 20.000 Euro zahlen. Mit Verbrennungsmotor kostet der NV200 ab 13.550 Euro.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.