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Technik: Luxusklasse setzt auf 4x4: Kraftvoll zubeißen

Mit vielen Lorbeeren hat der neue 7er BMW die ersten Verkaufswochen erfolgreich hinter sich gebracht. Um im internationalen Quartett der Nobelkarossen noch gefährlicher zu sein, kommt im Herbst 2009 eine Allradversion.

Auf einen 7er BMW mit Allradantrieb hatten die Kunden seit Jahren vergeblich warten müssen. Die Konkurrenz, allen voran Mercedes und Audi, rieben sich ob der Untätigkeit im Hause BMW seit Jahren die Hände. Bereits bei der Vorgängerversion, dem 7er der Baureihe E 65, hatten viele eine Allradversion gefordert. Letztlich hatte man sich jedoch dagegen entschieden und verwies Kunden auf die erfolgreichen Modelle der X-Reihe und den allradgetriebenen 5er BMW. Doch bei der Entwicklung des neuen 7ers stand schnell fest, dass man mit Blick auf die Märkte in Asien, den USA und Alpin-Europa um eine oder mehrere Allradversionen nicht herumkommen würde. Schließlich greifen hier Audi A8 quattro, Mercedes S-Klasse 4matic, VW Phaeton, Volvo S80 AWD oder Lexus LS seit Jahren die Kunden ab.

Das internationale Aushängeschild, die Mercedes S-Klasse hat einen weltweiten Allrad- bzw. 4matic-Anteil von 26 Prozent. In Deutschland sind es knapp 25, in der Schweiz fast 50 Prozent. Dass es nicht noch mehr ist, liegt daran, dass die begehrten Sportversionen aus dem Hause AMG bis heute ohne 4matic-Version auskommen müssen. Bei Audi, einem der Hauptkonkurrenten, sieht das ganz noch deutlicher aus. Weil die Fronantriebsversion für eine derart schwere und hoch motorisierte Luxuslimousine große technische Nachteile hat, haben die Fronttriebler nur in den asiatischen Chauffeur-Regionen eine Chance. In Deutschland tragen über 98 Prozent aller Audi A8 einen quattro-Schriftzug. In der Schweiz sind es 100 Prozent und weltweit über 80.

Start im Herbst 2009

Doch bis der neue 7er BMW mit Allradantrieb in den Verkaufräumen steht, wird es Herbst werden. Vor November 2009 ist kaum etwas zu machen. Aktuell dreht die Testflotte die letzten Erprobungsrunden am Polarkreis. „Wir arbeiten derzeit noch an einer idealen und besonders fahraktiven Kraftverteilung“, erklärt Heinz Krusche, bei BMW seit Jahren für die Fahrdynamik zuständig, „wir werden den 7er bewusst hecklastiger als die X-Modelle auslegen.“ Da die im Normalbetrieb eine Kraftverteilung von 40:60 zugunsten der Hinterachse haben, dürften die allradgetriebenen 7er-Versionen mit einer Normalverteilung von rund 30:70 unterwegs sein. Drehen einzelne Räder durch, wird die Kraftverteilung variabel angepasst. Auf einem Slalomparcours aus schneeglatter Fahrbahn zeigt der dunkle Prototyp im Norden Finnlands dann auch bereits sein ganzes Können und wedelt flott um die Pylonen. Erst bergauf – dann bergab. Gewohnt souverän und dynamisch zugleich. Einziger Schatten: Aufgrund der Konstruktion der Achsen werden die Kunden auf Annehmlichkeiten wie eine Allradlenkung verzichten müssen.

Überhaupt halten sich die Bayern stark zurück, wenn es um die Details der ersten allradgetriebenen 7er-Generation geht. Kein Geheimnis dürfte es sein, dass es aufgrund der unterschiedlichen Märkte sowohl Diesel- als auch Benzinmodelle mit Allradantrieb geben wird. Heinz Krusche: „Technisch ist alles möglich. Das nähere wird die Nachfrage der einzelnen Märkte regeln.“ Persönlich würde er sich wohl für einen leistungsstarken Diesel mit Allradantrieb entscheiden. „Aber mal sehen was kommt“, lässt Krusche Details im Unklaren.

Kein DPC

Der Mehrverbrauch soll sich aufgrund des geringen Mehrgewichts von rund 50 Kilogramm bei 0,2 bis 0,4 Litern pro 100 Kilometern einpendeln. Im Gegensatz zu den Hauptkonkurrenten aus Ingolstadt und Stuttgart bekommt ein Fahrzeug wie der BMW 750i xDrive eine Bergabfahrhilfe, die auch bei rutschigem Untergrund die Fassung des Piloten bei gefährlicher Bergabfahrt wahrt. Das fahrdynamisch überzeugende Programm der Dynamic Performance Control (DPC) wird bis auf weiteres jedoch dem BMW X6 sowie später auch dem X5 vorbehalten bleiben. So kann der Allrad-7er seine Kraft nicht variabel und fahraktiv zwischen linkem und rechtem Rad verteilen. Verteilen muss man auch seine Geld – zumindest wenn man sich für den neuen BMW 7er mit Allradantrieb entscheidet. Der Aufpreis für die Marketingbezeichnung „xDrive“ dürfte bei rund 2.600 Euro liegen. Die Preisskala für einen imaginären BMW 730d xDrive würde somit bei knapp über 73.000 Euro starten. Der für die USA unverzichtbare 750i xDrive läge mit klassenüblicher Ausstattung bei rund 95.000 Euro.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.