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Fahrbericht: Seat Toledo: Auf Linie

Nach drei Jahren Pause ist der Toledo zurück. Seat präsentiert mit der Kompaktklassenlimousine den Zwillingsbruder des Skoda Rapid.

In Deutschland muss ein Kompaktklässler ein steiles Heck mit einer großen Klappe haben. Sonst verkauft er sich nicht. Das hat zuletzt Dacia erfahren müssen. Nach etlichen zähen Jahren wurde der Logan-Stufenheck vom deutschen Markt genommen. Den gibt es jetzt nur noch als Kombi. In Spanien und vielen weiteren Ländern rund ums Mittelmeer liebt die Kundschaft die Kompaktklässler mit der limousinenartigen Anmutung, die den gediegenen Charme der höheren Klassen bei den kleineren Fahrzeugtypen verbreiten. In Südeuropa werden diese Wagen gern als Taxi genommen. Vorausgesetzt sie haben Platz für fünf Personen, einen großen Kofferraum und das typische Stufenheck. Mit diesen Tugenden ist Seat immer gut gefahren. Seit 1991 wurde die Baureihe Toledo erfolgreich angeboten. Bis auf die Letzte: Ab 2005 wurde der Toledo auf Basis des Altea mit einem unansehnlichen Buckel am Heck gebaut. 2009 wurde die Baureihe eingestellt und das Feld der Konkurrenz überlassen: Dem Fiat Linea zum Beispiel - eine Stufenheckausführung des Punto. Aber auch der Chevrolet Aveo Limousine und der Skoda Octavia verkauften sich stattdessen sehr gut.

Nach einer dreijährigen Pause macht Seat jetzt einen neuen Anfang und hat sich für die bewährte Dachlinie mit dem Stufenheck entschieden. Die Heckklappe ist für das bequeme Be- und Entladen, von außen unsichtbar oberhalb der Heckscheibe angeschlagen und öffnet sich sehr weit. Dahinter stehen beeindruckende 550 Liter Gepäckraum zur Verfügung. Design und Aussehen teilt sich der fast 4,50 Meter lange Seat Toledo mit seinem Zwilling Skoda Rapid, der ebenfalls 1.140 kg auf die Waagr bringt. Seat-Designer Alejandro Mesonero-Romanos: "Der neue Toledo verbindet eine modern interpretierte Eleganz mit hohem Alltagsnutzen."

Das trifft auf den Skoda ebenso zu. Aber der Seat ist mit seinen scharfkantigen Scheinwerfern, den trapezförmigen Lufteinlässen eine Spur stylisher. Im Innenraum empfängt den Fahrer wohltuende Sachlichkeit. Der Arbeitsplatz des Piloten ist übersichtlich und alle Knöpfe gut erreichbar. Die zweifarbigen Kunststoffteile wirken nicht sehr edel. Die Sitze sind bequem, bieten aber wenig Seitenhalt. Die Lenkung ist direkt und die Federung ist straff - hier legten die Entwickler Wert auf ein gutes Handling. Die Einstiegsmotorisierung ist mit dem 55 kW / 70 PS Saugmotor ist etwas schwach gewählt. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Seat mit dem Dreizylinder 13,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Alle anderen angebotenen Motoren arbeiten mit Turbounterstützung. Die Topmotorisierung mit dem 1.4 TSI leistet 90 kW / 122 PS und gibt es mit DSG-Getriebe. So ausgestattet beschleunigt der Toledo in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Dabei verbraucht er mit 5,8 Litern Super weniger als die kleine 70-PS-Maschine.

Sparmeister bei den Benzinern ist der 1.2 TSI 77kW / 105 PS Eco mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe. Er verbraucht dank Start/Stopp-System und Rekuperation nur 5,0 Liter Super auf 100 km. Bei den Dieselmotoren verbraucht der 1.6 TDI mit 77 kW / 105 PS und 5-Gang-Schaltung mit 4,0 Litern Diesel am wenigsten. Bedauerlich ist, dass es das gute Doppelkupplungs-Getriebe nur in dieser einen Motorenkombination gibt. Über genaue Preise und Ausstattungen hat man bei Seat noch nichts verlauten lassen. Der Einstiegspreis soll bei 13.900 Euro liegen. Anfang 2013 kommt der Toledo nach Deutschland.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.