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New York Taxi: Alles wie gehabt

Manhattan ohne seine gelben Taxiameisen? Undenkbar. An sich sollte ab diesem Jahr alles anders werden. Doch die New Yorker steigen nach wie vor in die heruntergerockten Crown Victorias.

In tausenden von Filmen, Serienfolgen oder gar eigenen Urlauben spielte es die niemals unwichtige Nebenrolle: das New York Taxi, seit je her in kraftvollem gelb gehalten, ist das bekannteste Taxi der Welt. Wer Taxi hört, denkt nur in zweiter Linie an die roten oder schwarzen London Cabs, die zerbeulten Peugeot-Taxis an der Seine oder die elfenbeinfarbenen Daimlers in deutschen Landen. Die New York Taxis umhüllt ein Name wie Donnerhall, der Tag für Nacht durch die Straßenschlachten von Manhattan hallt. Ohne Taxi kommen in New York nur Präsidenten und Staatsoberhäupter aus. Alle anderen nutzen das legendäre New York Cab. Seitdem Checker und Chevrolet Caprice das zeitliche gesegnet haben, gibt der Ford Crown Victoria den Ton an. Der Crown Vic gehört zu New York wie Yankees, Freiheitsstatue und Central Park. Nach der TLC, verantwortlich für die Taxilizenzen in New York, sind jeden Tag mehr als 600.000 Menschen in einem New-York-Taxi unterwegs.

New York Taxi: Alles wie gehabt
New York Taxi Nissan NV 200

New York Taxi Nissan NV 200

Doch alles sollte anders werden. New York, seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Michael Blomberg im Jahre 2002 mehr denn je um ein grünes Image bemüht, wollte die ebenso großen wie durstigen Ford Crown Victorias von den Straßen verdrängen. Bei der Ausschreibung versuchten einige der renommiertesten Autohersteller der Welt den Zuschlag zu bekommen, um die imageträchtige Taxiflotte zu bestellen. Zur Überraschung vieler gewann Nissan den Alleinauftrag für "Taxi of Tomorrow" und nicht nur den lokalen Taxifahrern fuhr ein Schreck in die Glieder. Taxifahrer Hameed Naeen: "Der Nissan soll sparsam sein. Ein Vierzylinder, der mehr als 20 Meilen pro Gallone schafft. Doch wieso gibt es keinen Hybrid?" Driss Diouri, seit Jahren am Steuer seines gelb-verbeulten Crown Vic, sieht das nicht anders. "Dieselkraftstoff ist hier zwar teuer, aber die Autos sind unglaublich sparsam. Wieso jetzt ein normaler Benziner?"

Auf die Crown Vics, bekannt für Unverwüstlichkeit und günstige Reparaturkosten, wollte niemand verzichten. "Ich habe extra vorher noch einmal zugeschlagen und mir noch einen Escape Hybrid gekauft", grummelt Taxifahrer Hameed Naeen hinter der ihn schützenden Plexiglasscheibe. Mehr als zehn Jahre fährt Hameed bereits in New York Taxi - bevorzugt in Manhattan. "Klar weiß ich, dass der Escape im Fond für die Fahrgäste unkomfortabel ist und man keinen richtigen Platz hat", räumt der gebürtige Inder ein, "vorne ist es für mich nicht viel luxuriöser. Doch der Fahrersitz ist besser als beim Crown Vic und ich spare am Tag 25 bis 30 Dollar Kraftstoff."

Wer durch die Straßen der niemals schlafenden Welthauptstadt schlendert, wird aktuell kaum Vertreter der neuen Taxi-Generation von Nissan erblicken. Gelb-zerbeulte Crown Vics wohin das Auge auf Park Avenue, 6th Avenue oder im Financial District auch schaut. Seitdem die große Limousine für Armee, Taxidienste und Polizei nicht mehr gebaut wird, mischen sich immer mehr Ford C-Max Hybrid unter die Armee der Gelblinge. Bereits in den vergangenen zehn Jahren hatten einzelne Taxiunternehmen immer wieder Toyota Camry Hybrid, den Toyota Sienna, VW Jetta Diesel oder Ford Escape Hybrid in den harten Alltagsdienst geschickt. Das Problem blieb die Qualität, denn an die Unverwüstlichkeit der Ford Crown Victorias kam niemand heran. Hybridsysteme gaben den Geist auf, Federungen brachen auf den zerborstenen Straßen von New York und Passagiere monierten das schlechte Platzangebot. Der Toyota Prius fiel bei seinen Taxieinsätzen durch. "Die Qualität war für den harten Alltagsgebraucht einfach zu schlecht", so Taxifahrer Driss Diouri, "Sitze, Fahrwerk und die ganze Innenausstattung waren einfach überfordert. Daher sind die Taxifahrer wieder umgestiegen."

Im vergangenen Oktober schob der New York Supreme Court der alleinigen Taxivergabe an Nissan ein Riegel vor. Der hochbeinige NV 200, auch in Deutschland als Kleinlieferwagen zu bekommen, ist daher auf den Straßen von New York nur in homöopathischen Dosen zu erblicken. Erste Nissan NV 200 Taxis sind an lokalen Händler ausgeliefert worden. Doch ihre Zahl ist angesichts der gigantischen Ford-Armada überschaubar.

Das New York Taxi of Tomorrow basiert technisch auf einem 4,40 Meter langen Stadtlieferwagen, dem Nissan NV 200. Es soll auf überschaubar kleinem Raum viel Platz im Innern bieten. Das Platzangebot im Nissan, der von einem zwei Liter großen Vierzylinder-Benziner angetrieben wird, ist üppig. Zudem gibt es Stromanschluss, zwei USB-Ports, Beleuchtung für Passagiere und Fußraum sowie mehr Gepäckraum als die bisherigen Modelle. Touristen werden sich über das 15-Zoll-Entertainmentsystem, die getrennte Klimaregelung oder das Panoramadach freuen. Wer sich Türen, Sitze und Fahrwerk anschaut, hat Zweifel daran, dass das Nissan-Taxi die zerborstenen Straßen von Big Apple ein paar Jahre ohne größere Blessuren überstehen kann. Der Nissan NV 200 kostet in der New Yorker Taxiedition knapp 30.000 Dollar und verfügt über eine Garantie über 150.000 Meilen für den Antrieb. Ist der NV 200 anfangs nur mit einem Vierzylindertriebwerk geplant, so gibt es bereits konkrete Überlegungen für den Einsatz von Elektrofahrzeugen. Der NV 200 ist auch in einer Elektroversion zu bekommen. Doch hier gibt es die gleichen Probleme wie bei Kundenautos. Zum einen ist die Reichweite aktuell nicht ausreichend und zum anderen verdient ein Taxi nur Geld, wenn es rollt - insbesondere in New York. "Ladezeiten, die länger als ein normaler Tankvorgang dauern, sind daher ein Witz", lacht Driss Douri. Die Crown Vics werden daher noch ein paar Jahre in New York Transportmittel und Fotomotiv bleiben.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.