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Opel holt OnStar nach Europa: Blitz mit Sternchen

Opel vernetzt ab Herbst seine gesamte Fahrzeugflotte mit dem Telematikdienst OnStar. Concierge-Service, Routenführung, WLan sowie Hilfe bei Unfall und Diebstahl gibt es so erstmals in der europäischen Volumenklasse.

Das Markendoppelpack aus BMW und MINI hat mit seinen Connected-Systemen in den vergangenen Jahren mächtig abgeräumt. Echtzeit-Navigation, Hotelbuchungen oder Hilfe bei einem Unfall - eine fest im Auto verbaute SIM-Karte stellte im Fall der Fälle den Kontakt zu einer Telefonzentrale her oder ließ die Insassen im Innern eines BMW im Web surfen oder im Mini auf Twitter die neuesten Einträge der Freunde verfolgen. Nachdem ähnliche Dienste mittlerweile auch bei anderen Premiumherstellern im Auto verfügbar sind, zieht ab Herbst mit Opel erstmals ein Volumenhersteller nach. OnStar heißt das Zauberwort, das an sich alles andere als neu ist. In den USA ist der Telematik- und Hilfsdienst bereits seit Mitte der 90er Jahre in Fahrzeugen von General Motors auf dem Markt.

Opel holt OnStar nach Europa: Blitz mit Sternchen
OnStar - seit 1996 in den USA auf dem Markt

OnStar - seit 1996 in den USA auf dem Markt

"Der Kunde will heute überall vernetzt sein", erklärt Alicia Boler-Davis aus der Kundenbetreuung von OnStar, "bei uns in den USA gibt es OnStar schon seit vielen Jahren. Wir können damit unter anderem Autos diagnostizieren und jederzeit Updates aufspielen." Das System ist im Auto allein ein drei zusätzlichen Knöpfen am Innenspiegel zu erkennen. Mit dem so genannten "Blue Button" und einer fest verbauten Sim-Karte können Insassen jederzeit Kontakt zu einer der OnStar-Zentralen aufnehmen. Die größte ihrer Art für Amerika befindet sich in Warren, rund 15 Minuten vom GM-Firmensitz in Detroit entfernt. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr arbeiten hier zeitgleich bis zu 700 Personen in einem der drei US-Callcenter daran, die Wünsche der Kunden zu erfüllen.

"Wir haben aktuell mehr als sechs Millionen Kunden", sagt Alicia Boler-Davis, "nachdem wir 1996 in den USA begonnen haben, wurde der Service 2010 in China und 2013 in Mexiko gelauncht. Jetzt kommt Europa dran." Die Mitarbeiter in den Callcentern haben mit Kundenanfragen über den Blue Button oder Unfälle, bei denen sich bei einer Airbag-Auslösung automatisch die OnStar-Zentrale zuschaltet, alle Hände voll zu tun. Allein im Februar 2015 gab es über elf Millionen Transaktionen vom rechten Weg zum neuen Restaurant, über eine Ausweichroute nach Miami über Unfälle jeglicher Art bis hin zu Hotelanfragen. Wer unsicher ist, ob er den Wagen verschlossen hat, kann dies über OnStar ebenso checken, wie den Wagen öffnen lassen, wenn er den Schlüssel im Auto vergessen hat. Fehlt der Überblick auf dem unübersichtlichen Großparkplatz oder im Parkhaus, können über die Hotline die Hupe oder die Scheinwerfer des Autos betätigt werden. Wer will, kann außerhalb des Autos zudem über eine App um Hilfe bitten. Ist das Auto entwendet, kann über die Wegfahrsperre aktiviert werden.

Die amerikanischen OnStar-Dienste werden ab Herbst weitgehend auf den europäischen Markt übertragen. Das erste Modell, das OnStar als aufpreispflichtiges Extra bekommen wird, ist der neue Opel Astra. Bis Mitte 2016 soll der Telematikdienst dann sukzessive in alle Modelle mit dem Blitz einfließen. "Bei uns wird es jedoch kein Top-Down von oben nach unten in die Modelle geben", unterstreicht Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, "OnStar wird vom Karl bis zum Insignia bei allen Modellen verfügbar sein." Besonders viel verspricht sich Neumann nicht nur von den verschiedenen Dienstleistungen, sondern dem WLan-Hotspot in UMTS-Geschwindigkeit, den das Paket in Europa beinhalten wird. Bis zu sieben Geräte können im Innern des Autos so an den Datenturbo der Funkwabe verbunden werden.

Doch der Kunde kann mit den Funktionen nicht nur die rechte Route finden, Supermärkte ausfindig machen oder Tipps für das beste Restaurant in der Umgebung bekommen. Wenn etwas mit dem eigenen Auto nicht stimmt oder Kontrollleuchten flackern, kann die mehrsprachige OnStar-Zentrale, die im britischen Luton untergebracht sein wird, für Aufklärung sorgen oder Kontakt mit der nächsten Opel-Werkstatt aufnehmen. Gerade bei Unfällen hat der amerikanische Telematikdienst in den vergangenen 20 Jahren wertvolle Dienste geliefert. "Es gibt viele, die nicht mehr leben würden, wenn es OnStar nicht geben würde", sagt Terry Inch, Leiter der OnStar-Zentrale, "damals, als wir es 1995 einführten, gab es den Begriff Telematik noch gar nicht. Im ersten Jahr hatten wir gerade einmal 3.600 Anfragen. Das machen wir heute in 15 Minuten." Geleitet werden die Dienste aus der Kommandozentrale im zwölften Stock der GM-Zentrale im Renaissance Center, dem Wahrzeichen von Detroit.

Was die Kosten für OnStar nach einer einjährigen kostenlosen Testphase angeht, hält sich Opel noch zurück. In den USA ist der Service kein günstiges Vergnügen. In den USA werden aktuell drei Pakete zwischen 20 und 35 Dollar monatlich angeboten, wobei die kompletten Dienstleistungen nur im Premiumpaket enthalten sind. Den WLan-Dienst lässt sich General Motors - je nach Datenvolumen - nochmals ab fünf Dollar monatlich bezahlen. In Europa dürfte es jedoch schon durch die kleineren Fahrzeugklassen deutlich günstiger werden. BMW bietet seinen umfänglichen Connected Service in den ersten drei Jahren nach dem Autokauf kostenlos an; danach für rund 250 Euro im Jahr. Fest steht, dass die OnStar-Technik zumindest ab den mittleren Ausstattungsvarianten der Opel-Modelle serienmäßig an Bord sein wird und nur die monatlichen Kosten anfallen, die nach den ersten zwölf Monaten bei rund 20 Euro liegen könnten.

Wer manische Angst um seine Privatsphäre hat, kann bei dem europäischen OnStar-Service einen Privacy-Button drücken und rollt unerkannt durch die Landschaft; muss dann jedoch auf lokale Dienste verzichten. In China wird der Dienst im Übrigen völlig anders als in den USA genutzt. "Die chinesischen Kunden drücken den blauen Knopf vier bis fünfmal so oft wie die in den USA", sagt Terry Inch und wartet ab, wie sich Europa entwickelt.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.