HOME

Sichere Reise im Elektromobil: Schluss mit Ladefrust

Mit dem Wandel zur Elektromobilität steigt auch der Bedarf an Elektrozapfsäulen. Deswegen wollen die Autobauer ein dichtes Netz aus Ladestationen knüpfen. Mit dem Vorhaben sind sie nicht alleine, der Kampf um die besten Standorte hat bereits begonnen.

Innogy ist eine Tochtergesellschaft von RWE

Innogy ist eine Tochtergesellschaft von RWE

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. In den nächsten Jahren lassen alle großen Automobilhersteller ihren Worten Taten folgen und bringen reine Elektromobile mit Norm-Reichweiten von mehr als 400 Kilometern auf den Markt. Auf dem Papier liest sich das alles hervorragend, doch die realen Distanzen, die mit diesen Fahrzeugen zurückgelegt werden können, sind deutlich geringer. Also muss man bei einer längeren Reise die Batterien einmal mindestens nachladen.

Schluss mit Ladefrust
Innogy ist eine Tochtergesellschaft von RWE

Innogy ist eine Tochtergesellschaft von RWE

Dafür versprechen die Hersteller, dass mit Hilfe von Schnellladestationen innerhalb kurzer Zeit die Akkus wieder im Saft stehen. Doch das hilft alles nichts, wenn die Ladestationen alle besetzt sind und der sympathische Stromer-Fan seine Essens-Ladepause noch um eine Zigarettenlänge ergänzt. Dann erreicht die Standzeit schnell Dimensionen, die jenseits einer Stunde liegen. Das zeigt nur eines: Mit der wachsenden Anzahl von reinrassigen Elektromobilen wird die Anzahl der verfügbaren und frei zugänglichen Ladestationen immer wichtiger, sonst erleidet die Elektromobilität einen Kurzschluss.

Das sehen auch die Autobauer so. Die Frage ist, wer für die Elektrozapfsäulen aufkommen muss. PSA-Chef Carlos Tavares forderte unlängst, dass die Staaten der EU für die Errichtung der Ladestationen sorgen, schließlich seien es die Länder, die die Elektromobilität forcieren. Doch nicht jeder Automobilhersteller will sich auf den guten Willen der Politik verlassen. BMW, Daimler, Ford sowie der Volkswagen-Konzern mit Audi und Porsche haben sich zu "Ionity" mit dem Ziel zusammengeschlossen, bis zum Jahr 2020 rund 400 neue Schnellladestationen entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa zu installieren. Damit das ehrgeizige Ziel auch gelingt, wurden bereits Partnerschaften mit Shell, OMV, Tank & Rast sowie Circle K geschlossen, was für die Abdeckung von rund 200 Elektro-Zapfsäulen sorgt. Auch nach Österreich und die Schweiz hat das Konsortium die Fühler ausgestreckt und bereits erste Kooperation in trockene Tücher gebracht.

Durch diese Schnelllader soll eine Batterie innerhalb von 15 Minuten etwa zu 80 Prozent gefüllt sein und so eines der größten Hindernisse der Elektromobilität ausräumen. Dennoch dürfte das nicht reichen, sobald sich immer mehr Autofahrer für ein Elektromobil entscheiden. Schätzungen zufolge, müssten alleine in Deutschland mehrere tausend solcher Auflade-Möglichkeiten installiert sein, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Damit sich der Betrieb der E-Zapfsäulen für die Betreiber auch rechnet, hat das Ringen um die besten und damit lohnensten Standorte entlang der Autobahnen bereits begonnen. Zumal Kunden voraussichtlich für das schnelle Laden mit Leistungen von mindestens 150 Kilowatt bis zu 350 Kilowatt und der damit verkürzten Standzeit auch höhere Preise bezahlen werden. Ähnlich den Benzinkosten bei den Tankstellen entlang der Autobahnen heutzutage. Vermutlich wird es auch in Zukunft, die Möglichkeit des Ausweichens auf sogenannte "Autohöfe" geben, die etwas abseits der Schnellstraßen liegen.

Doch die Protagonisten von Ionity sind nicht die Einzigen, die Elektrozapfsäulen quer durch Europa planen. Neben den großen Energieversorgern, wie Eon, EnBW oder RWE (mit der Tochter Innogy) stehen Start-ups, wie Fastned in den Startlöchern, um das Netz der Ladestationen enger zu knüpfen. Die Niederländer sind im Heimatland schon stark vertreten und wollen auch in Deutschland durchstarten. Weitere Unternehmen, die Ladestationen errichten wollen, sind Allego und Smatrics. Das aktuell dichteste Ladenetz in Europa hat immer noch Tesla mit 300 Stationen und 2.000 Ladesäulen - 55 der schnell ladenden "Supercharger" stehen in Deutschland. Noch in diesem Jahr plant die mittelständische Firma Sortima in Zusmarshausen, direkt an der A8 auf dem Weg von Augsburg nach Stuttgart die größte Stromtankstelle der Welt mit 144 Ladestationen. Dank der 350 kW-Lader könnten bis zu 4.000 Elektromobile pro Tag ihre Akkus auffüllen. Das Bezahlmodell bei allen Anbietern ähnlich: per Kreditkarte oder per Ladekarte, auch das Begleichen der Rechnung per App beziehungsweise Smartphone dürfte immer populärer werden. Bei vielen Automobilherstellern, kann man mit dem Elektroauto gleich das Tanken buchen.

Mit dem Handy oder Tablet kann man dann auch die Route planen, um sicher mit dem Elektromobil ans Ziel zu kommen. Um den Stromdurst aller Autofahrer zu befriedigen und die Wartezeiten an den Ladestationen, möglichst kurz zu halten, wäre es auch hilfreich, die Ankunftszeit der jeweiligen Fahrzeuge mit dem Navigationssystem, das den Verkehrsfluss immer zugrunde legt, zu koordinieren. So würde dann eine Ladestation kurzfristig, je nach Zustand der Akkus und der verbleibenden Wegstrecke reserviert. Hinfahren, 15 Minuten tanken und dann wieder weg, um den Platz für den Nächsten freizumachen.

Noch sind solche Vorhaben noch Zukunftsmusik, aber die Anzahl der E-Zapfsäulen wird in den nächsten drei Jahren deutlich steigen, soviel ist sicher. Momentan bedarf es noch einer genauen Planung. Aktuell gibt es in Deutschland rund 1.274 Ladestation, die meisten in Baden-Württemberg mit 263, das sind sieben mehr als in Bayern. Das Süd-Nord-Gefälle bei den Ladestationen wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Niedersachsen mit 141 Elektro-Zapfsäulen Rang drei belegt. Die Zeit drängt, aktuell sind in Deutschland lediglich rund 34.000 Elektro- und 165.000 Hybrid-Autos zugelassen, aber das dürfte sich schnell ändern.

pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.