HOME

Trotz Billig-Sprit: Wie heißgelaufen ist der US-Automarkt?

Die boomende Autoindustrie ist eine wichtige Stütze des US-Wachstums. Doch die Kauflust auf Neuwagen stößt trotz billigem Sprit und günstiger Finanzierung zunehmend an Grenzen. Das könnte ein Problem für die Volkswirtschaft werden.

US-Automarkt: Steht ein Crash bevor?

US-Automarkt: Steht ein Crash bevor?

Der US-Automarkt brummt seit sechs Jahren, doch die Anzeichen für ein Ende des Booms nehmen zu. Nach dem Rekord-Verkaufsjahr 2015 rechnen Experten damit, dass der August bereits den dritten Monat mit sinkendem Absatz im laufenden Jahr markiert. Ein leichter Dämpfer wäre angesichts der florierenden Geschäfte, an die sich Branche gewöhnt hat, nicht weiter bedenklich.
Eine schärfere Bremsung, vor der einige Analysten warnen, könnte hingegen unangenehme Folgen für die US-Wirtschaft haben.

"Die Warnleuchten für die Auto-Industrie blinken definitiv schon - und das betrifft das Verarbeitende Gewerbe generell", sagt Branchenbeobachter Mark Muro von der Washingtoner Denkfabrik Brookings Foundation. Der Absatz der drei größten Autokonzerne im US-Markt - General Motors (GM), Ford und Toyota - nahm im August deutlich ab. GM und Toyota sind nun schon den sechsten Monat in diesem Jahr im Rückwärtsgang. Ford musste sogar ein Minus von neun Prozent verkraften. Die Schwergewichte sind keine Ausnahmen.

"Die jüngsten Daten signalisieren Gefahr für den Autosektor", meint Experte Muro und rät der Branche, sich besser "anzuschnallen".

US-Amerikaner kaufen Neuwagen

Warnungen vor einem Abschwung gab es zuletzt viele, erst vor kurzem erschreckte der US-Autoriese Ford Anleger mit einer trüben Prognose für das zweite Halbjahr und 2017. Die Frage scheint inzwischen nicht mehr so sehr, ob der Markt an Dynamik verliert - sondern wie sehr. Man bewegt sich allerdings auf einem hohen Niveau: 2015 kaufte die US-Kundschaft knapp 17,5 Millionen Neuwagen, so viele wie nie zuvor.

Niedrige Spritpreise und günstige Finanzierungsbedingungen waren und sind zum Teil auch noch willkommene Verkaufshelfer für eine Industrie, die Aufbauhilfe nach der schweren Rezession im Zuge der Finanzkrise 2008 gut gebrauchen konnte. Die Vorliebe der Amerikaner für schwere Fahrzeuge wie Pick-up-Trucks und SUV's bescherte US-Branchengrößen wie der Opel-Mutter GM, die zwischenzeitlich sogar in die Insolvenz geraten war, ein beachtliches Comeback.

Ist der Auto-Boom vorbei?

Aber es gibt genügend Hinweise darauf, dass bei diesem Boom längst nicht mehr alles Gold ist, was glänzt. So ist ein wesentlicher Teil des starken Absatzes mit laxer Kreditvergabe zu erklären - die Ausfallraten im bonitätsschwachen "Subprime"-Segment haben bereits stark angezogen. Zudem wird beim US-Autoverkauf auch gerne mit üppigen Rabatten und Sonderangeboten nachgeholfen. Den Marktforschern von Kelley Blue Book zufolge erhöhten die Hersteller ihre Kaufanreize im Juli bereits um 12,5 Prozent zum Vorjahr auf 3300 Dollar pro Wagen. Das könnte bedeuten, dass der Markt bereits heißgelaufen ist.

"Das Wachstum, das der US-Markt seit 2009 verzeichnet hat, ist zum Erliegen gekommen und scheint nun abzunehmen", sagt Jeff Schuster vom Analysehaus LMC Automotive. Das müsse jedoch nicht bedeuten, dass es zu stärkeren Rückschlägen oder einer Krise der Auto-Industrie komme.


US-Autowirtschaft ist wichtig für Wachstum

Tatsächlich gehen viele Experten davon aus, dass die Branche es dank eines starken Jahresauftakts auch 2016 schaffen wird, die Marke von 17 Millionen verkauften Neuwagen zu knacken. Es gibt allerdings auch pessimistischere Stimmen.


Brookings-Experte Muro geht von einer deutlichen Abkühlung aus, die die US-Wirtschaft belasten könnte. "Die mit der Auto-Herstellung verbundenen Industrien haben in den letzten zwei Jahren 70 Prozent zum Jobwachstum im fortgeschrittenen verarbeitenden Gewerbe beigesteuert." In Anbetracht der lahmen Entwicklung in anderen Fertigungsbereichen, sei der Sektor zum Zugpferd für Produktivität und neue Stellen geworden. Eine Abschwächung würde eine der letzten Quellen gut bezahlter Jobs ohne Hochschulabschluss gefährden und die gesamte Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

So entfernen Sie Flecken aus dem Polster
kg / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.