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E10-Einführung: Der Preis soll es richten

Die Einführung des Öko-Benzins E10 war ein Desaster. Bis Ende des Jahres wird der Treibstoff in ganz Deutschland erhältlich sein und doch noch ein Erfolg werden. Denn: In Zukunft wird E10 die billigste Benzinsorte.

Um E10 ist es in den letzten Monaten ruhig geworden, nachdem es bei der Einführung sehr viel lauter zuging. Viele Autofahrer fürchteten Langzeitschäden an ihrem Motor und Umweltschützer meldeten Zweifel an der Ökobilanz des Ethanols an. Ergebnis: Nur wenige tankten E10, die bundesweite Einführung musste gestoppt werden.

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Doch auch dort, wo es angeboten wird, ist E10 kein Verkaufsschlager. In einem zweiten Schritt soll nun alles besser werden. Bis Ende des Jahres soll man E10 an jeder Tankstelle in Deutschland bekommen können. Wird E10 doch noch zum Erfolg? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zukunft des Öko-Benzins.

Wird E10 mittlerweile von den Autofahrern besser akzeptiert?

Nach Informationen aus der Mineralölwirtschaft entfallen bei Tankstellen mit E10 rund 30 Prozent des Benzinabsatzes auf diese Sorte. "Das Misstrauen ist immer noch sehr groß", heißt es beim ADAC. Doch angesichts des PR-Desasters bei der Einführung von E10 ist ein Wert von 30 Prozent nicht allzu schlecht. Eine Steigerung ist nicht ausgeschlossen, wenn die Aufregung sich gelegt hat und der niedrigere Preis von E10 lockt.

Warum wird E10 nicht einfach wieder aus dem Markt genommen?

Den Mineralölkonzernen ist vorgeschrieben, ihren Produkten einen bestimmten Anteil Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen beizumischen. E10 besteht zu zehn Prozent aus Ethanol, das aus Pflanzen gewonnen wird. Zuvor waren es nur fünf Prozent. Erreichen die Konzerne nicht die vorgeschriebenen Mengen, werden hohe Strafzahlungen fällig. Die gesetzlichen Vorgaben einfach zu ignorieren und die Strafe einzukalkulieren, dürfte von der Bundesregierung als Provokation gewertet werden. In der Summe läuft es für die Mineralölwirtschaft im Moment nicht schlecht: Auf Dauer wird sich E10 etablieren. Bis es soweit ist, tanken viele die teure Sorte Super Plus.

Wann wird es E10 flächendeckend auch im Westen und Norden Deutschlands geben?

Die Mineralölkonzerne haben nach dem Fehlstart von E10 zunächst in Süd- und Ostdeutschland die Benzinsorte E5 mit 95 Oktan wieder eingeführt, das alte Superbenzin. Marktführer Aral will Ende August damit beginnen, die Tankstellen im Norden und Westen mit E10 zu beliefern. Die übrigen Tankstellenketten werden vermutlich ähnlich vorgehen. Bis Ende des Jahres sollte E10 dann überall verfügbar sein.

Wie wird das Angebot an den Tankstellen dann aussehen?

Voraussichtlich gibt es dann an allen Tankstellen in Deutschland E10 und das Superbenzin E5 mit 95 Oktan. Dazu kommt entweder Benzin mit 98 Oktan (Super Plus) oder noch höherwertiger Treibstoff mit 100 oder mehr Oktan ("Ultimate", "V-Power"). Aber nicht beides.

Wie werden die Preise aussehen?

Nach den Plänen von Aral wird E10 das preisgünstigste Benzin sein. Superbenzin mit fünf Prozent Ethanol und 95 Oktan dürfte drei Cent je Liter teurer angeboten werden. Danach kommt Super Plus mit 98 Oktan und sieben Cent je Liter Preisabstand zu E10. Am oberen Ende der Produkte steht dann Benzin mit 100 Oktan für neun Cent mehr als E10.

Was heißt das für die Autofahrer, die kein E10 wollen?

Sie finden überall Super E5 mit 95 Oktan und müssen drei Cent mehr je Liter bezahlen. Fahrzeuge, die 98 Oktan benötigen, müssen an einigen Stationen mit 100-Oktan-Benzin betankt werden, weil es 98 Oktan nicht überall geben wird.

Was sagt der ADAC dazu?

"Das ist so okay", sagt ein Sprecher. Der ADAC habe sich vor allem dagegen gewendet, dass die Mineralölkonzerne Superbenzin E5 mit 95 Oktan zunächst abschaffen wollten und der Preisabstand zu Super Plus dann zu groß geworden wäre. Mit zwei oder drei Cent könne man leben. Der Automobilclub rät seinen Mitgliedern, E10 zu tanken, wenn das Fahrzeug den Sprit verträgt. Rund 90 Prozent der Autos lassen sich damit betanken. Die Mineralölfirmen erwarten, dass sich E10 langfristig als Standardsorte durchsetzt.

Welche Fahrzeuge vertragen E10?

Bevor man E10 tankt, muss man überprüfen, ob das Fahrzeug vom Hersteller für den Öko-Sprit freigeben wurde. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) und der ADAC haben entsprechende Listen im Internet bereitgestellt.

Kra/DPA / DPA

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