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Alfa Romeo: Schnelle Mode aus Italien

Das Blubbern kommt auch bei Alfa inzwischen aus dem Chip. Christopher Nicoll, Vorstandsmitglied von Fiat Deutschland, berichtet von den harten Zeiten der Vergangenheit und verrät, wie Alfa mit dem heißesten Kleinwagen aller Zeiten wieder auf die Überholspur findet.

Herr Nicoll, welchen Alfa fahren Sie privat?

Ich habe das Glück, dass ich einen Dienstwagen zur Verfügung habe. Der wechselt sehr oft. Aber einen Alfa hatte ich schon als Student, eine Alfa Giulietta in rot, 1,6 l - leider nicht voll funktionsfähig.

Wie das bei Alfa immer so ist.

Wie das so war. Nicht mehr ist.

Ich habe mit einem Alfasud angefangen und bin jetzt bei einem alten Spider, ein '82er Fastback.

Das ist das Auto, das ich immer gewollt habe. Aber in London gab es nicht viele Alfa Spider auf den Straßen.

Eher Spitfire oder MG...

Ja, und dann habe ich meinen in den Kleinanzeigen gefunden. Ich hatte ein Budget von 1000 Pfund, doch einen schönen Alfa Spider kriegt man nicht für 1000 Pfund, also habe ich die Giulietta genommen. Sah auch hübsch aus. Und war rot.

Welcher Alfa ist jetzt Ihr Liebling?

Jetzt? Ich habe unterschiedliche Lieblinge. In Deutschland fahre ich einen der letzten Alfa GT 3,2 l V6, und muss ich sagen, dieser Motor bietet alles wonach Alfisti suchen, vom Geräusch bis zur Leistung. So etwas darf man aber nur in Deutschland haben, wo man etwas schneller fahren darf. In England fährt man bequemer, da habe ich einen Alfa 159.

Ist es nicht schade, dass es diesen typischen, blubbernden Alfasound nicht mehr gibt?

Das gibt es im Alfa 8C Competizione. Das müssen Sie mal aufnehmen. Und dann als Telefonrington verwenden. Das ist was für alle Alfafans. Etwas Besseres gibt es nicht. Und das kommt auch bei den anderen Modellen wieder.

Als synthetisches Geräusch?

Es gibt gewisse Gesetzgebungen. Klar, ist der Sound nicht mehr so authentisch, wie er einmal war. Aber beim MiTo, der im September kommt, hat man gerade solchen Feinheiten viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der MiTo wird ein echter Alfa sein, auch mit dem typischen Sound.

Werden in den Alfa MiTo jetzt alle Hoffnungen gesteckt?

Alle Hoffnungen ist ein bisschen zu weit gefasst. Der MiTo ist ein sehr wichtiges Fahrzeug. Alfa hat nicht jedes Jahr ein neues Modell. Außerdem setzt der MiTo einen neuen Trend. Die Autos können nicht mehr immer nur wachsen, wachsen, wachsen. Der Ölpreis wird immer teurer, der CO2 Ausstoß ist ein Problem, das sind Kaufentscheidungen, die in Zukunft eine immer stärkere Rolle spielen werden. Der MiTo bietet ein kompaktes Fahrzeug, das aber den Alfa-Werten treu bleibt. 155 PS - das Modell, mit dem wir anfangen beim MiTo - ist für ein Fahrzeug mit 4 m Länge eine starke Leistung. Das ist auch das, was immer gewünscht und gewollt ist bei den Alfa-Fans und -Kunden.

Wo liegt die Zukunft von Alfa?

Alfa Romeo hat eine sehr glorreiche Historie. Und wird auch eine sehr glorreiche Zukunft haben. 2010 feiert Alfa Romeo seinen 100-jährigen Geburtstag. Ich glaube, dieses Jubiläum wird etwas ganz Besonders, nicht nur, weil wir bis dahin noch einige großartige neue Fahrzeuge bekommen werden. Alle diese Modelle werden den Kernwerten von Alfa Romeo sehr treu bleiben. Sportlich, dynamisch, technisch, hochmodern, Design - sehr sexy. Kann man das auf deutsch so sagen?

Unbedingt.

Das gehört jedenfalls dazu. Sehr agile und dynamische, sportliche Fahrzeug. Man wird es schon am MiTo erkennen. Aber Hoffnungen... Sie benutzen da ein Wort, das sich anhört, als ob wir große Probleme hätten, die nur durch hoffen und beten zu lösen wären. Dem ist nicht so.

Ganz ohne Probleme war die Firma nicht in der Vergangenheit.

Ich glaube, man muss die Unternehmenssituation genauer betrachten. In den Jahren, in denen man die Partnerschaft mit GM hatte, da gab es durchaus Zahlen, die Anlass zur Sorge gaben. Aber schauen Sie sich die letzten zehn Quartalsergebnisse von Fiat an, das waren fast alles Rekordergebnisse. Alfa Romeo als Marke innerhalb des Konzerns braucht eine starke gesunde Mutter. Investitionen ins Produkt sind sehr teuer, und die zahlen sich erst im Laufe der Jahre aus. Die starke Mutter haben wir, die Investitionen ins Produkt haben wir, das heißt, damit ist gesichert, dass ein Alfa Romeo wirklich ein Alfa Romeo ist und nicht ein Badge-Engeniering Produkt.

