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Tesla-Chef: Wie Egomane Elon Musk seine eigene Firma sabotiert

Der kapriziöse Tesla-Chef Elon Musk ist ein Star. Sein Charisma brachte Tesla nach oben. Nun scheint er alles dafür zu tun, seine Autofirma entscheidend zu schwächen.

Dank Elon Musks Twitter-Harakiri musste Tesla einen der dicksten Schecks jemals ausstellen

Dank Elon Musks Twitter-Harakiri musste Tesla einen der dicksten Schecks jemals ausstellen

AFP

Er kann es nicht lassen – und hat sich mit einem seiner beliebten Tweets prompt erneut jede Menge Ärger von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Es geht mal wieder um Tesla-Chef Elon Musk. Übersetzt besagt der unten stehende Tweet: "Tesla hat 2011 null Autos gebaut, aber wird 2019 etwa 500.000 produzieren", teilte Musk am 20. Februar auf Twitter mit. Und korrigierte sich kurz darauf, weil er offenbar ahnte, was passieren wird: "Wollte sagen, die auf das Jahr hochgerechnete Produktionsrate liegt Ende 2019 wahrscheinlich bei 500.000, also 10.000 Autos pro Woche. Wir schätzen die Auslieferungen dieses Jahr weiter auf 400.000."

Damit hat er erneut die SEC auf die Palme gebracht. Denn von der wurde er letztes Jahr zu der Vereinbarung gezwungen, keinen Tweet mehr ohne vorherige interne Abstimmung bei Tesla abzusetzen. Der Milliardär macht so etwas aber viel lieber im Alleingang. Deshalb war er nach missverständlichen Tweets von der SEC verklagt worden und hatte sich mit der Behörde auf einen Vergleich geeinigt, der ihm unter anderem verbietet, kursrelevante Nachrichten eigenmächtig und ohne vorherige Kontrolle über seine Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Einem Anwalt von Tesla zufolge hielt Musk solch eine Abstimmung jetzt nicht für nötig, weil er der Meinung war, die Aussagen wiederholten nur, was Ende Januar bei der Vorlage der Quartalszahlen schon verkündet wurde. Dass er gleich anschließend mit einem weiteren Tweet die Aussage des ersten Tweets abzuschwächen versuchte, um Ärger mit der SEC zu vermeiden, lässt die SEC nicht gelten. Sie kommentierte Musks Äußerung so: Es gebe keine "vorab genehmigte schriftliche Kommunikation" vom 30. Januar mit der Aussage, dass "Tesla rund 500.000 Autos im Jahr 2019 baut".

Die SEC zeigt die Krallen

Wenn der verhaltensauffällige Tesla-Boss Pech hat, könnte ihn ein Gericht nach der erneuten SEC-Intervention demnächst vom Chef-Stuhl kippen und sogar ins Gefängnis stecken. Dass die SEC ziemlich stinkig auf ihn ist, darf nicht wundern, denn schon im Dezember maulte er in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS rum, nachdem ihn die Aufseher an die Leine gelegt hatten: "Ich respektiere die SEC nicht." Und nun, als die Börsenkontrolleure neue Strafmaßnahmen gegen ihn beantragten, schoss er sofort auf Twitter zurück: "Etwas stimmt nicht mit der Aufsicht der SEC." Denn die SEC sah in den angeblich aus Versehen aufgeblähten Produktionszahlen einen Verstoß gegen die bereits verhängten Twitter-Auflagen und beantragte neue gerichtliche Maßnahmen gegen den Tesla-Boss.

