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21. Silvretta Classic: Wetterkapriolen im Montafon

Sie ist die wohl lässigste und entspannteste Oldtimerrallye Europas. Die Ausblicke auf der Silvretta Classic sind nicht nur auf den Passstraßen spektakulär, denn die 180 automobilen Klassiker suchen nicht nur im Montafon ihresgleichen. Wer achtet da schon aufs Wetter?

Silvretta Classic 2018 - Urban Outlaw Magnus Walker

Silvretta Classic 2018 - Urban Outlaw Magnus Walker

Andreas Hoffmann-Sinnhuber macht zum wiederholten Male gute Miene zum schlechten Wetter. Der Klassikmann erzählt beim Tagesziel in Gaschurn eine automobile Anekdote nach der anderen. Fiat, Alfa, Mercedes, BMW, Renault, Triumph, Jaguar, Porsche und Ferrari - er kennt sie alle. "Aufgepasst: da kommen gleich vier BMW M1 auf einen Streich. Wo bekommt man so etwas so geboten?", plappert Streckensprecher Hoffmann-Sinnhuber ohne Punkt und Komma, "und hier folgt einer der seltenen Intermeccania Indra. Von denen haben wir gleich zwei unter den Teilnehmern." Das mäßige Wetter bei der 21. Auflage der Silvretta Classic konnte den über 180 Teilnehmern die Alpenrallye nicht vermiesen. Es regnet seit heute Morgen. Andreas Hoffmann-Sinnhuber erzählt vom seltenen Enzmann 506 auf Basis des Porsche 356, plaudert über die Bezeichnung Phaeton und fabuliert über die De-Tomaso-Historie. Beim Lada 2101 Kombi kommt der Klassikexperte richtig ins Schwärmen: "So einen hatte ich auch einmal. Diese kastige Design und das Bordwerkzeug umfasst alles, um den Lada auch im abgelegensten Sibirien wieder fit zu machen."

Wetterkapriolen im Montafon
Silvretta Classic 2018 - Urban Outlaw Magnus Walker

Silvretta Classic 2018 - Urban Outlaw Magnus Walker

Die Pointen sitzen, die Kalauer sowieso und bei den zahlreichen Hintergrundinformationen haben die Zuschauer den nachlassenden Regen fast vergessen. Die bunten Moderationen passen zur Stimmung auf der Silvretta Classic. Es geht rund um das Montafon entspannter und lässiger als bei den meisten anderen Oldtimerrallyes zu. Es ist nicht so sportlich wie bei der Ennstal, nicht so lecker wie bei der Nuvolari und nicht so legendenbehaftet wie auf der Mille Miglia. Doch bei allem Ehrgeiz an den Stoppuhren gibt es hinter dem Steuer von Porsche 356, BMW 507 oder Ford Capri 2600 für alle Teilnehmer drei entspannte Tage in den Alpen - 650 Kilometer über Berg, Tal und kurvenreiche Pässe.

Magnus Walker, kultiger Porsche-Sammler aus Downtown Los Angeles, ist das erste Mal bei der Silvretta Classic. Er fährt diesmal keinen seiner spektakulären Porsche und schon gar nicht seinen legendären Rennelfer mit der Startnummer 277, mit dem er als Urban Outlaw nicht nur auf YouTube von sich reden machte. "Ich fahre das erste Mal einen Flügeltürer", lacht der Hüne mit dem Zottelbart, "dieser Mercedes 300 SL hat wirklich Charakter. Sehr einfach zu fahren und ein echter Sportwagen. Einfach klasse und toll hier zu sein. Doch die Wertungsprüfungen sind so anspruchsvoll, dass man von der Landschaft gar nichts mitbekommt. Ich fahre zum ersten Mal bei einer solchen Rallye." Urban Outlaw Magnus Walker ist nicht nur bei den jüngeren Zuschauern im Dreiländereck Österreich, Schweiz und Liechtenstein einer der Publikumsmagneten; auch die Mittfünfzigerin im grünen Dirndl will vor dem Start zur nächsten Etappe schnell noch ein Foto mit Walker. Dessen Freundin Hannah gibt ihren Magnus dafür gerne noch einmal ab. Doch auch die ehemalige Formel-1-Fahrern Jochen Mass und Karl Wendlinger sind beliebt wie eh und je. Sie schütteln Hände, beantworten Fragen und lächeln in Mobiltelefone ehe es nach kurzen Zwischenstopps wieder über Silvretta Hochalpenstraße oder die Pässe von Albula, Lenzerheide, Faschinajoch, Hochtannberg und Bieler Höhe geht.

Die Silvretta Classic ist endlich wieder eine reine Oldtimerrallye. Lange Jahre sorgte ein Ökoklassement mit aktuellen Hybrid- und Elektroautos beim Publikum eher für Langweile. Die echten Fans kamen und kommen wegen der Klassiker, denn einen Renault Alpine A 310 V6, den Skoda S 130 RS, einen De Tomaso Pantera, schöne Italiener wie einen Alfa Romeo 1750 GTV, einen Montreal oder britische Traumwagen vom Typ Jaguar XK 140 / Bentley Blower 4,5 Litre bekommt man eben nicht alle Tage zu sehen. Nicht ganz überraschend siegte nach drei Tagen die Fahrerpaarung Peter Göbel / Melanie Gumpl auf einem Fiat 850 Sport Coupé deutlich vor Dieter und Tina Horn mit ihrem Porsche 356 A und Georg Memminger / Christoph Wellmann auf einem Volkswagen 1200. Die meisten kommen nächstes Jahr sicher wieder und hoffen auf besseres Wetter.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.