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VW Studie Iroc: Endlich wieder Wüstensturm

Die Inszenierung war eindrucksvoll: Vor über 1000 geladenen Gästen zelebrierte Volkswagen im historischen Berliner Flughafen Tempelhof die Auferstehung des legendären Jedermann-Sportlers Scirocco.

Im traditionsreichen Hangar 2 des Stadtflughafens Berlin-Tempelhof drehte VW Markenvorstand Wolfgang Bernhard mit dem vipergrünen Flitzer ein paar schnelle Runden auf der Steilbahn - und war nach dem Aussteigen sichtlich beeindruckt: "Der Iroc ist einer der begeistert, einer der polarisiert."

Nicht nur seine giftgrüne Präsentationsfarbe - auch das Design reitet auf der Retro-Welle. Der Nachfolger des legendären Scirocco heißt kurz "Iroc" und könnte in rund zweieinhalb Jahren auf den Markt kommen. Ähnlich wie Volvo mit dem C30 oder Audi mit dem Roadjet scheinen sich auch die Wolfsburger Autobauer bei der Suche nach mehr Markenprofil auf eine Mischung aus Sportcoupé und kompaktem Tourer zu kaprizieren.

Noch ein Gedankenspiel

Nach dem EcoRacer will VW sein Image in Richtung Sportlichkeit schärfen. Da kommt einer wie der Iroc gerade recht. Das 4,24 Meter lange, real gewordene Wolfsburger Gedankenspiel ist ein kraftvoller 2+2-Sitzer mit eindrucksvoller Front, kernigem Heck und mächtigen Rädern. Die Basis bildet die Golf-V-Plattform. Für den Antrieb beim Showmobil sorgt ein 210 PS starkes TSI-Triebwerk. Doch den VW Iroc kann man sich auch mit Triebwerken zwischen 120 und 300 PS sowie dem Allradantrieb 4Motion vorstellen. Die offizielle Publikumspremiere findet auf dem Pariser Autosalon Ende September statt.

Besonders beim Frontdesign geht VW neue Wege. Das schmale Gesicht des Vorgängers aus der ersten Hälfte der 70er Jahre ist verschwunden. Für dessen Design war seinerzeit Starzeichner Giorgetto Giugaro verantwortlich.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Mehr Aggressivität

Die Iroc-Studie entstand vom mittlerweile nicht weniger renommierten Gynak-Team. Das zart-kubistische Scirocco-Outfit vergangener Jahrzehnte ist verschwunden. Stattdessen greift einen der Iroc mit zusammen gekniffenen Augen und einem überdimensionalen Kühlerschlund förmlich an. Dagegen sind die Lufteinlässe von Audi oder Peugeot nur zarte Kussmünder. Wie ein mächtiger Staubsauger scheint der Iroc jeden Meter des Asphalts in sich aufzusaugen. Für die nötige Leidenschaft sprechen auch mächtige Walzen, ausgeprägte Kotflügel und die flache Dachlinie.

Waren die gleichermaßen schnellen, aber zumeist rostanfälligen Scirocco-Versionen echte Coupes, bietet der Iroc neben dem 2,68 Meter langen Radstand ein überaus sportliches Steilheck. Das Kennzeichen verschwindet nach aktueller Volkswagen-Manier tief in der Heckschürze. Echte Eyecatcher sind die knallig-ovalen Rückleuchten, die dem Heck wie zwei mächtige Daumen ihren Stempel aufdrücken. Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Golf sind absolut beabsichtigt. Für Licht im Innenraum sorgt das dunkel getönte Glasdach.

Ab 2009 kann man einsteigen

Wenig lässt sich dagegen noch über den Innenraum sagen. Die auffällige Studie bietet schwarz-grünes Interieur mit vier eng geschnittenen Schalensitzen, Motorsportgurten und futuristischen Bedienelementen. Bleibt abzuwarten, was vom coolen Innendesign bei der Serienversion hängen bleiben wird.

Auch wenn die Volkswagen-Verantwortlichen sich noch bedeckt halten: Es dürfte feststehen, dass der VW Iroc gebaut wird und 2009 auf den Markt kommt. Wer genau hinschaut, kann bei der Studie nicht nur das Gesamtdesign, sondern auch viele Details entdecken, die auch das Straßenmodell wohl aufbieten wird. Fest steht: Mit Modellen wie dem Eos, dem Tiguan und dem Iroc heben sich die Niedersachsen ein weiteres Stück aus dem Mittelklasse-Einerlei heraus.

Pressinform / PRESSINFORM

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