Daraufhin rauschte die Tesla-Aktie nicht nur um fünf Prozent runter. Der Zoff schlägt auch durch auf die Firmenkasse. Und zwar auf eine Weise, die nur von der Finanzwelt, nicht aber von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Denn am 1. März musste Tesla 920 Millionen Dollar Schulden aus einer Wandelanleihe von 2013 begleichen, deren Laufzeit nun zu Ende gegangen ist. Dabei hatten die Gläubiger die Wahl, ihre Forderungen in Cash ausbezahlt zu bekommen oder gegen Tesla-Aktien einzutauschen. Entscheidend ist dafür der Aktienkurs: Liegt der in einer 20-tägigen Handelsperiode vor dem Auszahlungstag bei mindestens rund 360 Dollar, darf Tesla einen Teil seiner Schulden mit Aktien begleichen. Das hätte das Geldvermögen der Firma am wenigsten geschmälert. Liegt der Kurs am Stichtag jedoch darunter (es waren 315 Dollar), können die Geldgeber sich Bares ausschütten lassen. Letzteres ist eingetreten, wie das Handelsblatt am 4. März gemeldet hat. Dank Musks Twitter-Harakiri musste Tesla einen der dicksten Schecks jemals ausstellen. Zwar wird von Seiten Teslas abgewiegelt und darauf verwiesen, dass man genügend Barvermögen besitze. Doch die Wahrheit ist vielmehr, dass Teslas Reserven, die sich laut Jahresbericht 2018 auf rund 3,7 Milliarden Dollar belaufen, durch die Rückzahlung um fast ein Viertel aufgefressen worden sind. Nicht nur das. Mittelfristig könnten weitere Wandelanleihen durchaus ein Problem für Tesla werden. Bis 2022 laufen nämlich laut Handelsblatt noch zwei weitere Anleihen: 2021 müssen 1,31 Milliarden Dollar zurückgezahlt werden, 2022 werden 977 Millionen Dollar fällig. Und 1,8 Milliarden Dollar müssen laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 2025 zurückgezahlt werden. Lag der überraschende Gewinn im 3. Quartal 2018 noch bei 312 Millionen Dollar, stürzte er im letzten Vierteljahr schon wieder auf magere 139,5 Millionen Dollar. 

Die Fans jubeln weiter

Musk indes, ganz ausgefuchster PR-Mann seiner selbst, ficht die ganze Malaise offenbar wenig an. Er gibt stattdessen den Macher und lenkt mit verschiedenen Offensiven von dem womöglich dräuenden finanziellen Desaster seines Autobauers Tesla ab:

•Da ist jüngst der erfolgreiche Start einer Rakete des Tochterunternehmens SpaceX und das geglückte Andocken der Raumkapsel an die Internationale Raumstation,

•dann die Ankündigung, dass das Mittelklasse-Auto Model 3 noch in diesem Jahr in Europa ausgeliefert wird und die Einstiegsvariante nicht mehr als 35.000 Dollar (ca. 30.000 Euro) kosten soll,

•ferner die Ankündigung, dass Tesla die Kosten senken, demnächst weltweit alle Showrooms schließen und die Autos nur noch über Internet verkaufen will

•und dass Musk am 14. März in seinem Designstudio in Los Angeles

ein Elektro-SUV zeigen wird, das Model Y.

Klingt alles toll, und der Industriellen-Popstar lässt sich dafür von seinen Fans auch reichlich und frenetisch beklatschen. Allerdings gehen bei dem PR-Geballere mehrere Hiobsbotschaften unter: Wie letzte Woche bekannt wurde, verbrannte Omar Awan am 22. Februar in Davie/Florida in seinem Model S, als sein E-Mobil unvermittelt von gerader Bahn abkam. Ursache noch unbekannt. Vermutet wird, dass der Wagen autonom unterwegs und der Fahrer abgelenkt war. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte die Türen des brennenden Autos nicht öffnen, weil die elektrisch betätigten, bündig mit der Karosserie abschließenden Türgriffe der Limousine (ein Design-Gag) nicht funktionierten. So wurde der Wagen zur Todesfalle. Und am 1. März raste ein Model 3 in Palm Beach/Florida unter einen querenden Lastwagen. Der Fahrer, Jeremy Banner, starb sofort. Ferner gehen Musk ständig Führungskräfte von der Fahne. Jüngst erst warf Teslas neuer Chefanwalt Dane Butswinkas nach nur zwei Monaten im Amt hin – einen Tag nach Musks Twitter-Ausbruch im Februar.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.