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Mercedes C 200 L Chinaversion: Familienangelegenheit

Die Mercedes C-Klasse ist in China eine der erfolgreichsten Mittelklasselimousinen. Der Viertürer wird nicht nur lokal in China produziert, sondern bietet als Langversion deutlich mehr Komfort als das europäische Gegenüber. Insbesondere Familienväter genießen das größere Platzangebot.

Mercedes C 200 L China - im turbulenten Straßenverkehr

Mercedes C 200 L China - im turbulenten Straßenverkehr

Limousinen mit langem Radstand gibt es weltweit bevorzugt in der Luxusklasse. BMW 7er, Mercedes S-Klasse, Audi A8 oder Jaguar XJ - sie alle sind auf vielen Märkten mit einem 12 bis 14 Zentimeter verlängerten Radstand zu erstehen. Viele Luxusmärkte sparen sich die Versionen mit dem Normalradstand längst ganz und es steht in den Sternen, wie lange die Aushängeschilder der Autofirmen überhaupt noch in der Standardversion entwickelt werden. Die einzige Nachfrage nach den Kurzmodellen gibt es im immer unbedeutender werdenden Europa.

Familienangelegenheit
Mercedes C 200 L China - im turbulenten Straßenverkehr

Mercedes C 200 L China - im turbulenten Straßenverkehr

In Asien sieht die Sache ganz anders aus, denn zusätzliche Länge und mehr Komfort im Fond gehen hier über alles. In China, längst dem wichtigsten Markt für Premiumfirmen, werden die Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse nicht nur lokal produziert, sondern zumeist auch nur in einer Langversion mit mehr Radstand und deutlich mehr Komfortausstattung im Fond angeboten. Mercedes bildet mit seiner C-Klasse da keine Ausnahme zu BMW 3er, Audi A4 oder Jaguar XE - sie alle gibt es in China mit einem Längenplus zwischen den Achsen. Das liegt anders als bei den größeren Modellen nicht daran, dass die Fahrzeuge Businesslimousinen mit entsprechendem Fahrer sind. Die 4,78 Meter lange Mercedes C-Klasse ist in China ein reines Familienauto und den Käufern kommen die acht Zentimeter zusätzlicher Radstand gerade recht, sind jedoch speziell am Wochenende Kind und Kegel durch die chinesischen Millionenmetropolen zu kutschieren. Die kurze Mercedes C-Klasse ist in China allein als sportliche AMG-Version verfügbar.

Optisch ist der Unterschied zwischen der Mercedes C-Klasse mit langen oder kurzem Radstand kaum zu erkennen. Wer allein die Flanke beäugt, dem fällt der auf 2,92 Meter verlängerte Radstand wohl nur als Experte auf, doch den Proportionen tut die Verlängerung durchaus gut. An der C-Säule gibt es ein Chromsignet und am Heckdeckel prangt hinter dem C-200 -Schriftzug nicht nur das charakteristische "L", sondern unterhalb des Kennzeichens noch ein chinesischer Schriftzug, der auf die Produktion beim Kooperationspartner Beijing Benz Automotive Co. verweist. Der Platzgewinn in der zweiten Reihe ist dagegen auf den ersten Blick sichtbar, wenngleich der Fond alles andere als opulent ist. Insbesondere die Kopffreiheit ist nur etwas für die kleineren Chinesen, denn für ein europäisches Gardemaß ist die Kopffreiheit zu klein.

Wer wirklich bequem oder gar luxuriös reisen will, kommt daher um Mercedes S- oder zumindest die verlängerte E-Klasse mit entsprechend elektrischer Sitzverstellung und Bedienmodulen auf der ausklappbaren Mittelkonsole nicht herum. Doch wer in einem Mittelklassemodell die Füße ausstrecken will, wird mit der verlängerten C-Klasse gut bedient. Zudem gibt es die auch bei uns verfügbare Sitzheizung und Taster in der Türtafel, mit dem sich der Beifahrersitz elektrisch von hinten aus nach vorne fahren lässt. Deutlich besser als bei den Europa- oder Asienversionen sind die Fondkopfstützen, die sich besser Kopf und Kontur anpassen.

Der Kunde der langen C-Klasse greift selbst ins Steuer und darf trotz mehr Radstand keine souveräne Motorisierung erwarten. Das Einstiegsmodell des Mercedes C 180 L mit seinen 156 PS ist noch schwächer als das bereits blasse 200er-Modell (ab 390.000 RMB - ca. 51.000 Euro), dessen aufgeladener Vierzylinder immerhin 184 PS und 300 Nm maximales Drehmoment leistet. In einem Land, wo drakonische Strafen für nennenswerte Tempoüberschreitungen ausgesprochen werden, stört die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h kaum einen Kunden und niemand denkt daran, seine an sich 230 km/h schnelle Mittelklasselimousine auszufahren. Auf Wunsch ist der C 200 L zumindest noch mit Allradantrieb zu bekommen. Auf Wunsch gibt es im Mercedes C 200 L Rollos oder abgedunkelte Scheiben rundherum für die nötige Privatsphäre sowie eine getrennte Klimaregelung, Panoramadach und eine Sitzheizung. Serienmäßig gibt es an Bord neben Ledersitzen unter anderem LED-Scheinwerfer, das betagte Comand-Navigationssystem sowie eine WLan-Funkwabe, sodass im Fond mit Computer oder Tablet-PC gearbeitet werden kann.

Für den europäischen Markt sind die Mittel- und Oberklassemodelle mit langem Radstand aktuell nicht vorgesehen. Das liegt nicht nur an der lokalen China-Produktion, denn natürlich könnte eine Mercedes C-Klasse oder ein BMW 5er auch in Deutschland als Langversion vom Band laufen. Jedoch würden einige Kunden aus den höheren Segmenten dann aus Kostengründen ins niedrigere Segment wechseln. Jedoch verdient BMW an einem 5er mehr als einem 3er mit mehr Radstand und auch Audi verkauft einen A6 deutlich lieber als einen verlängerten A4. Der Trend zu Langversionen weitet sich immer mehr auch auf die weltweit so beliebten SUV und Crossover aus. Modelle wie den BMW X1 gibt es in China bereits mit verlängertem Radstand und Wettbewerber Audi stellte auf der Auto China in Peking jüngst eine Langversion des beliebten Q5 vor - mit rund acht Zentimetern mehr Radstand. Weitere Hersteller werden folgen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.