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Polestar 2 Basis 64 kWh Der Einsteiger

Polestar 2 64 kwh
Polestar 2 64 kwh
© press-inform - das Pressebuero
Polestar zieht bei seinem erfolgreich gestarteten Viertürer eine Basisversion nach. Ein Preis von rund 45.000 Euro macht das Ganze für viele ebenso interessant wie 165 kW / 224 PS.

Mit 300 kW / 408 PS / 660 Nm und Allradantrieb ist der Polestar 2 überaus sportlich unterwegs, bis zu 205 km/h schnell und bei einem Preis von über 56.000 Euro zu teuer für den ein oder anderen Interessenten. Daher keine Überraschung, dass die Schweden jetzt eine günstigere Basisversion nachziehen, die für einige Kunden überaus interessant sein dürfte. Der kleine Einsteiger vom Polestar 2 wird allein über die Vorderachse angetrieben und leistet daher rund die Hälfte der Leistung der Allradversion. Mit 165 kW / 224 PS und einem maximalen Drehmoment von 330 Nm ist der elektrische Fronttriebler in einer Liga mit vielen anderen Modellen von Volkswagen, Audi, Skoda, Hyundai oder Mercedes unterwegs.

Der Unterschied bleibt die Karosserieform, denn während die Wettbewerber nahezu komplett auf Crossover gegangen sind, bleibt der 4,61 Meter lange Polestar 2 eine sportlich positionierte und sehenswerte Mittelklasselimousine. Optisch ist die Basisversion nicht von der deutlich kraftvolleren Variante mit Dual Motor zu unterscheiden. "Bei den neuen Varianten haben wir darauf geachtet, dass auch die günstigeren Fahrzeuge nichts der besonderen Charakteristik und dem Premiumgefühl einbüßen", so Polestar-CEO Thomas Ingenlath, "selbst das Einstiegsmodell ohne optionale Ausstattung verfügt über das einzigartige Design des Polestar 2 und ein hohes Ausstattungsniveau."

Am Steuer zieht die frontgetriebene Variante mit 165 kW / 224 PS natürlich nicht so wild los wie der große Bruder, aber mit dem vom Start weg verfügbaren Drehmoment von 330 Nm geht es durchaus dynamisch ans Werk. Aus dem Stand spurtet er in 7,4 Sekunden auf Tempo 100 und der Polestar 2 hat eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Normverbrauch liegt bei 17,1 kWh pro 100 Kilometer. Die Fahrwerksabstimmung bleibt für ein Fahrzeug dieser Klasse zu straff und unverändert bietet das schwedische Elektromodell in seinen einzelnen Fahrprogrammen keine verstellbaren Dämpfer. Und gerade auf zerborstenen Fahrbahnbelägen, dem immer seltener werdenden Kopfsteinpflaster oder bei Querfugen schlägt es in den Innenraum über Gebühr durch. Dagegen gewöhnt man sich durchaus an die indifferente Servolenkung und das angenehm niedrige Geräuschniveau. Selbst da der Polestar 2 schon mehr als ein Jahr auf dem Markt ist - man fällt selbst mit der dezenten Graulackierung im Straßenverkehr auf.

Man täte dem Zweier Unrecht, würde man allzu sehr die Topvariante mit den 300 kW / 408 PS und dem Allradantrieb herbeiflehen. Für viele Kunden ist die Basisversion allemal flott genug; gerade weil auch die Reichweite bis zum nächsten Ladestopp nach rund 410 Kilometern nur knapp unter den 450 Kilometern des Topmodells liegt. Zudem gibt es das Basismodell nicht nur mit dem kleineren 64-kWh-Akkupaket, sondern auch mit der Long-Range-Batterie, die die 78 kWh der 408-PS-Variante bietet und dann 231 PS leistet. Dann steigt die Reichweite auf bis zu 540 Kilometer, ehe nachgetankt werden muss. Vermissen werden die potenziellen Kunden jedoch die angetriebene Hinterachse, denn dass der Polestar-2-Einsteiger über die Vorderachse angetrieben wird, ist kein Gewinn. Selbst bei mittleren Beschleunigungen an der Ampel, dem kurzen Abbiegen in der City oder leicht rutschigem Untergrund zuckt es spürbar in der Lenkung und die Antriebskräfte werden von der Elektronik in Millisekunden reduziert. Kein großes Ding, aber eben durchaus störend und bei der Version mit Allradantrieb kein Thema. Mit der reduzierten Einstiegsleistung wäre das Problem kein solches, würde der Polestar 2 wie ein Skoda Enyaq oder ein VW ID.4 in den Basisvarianten allein über die Hinterachse angetrieben werden.

Das Laderaumvolumen hinten ist unter der elektrischen Heckklappe mit 405 Litern alles andere als mächtig. Immerhin gibt es vorne noch eine zweite Box mit 35 Litern, in der sich Ladekabel und Kleinteile unterbringen lassen. Wer die Rücksitze umklappt, kann bis zu 1.095 Liter nutzen. Obschon der Verbrenner über der Vorderachse fehlt, ist der Platz im Innenraum (2,74 Meter Radstand) ausreichend, aber alles andere als opulent. Das ist insbesondere im Fond zu spüren, wo der beengte Fußraum stört, wenn der Fahrer weit unten sitzt. Ebenfalls ungewöhnlich und ein Manko in dieser Liga: der Polestar 2 bietet kein Head-Up-Display. Die digitalen Instrumente und der große Multifunktionsbildschirm in der Mitte der Armaturentafel gefallen. An die Bedienung per Touch oder Sprache gewöhnt man sich schnell - da fehlt einem nichts und man fragt sich, wieso die anderen Hersteller auf hauseigene Bediensysteme setzen. Das von Google entwickelte System ist besser als die meisten der Autohersteller; auch weil man die Bedienung bereits 1:1 von seinem Smartphone kennt.

Das frontgetriebene Basismodell des Polestar 2 mit dem Standardakku kostet mindestens 45.500 Euro. Das 3.500 Euro teure Pilotpaket bietet unter anderem abblendbare Spiegel, ein Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen, Parkassistent und adaptive LED-Scheinwerfer. Minus der aktuell in Deutschland Zuschüsse ist ein Polestar 2 daher ab knapp 36.000 Euro zu bekommen. Das große Akkupaket kostet stattliche 3.000 Euro Extra und so werden wohl einige gleich zum 408 PS starken Allradler greifen, der nochmals 5.500 Euro extra kostet. Und im nächsten Jahr kommt der elektrische Crossover namens Polestar 3.

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