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Ausblick auf die Mille Miglia 2019: Rennen nach Rom

Italien im Mai - die legendäre Mille Miglia lässt ein Land vier Tage lang in den automobilen Ausnahmezustand verfallen. Eine kleine Reise um die Welt, 1.700 Kilometer lang und halb Italien feiert mit, wenn sich eine brüllende Oldtimerkarawane von Brescia bis nach Rom zieht.

Mille Miglia 1. Platz

Mille Miglia 1. Platz

Die Mille Miglia (15. bis 18. Mai) ist das bekannteste Oldtimerrennen der Welt. Ging es bei dem originalen Autorennen zwischen 1927 und 1957 darum, die rund 1.700 Kilometer lange Strecke Brescia - Rom - Brescia im fließenden italienischen Straßenverkehr in Bestzeit zurückzulegen, so ist davon weit mehr als der Charakter einer historischen Rundfahrt geblieben. Längst ist die Mille seit ihrer Wiederauferstehung als imageträchtiges Oldtimerrennen ein Muss im Kalender echter Oldtimerfans. Die meisten der Teilnehmer wollen die Hochgeschwindigkeits-Rundfahrt einfach einmal am Steuer oder auf dem Beifahrersitz erleben, sich durch Spaliere in engen Ortschaften kämpfen und der Menge jubeln. Nur wenige kämpfen ernsthaft um den Sieg. Die Geschwindigkeit an sich allein ist bei der Jagd nach Bestzeiten und Etappensiegen heutzutage wenig aussagekräftig. Es geht in unzähligen Sonderprüfungen zwischen Brescia und Rom um Gleichmäßigkeit und den Spaß am Autofahren in historischen Autos, die bei dem original bis zum Jahre 1957 ausgefahrenen Autorennen dabei waren. Die Lokalmatadoren Alfa Romeo beherrschten das Rennen vor dem Zweiten Weltkrieg; Ferrari danach. Rennfahrer wie Stirling Moss, Huschke von Hanstein, Tazio Nuvolari oder Pierro Taruffi machten die Italienrundfahrt zur Legende. Der Brite Stirling Moss hält bis heute auf der Mille Miglia die Bestzeit, die er 1955 mit seinem Beifahrer Denis Jenkinson in einem Mercedes 300 SLR aufstellte: 10:07:49 h.

Rennen nach Rom
Mille Miglia 1. Platz

Mille Miglia 1. Platz

Zumindest der nördliche Teil Italiens befindet sich rund um die Mille Miglia vier Tage im Ausnahmezustand. Bereits beim Start in Brescia sind die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen dicht an dicht von tausenden Zuschauern umringt. Die Mille Miglia ist nicht nur in den kleinen Orten an der Strecke der Höhepunkt des Jahres. Schulen und Kindergärten zwischen Brescia, Milano Marittima, Rom und Bologna haben geschlossen oder machen Pause, damit die Kinder am Streckenrand Fahnen schwenken, jubeln und den Benzinduft aufsaugen können. Die Rundfahrt selbst hat als Oldtimerrennen mit überschauspar sportlichem Wert wenig mit der echten damaligen Rennveranstaltung zu tun. Doch die Atmosphäre auf den 1.000 Meilen durch den nördlichen Teil Italiens ist unvergleichlich. Doch die Mille Miglia Storica, 1977 neu aufgelegt, hat in den letzten Jahren zu kämpfen. Da sind einige Kommunen, die sich über den Trubel, den die Mille Miglia für wenige Stunden in ihr beschauliches Dorf bringt, alles andere als freuen. Einst undenkbar - heute keine Ausnahme: Durchfahrten werden verweigert und seit zwei Jahren werfen eifrig Strafzettel geschrieben. 500, 1.000 oder mehr Euro sind bei Verkehrsübertretungen keine Seltenheit und genau deren Fehlen war es, was die Neuauflage der Mille Miglia in einem temporär rechtsfreien Raum neben den automobilen Preziosen zur Legende werden ließ.

Autohersteller und Sponsoren, die der Mille Miglia nicht mehr so finanzstark wie vor Jahren unter die lahmenden Flügel greifen, um sich stilecht in Szene zu setzen, sehen sich zunehmend um ein wichtiges internationales Marketinginstrument gebracht. Viele Hersteller haben ihre Werksengagements mittlerweile sogar zurückgezogen. Wer sich bei der Mille Miglia angesichts von überfüllten Innenstädten in San Marino, kilometerlangen Staus in Rom oder engen Marktplatzüberquerungen wie in Siena an die erlaubten Geschwindigkeitsvorgaben hält, kann nicht nur seinen kurzen Abstecher in die Espresso-Bar an der Ecke vergessen - er kann die vorgegebenen Durchfahrtszeiten gleich streichen und das einstige Autorennen als lahmende Touristenfahrt genießen, um in der Po-Ebene Blumen zu pflücken.

Doch auch wenn viele Werksengagements mittlerweile verschwunden sind oder zurückgefahren wurden: Interessenten aus aller Welt reißen sich um die mittlerweile rund 450 Teilnehmerplätze. Der größte Teil der Rennwagen ist von immensem Wert. Während ein BMW 328 Roadster von 1938 rund eine Million Euro kostet, liegen Bentley Blower, oder ein Mercedes 300 SL Flügeltürer im Bestzustand noch deutlich darüber. Viele Teilnehmer haben sich und ihre automobilen Retrospielzeuge monatelang akribisch vorbereitet und frühzeitig eingeflogen. Alle möchten jede Sekunde der Mille Miglia in sich aufsaugen; andere genießen insbesondere die Höhepunkte der Strecke wie die jubelnden Massen in Bologna, ein nächtliches Rom, das pittoreske Florenz oder den legendären Passo della Futa. Hier können sich legendäre Klassiker wie Alfa Romeo 6C 1500, BMW 328, Porsche 356, Mercedes 300 SL, Bentley Speed Six, Fiat 508 oder Bugatti Typ 37 stilechter als irgendwo anders in Szene setzen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.