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Allianz mit BMW und Daimler: Bahn plant umfassendes Carsharing-Netzwerk

Carsharing soll bald überall in Deutschland mit nur einer App funktionieren. Dafür arbeitet die Deutsche Bahn an einer Kooperation mit den großen Autoherstellern. Für Autovermieter wird es eng.

Von Gernot Kramper

Carsharing ist ein Trendthema, spätestens seitdem die großen Autohersteller in das Geschäft eingestiegen sind. Nun steht der nächste große Schritt bevor: Nach Informationen der Wirtschaftswoche planen BMW, Daimler und die Deutsche Bahn eine Kooperation. Dann würden sich die drei großen Systeme gegenseitig öffnen. Kunden könnten mit nur einer App auf alle Angebote zugreifen. Bislang können die Kunden von DriveNow (BMW), Car2Go (Daimler) und Flinkster (Deutsche Bahn) jeweils nur ein Angebot nutzen. Wer flexibel sein will, muss sich mehrfach anmelden und bei jeder Nutzung selbst das beste Angebot herausfinden.

Vernetzung ist entscheidend

Das Kalkül der Deutschen Bahn ist einfach: Carsharing macht das Angebot der Bahn im Fernverkehr attraktiver. Die Fernstrecke wird mit dem ICE zurückgelegt, die letzten Kilometer mit dem Auto. Zusätzlich zu den großen Anbietern DriveNow und Car2Go steht die Deutsche Bahn mit weiteren Autoherstellern in Verhandlungen. Opel, Peugeot, Citroen und Ford könnten über eine Lizenz Fahrzeuge aus ihrem Fuhrpark in dem DB-Carsharing-System Flinkster anbieten, das bestätigte ein Bahnsprecher in Berlin. Flinkster übernimmt dann Reservierung und Abrechnung. Unter dem Dach von Flinkster wird so ein bundesweites Carsharing Netz entstehen.

Durch die neuen Partner vergrößert sich das Angebot der Bahn auch in abgelegenen Regionen und kleineren Städten. Dort sollen die regionalen Autohändler das Leihangebot abwickeln. Das wäre eine notwendige Ergänzung zu Systemen wie DriveNow und Car2Go, die auf großstädtische Regionen beschränkt sind.

Öffentliche Verkehrsmittel werden attraktiver

Die Autohäuser, die unter dem stagnierenden Neuwagengeschäft leiden, erhoffen sich vom Verleih ein zusätzliches Geschäftsfeld. Wenn Reisende in Zukunft mit nur einer Buchung Bahnreise und Auto organisieren können, könnten die traditionellen Autovermieter wie Avis und Sixt die Verlierer dieser Entwicklung sein.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel ist ein bundesweites Carsharing-Netz dagegen ein Gewinn. Verkehrsforscher fordern seit Jahren eine bessere Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel, um die Dominanz des Autos zu brechen.

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