Trotzdem ist im Alfa jetzt ein Fiat-Motor. Ist denn die Aura noch die gleiche?

Man darf das so nicht werten. Es gibt selbstverständlich Triebwerke, die innerhalb des Konzern von verschiedenen Marken genutzt werden. Es gibt gemeinsam entwickelte Technologien innerhalb des Fiat-Konzerns, auf die alle Marken zugreifen können. Alles andere wäre sehr dumm, und deshalb verfahren so auch andere große Konzerne. Aber: Jeder Motor wird speziell auf den Charakter der jeweiligen Marke abgestimmt und getunt. Beim Alfa MiTo werden Sie sagen, "Ja, das ist ein Alfa, eindeutig".

Die Modelle des Jahres 2008 sind alle überarbeitet worden, da haben Sie auch auf die Kritik der Kunden und der Medien reagiert.

Jede konstruktive Kritik ist gesund und völlig normal. Wo gibt es so etwas wie ein perfektes Auto? Man kann der Perfektion ganz nahe kommen, aber es gibt immer Verbesserungspotential. Das liegt in der Natur des Menschen. Würde die Fantasie für Verbesserungen fehlen, hätten wir heute beispielsweise auch immer noch Schwarz-Weiß-Fernsehen.

Welcher Wagen in der Alfa-Reihe gilt für Sie als die perfekteste Umsetzung all dessen, was Alfa immer schon wollte?

Der steht draußen, das ist der Alfa 8C Competizione. Obwohl es nur 500 Stück davon gibt, glaube ich, dass er die Werte von Alfa Romeo - die Sportlichkeit, das Design, die Performance - auf optimale Weise verkörpert. Aber Sie werden diese Frage bei jeder Vorstellung stellen können, die Antwort ist immer: Der Perfektion am nähsten ist das neue Fahrzeug, das gerade vorgestellt wird. Und wenn Sie diese Frage bei der Vorstellung des MiTo stellen, , bin ich überzeugt, es ist der MiTo. Warum? Alles entwickelt sich, die Technologie, man macht Forstschritte. Beim 8C kann kein Alfa-Fan enttäuscht sein. Die Nachfrage spiegelt die Begeisterung wieder. Bei der Paris Motor Show haben wir das Fahrzeug zum ersten Mal gezeigt und haben anschließend innerhalb von nur zwei Wochen schon über 200 Bestellungen in Deutschland gesammelt. Und das, obwohl insgesamt nur 500 Fahrzeuge gebaut werden. Und das bei einem Fahrzeug, für das es keine Werbung gibt, gar nichts. Das ist die Stärke der Marke Alfa Romeo.

Wird es nur die 500 Fahrzeuge geben?

Es gibt diese 500 Coupés, dann gibt es noch die 8C Spider. Von diesen gibt es auch 500 Exemplare, und das ist auch richtig so. Der Alfa 8C ist kein Großserienprodukt, es sind vielmehr zwei einmalige Sonderserien, und natürlich gehört zur Begehrlichkeit des Produkts auch dazu, dass es limitiert ist. Heute gibt es vieles auf dem Markt, was limitiert genannt wird, aber nur ein Marketinggag ist. Hier sind wir wirklich authentisch.

500 ist aber wirklich sehr wenig.

Interessanterweise sind die Fahrzeuge überall in der Welt verkauft worden, in Ländern, in denen es schon seit Jahren keine Alfas mehr gibt. Wenn man heute ein weißes Blatt Papier hätte und würde eine Marke oder ein Produkt neu launchen, wieviele Milliarden würde man brauchen, um ein Image wie das von Alfa Romeo zu schaffen? Stellen Sie sich den Alfa 8C mit dem Logo eines Massenherstellers vor - das gleiche Fahrzeug - ich bin überzeugt, dieser würde keine 500 Exemplare eines solchen Modells verkaufen.

Auch in der Werbung setzt man jetzt wieder auf die Historie. Zwar sind die 2008er Modelle weiß abgebildet, der Claim dazu heißt aber: So rot war weiß noch nie.

Rot ist natürlich die Farbe von Alfa Romeo. Eine Farbe, die für Liebe, für Leidenschaft, für Italien steht.

Und dennoch kommt mir das Rot, zumindest im Logo, dunkler vor als früher.

Das Rot ist nicht verändert worden. Es ist das Markenzeichen von Alfa Romeo, in Anlehnung an das alte Stadtwappen von Milano. Das rote Kreuz symbolisiert den christlichen Glauben, rot und weiß stellen die Bürger und Bauern dar. Seit 1972 hat das Logo die Optik, die Sie heute kennen. Mittlerweile wird natürlich Lack verwendet, der erheblich UV-beständiger ist als früher. Da bleicht die Sonne das Rot vielleicht nicht mehr so stark aus. Das Rot der Fahrzeuge hat sich jedenfalls nicht geändert. Meine rote Giulietta hatte das gleiche Rot wie heute mein Alfa 159.

Interview: Nadine Barth

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.