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Autonomes Fahren: Teslas Autopilot erkennt Unfall schneller als der Fahrer

In Holland rettete der Autopilot von Tesla Menschenleben. Die Sensoren reagierten auf eine Gefahr, die der Fahrer gar nicht hätte bemerken können.

Der SUV konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, das rote Fahrzeug versuchte noch auszuweichen.

Der SUV konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, das rote Fahrzeug versuchte noch auszuweichen.

In den letzten Monaten wurde nach dem Unfall eines Teslas viel über mögliche Fehlfunktionen von autonomen Autos diskutiert. In den Hintergrund geriet dabei, dass ein selbstständig agierendes Auto in der Regel sehr viel sicherer fährt als der Mensch. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Autopiloten von Tesla hat der Holländer Hans Noordsij auf Twitter veröffentlicht. Noordsij fuhr mit einem Model S auf der A2 Autobahn, als der vordere Kollisionswarner des Teslas Alarm schlug und der Autopilot eine Notbremsung einleitete.

Erst ganz kurz darauf kam es vor dem Tesla zu einem Unfall, ein SUV überschlug sich und blieb auf Noordsijs Spur liegen. Kurz davor stoppte der Tesla. Ohne die automatische Notbremsung hätte Noordsij nicht vor der Unfallsstelle abbremsen können. Erleichtert stellte er fest, dass alle Beteiligten den Unfall im Großen und Ganzen unbeschadet überstanden hatten.

Dank der schnellen Bremsung kam Hans Noordsij  weit vor dem liegengebliebenen SUV zum Stehen.

Dank der schnellen Bremsung kam Hans Noordsij  weit vor dem liegengebliebenen SUV zum Stehen.


Blickt weiter voraus als der Mensch

Das Besondere an der Situation ist nicht nur das schnellere Abbremsen des Automaten. Verblüffend ist, dass der Autopilot auf eine gefährliche Situation reagierte, die Noordsij gar nicht hat sehen können. Die Gefahrensituation entstand nämlich zwei Wagen vor seinem. Nur das Radar des Teslas konnte bemerken, wie sich dort zwei Autos so annäherten, dass es zu dem Unfall kommen musste. Möglich wurde die vorauseilende Unfallerkennung durch das letzte große Update des Autopiloten.

Radar hat Vorrang

Das Release der Software-Version 8.0 vom September räumte dem Radar einen Vorrang vor der optischen Bildanalyse ein (Tesla Update: Neuer Autopilot soll Crash-Serie stoppen). Damals schrieb Tesla: "Das wichtigste Update für den Autopiloten wird sein, dass wir die besseren Informationen des Onboard-Radars nutzen werden, um ein Abbild der Welt draußen zu gewinnen." Tatsächlich verfolgt das Radar die Situation auf der Straße auch zwei Autos weiter. Es erfasst die Situation, auch wenn ein Hindernis im Weg steht, da ein fahrendes Auto die Sicht für die Radarsensoren nicht vollständig passieren kann.

Tragische Verwechslung 

Tesla veranlasste das umfassende Update nach einem Unfall. Die alte Software vertraute den optischen Informationen der HD-Kameras und verwechselte in einer schwierigen Lichtsituation einen LKW, der quer zur Straße stand, mit einem brückenartigen Aufbau. (Erster Toter bei Unfall - Selbstfahrende Autos fühlen sich zu sicher an - und sind deshalb gefährlich).

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