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Toyota Camry 2019: Welcome back Außenseiter!

Der Toyota Camry ist noch langweiliger als ein VW Passat oder der Golf. In Westeuropa bekam die Mittelklasselimousine noch nie ein Rad auf den Boden und verschwand vor Jahren im nirgendwo. Jetzt bringen ihn die Japaner zurück nach Europa - so recht verstehen kann das niemand.

Toyota Camry - kommt 2019 auch wieder nach Westeuropa

Toyota Camry - kommt 2019 auch wieder nach Westeuropa

Speziell in Westeuropa war der Toyota Camry ein Nobody, ein graues asiatisches Gesicht im übervollen Mittelklassedschungel. Nie hatte er eine Chance, sich gegen die kaum interessanteren Modelle von Volumenherstellern wie Volkswagen, Opel, Ford, Peugeot, Kia oder Hyundai in Szene zu setzen. Dazu fehlte es ihm am Design, den richtigen Motoren und einer europäischen Orientierung. In den USA sieht das ganz anders aus. Auch hier trägt der Toyota Camry sein Langweilerimage zur Schau, ist bei der Kundschaft aber überaus beliebt. Gäbe es in den Vereinigten Staaten nicht die gigantische Liebe zu Pick Ups und die immer wichtigeren SUV, wäre der Camry die unangefochtene Nummer eins. Seit Jahren belegt er einen der vorderen Plätze in der amerikanischen Verkaufsstatistik. Langeweile hin oder dröges Design her - in 2017 verkaufte Toyota in den USA 387.081 Camrys - immerhin Platz drei der Non-Pick-Up-Statistik und Platz sechs insgesamt. Im Laufe der Jahre wurde der Camry zur meistverkauften Mittelklasse-Limousine der Welt; seit dem Start der ersten Generation im Jahr 1982 wurden 19 Millionen Fahrzeuge in über 100 Ländern verkauft.

Welcome back Außenseiter!
Toyota Camry - kommt 2019 auch wieder nach Westeuropa

Toyota Camry - kommt 2019 auch wieder nach Westeuropa

Dabei war der Toyota Camry in keiner seiner bisherigen sieben Generationen eine wahre Schönheit. Keine grandiosen Designpreise oder spektakulären Auszeichnungen, die den potenziellen Kunden den Atem raubten und sie in die Verkaufsräume zerrten. Doch das Image ist ebenso langweilig wie prächtig, denn der Camry profitiert insbesondere von seiner Historie. Einst war der Toyota Camry strahlender Stern der amerikanischen Mittelklasse, denn seine Sechszylindertriebwerke hatten einen Ruf wie Donnerhall. Der Camry war dem Amerikaner das, was in unseren Breiten ein VW Golf oder klassenmäßig gesehen ein Passat ist: ein alles andere als begeisterndes Auto für die breite Masse mit umfangreichen Qualitäten. Echte Schwächen: Fehlanzeige. Ein Dauerläufer mit jeder Menge Platz und gigantischem Alltagsnutzen, der in Sachen Kundenzufriedenheit allenfalls noch von Subaru Allradlern und Volvo-Kombis in den Schatten geparkt wurde.

In den letzten zehn Jahren gehörte das Mittelklassemodell durchgängig zu den meistverkauften Autos der Vereinigten Staaten und war 15 der letzten 17 Jahre im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die meistverkaufte Limousine. Doch die Zeiten, in denen der Toyota Camry insbesondere durch seinen ausgewogenen Sechszylinder von sich reden machte, sind vorbei. Für Volumen und geringe Verbräuche soll mittlerweile die Hybridvariante sorgen; der 3,5 Liter große Sechszylinder steht nur noch am Rande der schmalen Produktpalette. Längst gibt der Hybridantrieb den Ton an. Doch so langsam kommen auch bei Toyota Zweifel auf, ob dies allein der rechte Weg ist. Im Vergleich zum Vorjahr verlor der Toyota Camry 2017 knapp zehn Prozent seiner Verkäufe. Mittlerweile scheinen die Toyota-Verantwortlichen erkannt zu haben, auch mit dem Bestseller etwas mehr riskieren zu müssen. Schließlich liegt das Durchschnittsalter der Camry-Fahrer bei 64 Jahren. 52 Prozent der Toyota-Modelle in den USA sind mittlerweile SUV.

Mit dem Design des neuen Modells hat sich Toyota zumindest etwas vorgenommen. Mutig ist zwar anders und es gibt keine Spur von Extravaganz - doch so langweilig wie bisher ist der neue Camry nun auch nicht mehr. Die übermächtige Kühlermaske könnte auch aus einem Science-Fiction-Film oder einer Staubsaugerwerbung stammen; gerade die Proportion der konturierten Seitenlinie und dem allemal sportlichen Heck wirken deutlich gefälliger als bisher. Dabei läuft die C-Säule wie bei einem Coupé weich nach hinten aus. "Der neue 2018er Camry ist zweifellos die anspruchsvollste Mittelklasselimousine, die wir je produziert haben", sagt Bob Carter, Toyotas Senior Vice President Automotive Operations, "er bringt jedem Camry-Besitzer das, was er von Amerikas Bestseller erwarten kann. Dazu gibt es aufregendes Design, fortschrittliche Technologie und Performance für entsprechende Fahrfreude."

Das Platzangebot des 4,85 langen Fronttrieblers ist größer als das des Vorgängers. Der Radstand wurde um fünf Zentimeter auf 2,82 Meter verlängert, was insbesondere den Passagieren im Fond zugutekommt. Das Motorenangebot wurde entsprechend überarbeitet, doch moderne Turbomotoren sucht man im neuen Toyota Camry weiterhin vergeblich. Neben dem 3,5-Liter-V6 mit 301 PS als Topmodell gibt es einen 2,5 Liter großen Saugmotor (206 PS) und die besonders begehrte Hybridvariante mit 208 PS, die jedoch auch weiterhin auf ein zeitgemäßes Plug-In-Modul verzichtet. Während die beiden Benziner mit einer Achtgangautomatik kombiniert sind, setzt der Camry Hybrid, dessen 176 PS starker Vierzylinder-Saugmotor von einem 88-kW-Elektromotor unterstützt wird, unverändert auf ein stufenloses CVT-Getriebe, das sechs Schaltstufen imitieren kann. Leider bleibt der zwei Liter große Turbovierzylinder aus dem Toyota Crown mit 175 kW / 238 PS und 350 Nm maximalem Drehmoment außen vor.

Der Basispreis des mäßig ausgestatteten Toyota Camry LE Hybrid liegt bei 27.950 Dollar. Damit liegt der hybride Fronttriebler auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten Ford Fusion Hybrid und Hyundai Sonata Hybrid. Immerhin gibt es auch für die Basisversionen nunmehr ein Navigationssystem, Abstandstempomat, Spurhalteassistent und Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung. Optional dazu kommen Ausstattungsdetails wie Totwinkelassistent, LED-Scheinwerfer, 360-Grad-Kamera oder Head-Up-Display. Bleibt abzuwarten, ob der Toyota Camry ab Anfang 2019 eine Chance in Europa bekommt. Angesichts des Motorenportfolios ohne Diesel sowie fehlender Allrad- und Kombiversionen sowie imageträchtiger Sportmodelle wird es schwer, in die Köpfe potenzieller Kunden zu bringen. Und ein nennenswerter Teil der Kunden sind Dienstwagenfahrer - und hier steht ein Camry bisher auf keiner Liste.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.