Saturn Aura Green Line Vectra auf Abwegen


Wohl kein Vectra kann von sich behaupten, eine sonderliche Aura zu besitzen. In den USA will GM dem Mittelklasse-Opel nun wenigsten vom Namen her eine verschaffen - unter dem Dach der Konzernmarke Saturn.

Für viele war die Überraschung komplett: In den USA wurde der Saturn Aura jüngst zum Auto des Jahres gewählt. Auf Plakatwänden und in Radiospots heißt es nur "some nice guys finish first" - einige nette Burschen kommen einfach früher ans Ziel. Genauer besehen ist die Überraschung aber keine: In der gesichtslosen US-Mittelklasse ist der Aura ein echtes Statement - insbesondere, weil GM seinem Hoffnungsträger nicht nur ein sehenswertes Äußere sondern auch innovative Hybridtechnik verpasst hat.

Einmal mehr schaut der europäische Ableger Opel dabei in die Röhre. "General Motors hat Mild Hybrids auf dem Markt und wird schon bald Vollhybriden mit Two-Mode-Technik anbieten. Wir haben Technik im Konzern und bringen sie dort auf den Markt, wo es am meisten Sinn macht", erklärt Roger Johansson, Vice President GME Powertrain. Und meint damit nicht Europa: "Dort gibt es derzeit Technologien, die dieselben Resultate bringen, aber weniger kosten."

General Motors will zukünftig mehr Weltautos verkaufen. Heißt: Mehr nahezu identische Fahrzeuge, die mit wenigen aufwendigen Anpassungen auf möglichst vielen Märkten in Umlauf gebracht werden sollen.

Erwartungen an den Vectra sind groß

Zu nennen sind dabei nicht nur der Opel Antara, der unter anderem als Saturn Vue und Chevrolet Captiva zu haben ist, sondern auch der aktuelle Astra, der GT - oder eben der Aura. Mit seinem wenig eleganten Design tut sich der Opel Vectra nicht nur in Deutschland schwer und schaffte es - trotz unbestrittener Qualitäten - nicht zu Ruhm, Ehre und guten Verkaufszahlen. Groß sind in der Europazentrale Zürich und in Rüsselsheim daher die Erwartungen an den Vectra-Nachfolger, der auf der Frankfurter IAA als Studie seine Premiere feiern wird und im kommenden Frühjahr in den Handel kommen soll.

Der neue Saturn Aura zeigt in den USA deutliche Designelemente der aktuellen Opel-Modelle. Die Front als Mischung zwischen Vectra und Astra ist dabei ebenso sehenswert wie die schmucke Rückansicht, die ihren europäischen Designeinfluss keinesfalls übertünchen will. Schließlich spielt man beim US-Marketing des Aura insbesondere auch die Europakarte aus, die für Design und Fahrspaß steht.

Viel wichtiger noch: In den USA ist der Saturn Aura Green Line besonders als leichte Hybridversion eine interessante und sehr preisgünstige Alternative. Anders als die Toyota-Konkurrenz Prius und Camry sowie der Nissan Altima ist der gerade mal 22.695 US-Dollar teure Aura kein Vollhybrid, sondern setzt gemäßigt auf die Kraft der zwei Herzen.

Intelligente Start-Stopp-Technik

Unter der Haube des Aura Green Line übernimmt ein wenig durchzugsstarker und geradezu unwilliger Vierzylinder mit 2,4 Litern Hubraum die Hauptarbeit. Von den 122 kW/164 PS und 215 Nm Drehmoment spürt man wenig. Unterstützt wird der Vierventiler von einer intelligenten Start-Stopp-Automatik und einem regenerativen Bremssystem ähnlich dem des 1er BMW.

Muss man im Innenstadtverkehr oder an einer Ampel halten, schaltet sich der Motor bei Stillstand und gedrücktem Bremspedal aus. Löst man die Fußbremse, startet der Motor in Sekundenbruchteilen und kaum spürbar wieder.

Im Gegensatz zu anderen Hybridfahrzeugen kann der Saturn Aura jedoch nicht alleine mit elektrischer Energie bewegt werden. Vielmehr unterstützt das Elektromodul den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen und Starten. So werden im Innenstadtbetrieb bis zu 0,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern eingespart. Weitere Einsparungen bringen die elektrische Servolenkung und die regenerativen Bremsen, die den hinter den Rücksitzen befindlichen Akku speisen. Ob gespart wird oder nicht, darüber informiert kein großer Bildschirm sondern nur eine grüne Eco-Leuchte und eine Analoguhr.

Zu neuen Ehren

Neu ist das Start-Stopp-System nicht gerade. Doch in Europa kommt es gerade bei verschiedenen Marken wie BMW und Citroen zu neuen Ehren.

So alt wie die Idee des Start-Stopp-Systems scheint auch das Automatikgetriebe des Saturn. Die Kraftübertragung an die Vorderachse erfolgt über eine prähistorische Viergang-Automatik, die dem ohnehin schwächlichen Vierzylinder die letzte Dynamik raubt. Die bessere Sechsgang-Automatik bleibt dem Topmodel mit einem 3,6 Liter großem Sechszylinder vorbehalten.

Die Höchstgeschwindigkeit des Saturn Aura Hybrid liegt bei knapp 190 km/h. Nach europäischen Maßstäben liegt der Durchschnittsverbrauch zwischen 6,7 und 8,4 Litern auf 100 Kilometer. Dank des 75 Liter großen Tanks sind Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometer durchaus möglich.

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