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Autokauf: Neuwagenvermittler – der einfachste Weg zu einem billigen Auto

Sogenannte Neuwagenvermittler locken mit riesigen Rabatten im Internet. Viele Kunden wissen aber nicht, wie diese Portale funktionieren. Wir erklären das Geschäftsmodell.

Ein neuer Wagen macht mehr Spaß, wenn man sich beim Kauf nicht ruiniert hat.

Ein neuer Wagen macht mehr Spaß, wenn man sich beim Kauf nicht ruiniert hat.

Sie nennen sich meinauto.de,  Car-World-24.de oder Re-Start-Auto.de. Doch was sind Neuwagenvermittler eigentlich? Für den Kunden bieten sie die einfachste Art billig zu einem neuen Wagen zu kommen. Aus Kundenperspektive kann man sagen: Der Vermittler holt den besten Rabatt heraus, den man in Deutschland bekommen kann. Er schafft den neuen Wagen billiger heran, als ihn der Händler an der Ecke anbietet. Der Schnäppchenjäger erledigt die leidige Recherche und das unangenehme Runterhandeln. Der Kunde muss sich nicht als Geizhals outen und den Verkäufer nerven, er muss nur den Vertrag unterschreiben und kann dennoch stattliche Rabatte einstreichen.

Zuerst kommt der Rabatt

Das Prinzip der Vermittler ist immer gleich. Kunden, die die Webseiten der Neuwagenvermittler besuchen, werden dort aufgefordert, zunächst einmal ihr Wunschauto zu konfigurieren. Dort werden sie feststellen, dass alle Modelle angeboten werden – aber beileibe nicht alle bieten die begehrten Hammer-Rabatte. Aber welcher Rabatthöhe dieses Geschäftsmodell interessant wird, muss jeder selbst entscheiden. Sollte man aber mindestens 15 Prozent erwarten, lichtet sich das Angebot deutlich. Bei manchen Marken sind Werte von 20 Prozent gar nicht oder nur bei sehr ausgesuchten Käufer- und Modellvarianten zu finden.

Sind Modell, Motorisierung und Ausstattungsdetails gewählt, erscheint umgehend eine Liste mit den besten Angeboten aus auf dem Bildschirm. Wenn eine Offerte gefällt, kann der Interessent telefonisch Kontakt mit dem Vermittler aufnehmen. Ein Verkaufsberater am anderen Ende der Leitung soll eventuelle Fragen rund ums Fahrzeug klären und bei Bedarf Leasing- oder Finanzierungsmodalitäten mit dem Autokäufer in spe besprechen.

Für den Kunden ist der Service kostenlos. Bleibt er bei der Stange, schickt ihm der Vermittler einen Vermittlungsvertrag, der unterschrieben an den Absender zurückgesendet werden muss. Dann kommt der eigentliche Autoverkäufer ins Spiel. Er schickt dem Kaufinteressenten den Kaufvertrag. Erst wenn dieser unterschrieben im Briefkasten steckt, wird die Sache ernst. Dann ist das Fahrzeug bestellt und kann in der Regel ein paar Wochen später direkt beim Händler oder in anderen Fällen ab Werk in Empfang genommen werden.

Da die Händler meist nicht in der eigenen Region sitzen, bieten sie einen Lieferservice an. Obwohl der Vermittler an dem Geschäft verdient, lohnt sich das Modell. Nach Einschätzung des Automobilclub von Deutschland (AvD) lassen sich einige Rabatte auch selbst herausholen. Aber nicht unbedingt beim Händler vor Ort. "Das sind Größenordnungen im Rabatt, die man durchaus selbst durch geschicktes Verhandeln im Autohaus erzielen kann", sagt Albrecht Trautzburg vom AvD. "Aber Verhandlungsgeschick ist nun einmal nicht jedermanns Sache. Da können solche Vermittlungsdienste für den Kunden durchaus hilfreich sein."

Rabatt bezieht sich auf den Endpreis

Vermittlerrabatte muss man übrigens anders bewerten, als die Rabatt-Aktionen in Prospekten. In der Werbung bezieht sich der Rabatt stets auf das günstigste Angebot – zum Beispiel das Basismodell einer Baureihe. Ohnehin werden die höchsten Rabatte für Wagen ausgeworfen, die sich zu regulären Preisen nur schwer verkaufen lassen. Beim Vermittler hat dagegen der Käufer die freie Wahl, hier werden in aller Regel fast alle Autos verkauft, die auch sonst die Verkaufsliste anführen. Und dann bezieht sich der Rabatt des Vermittlers auf einen tatsächlichen Verkaufspreis. Bei Rabattaktionen hingegen werden gern großzügig "Preisvorteile" für verbilligte Extrapakete oder zusätzliche Garantieleistungen mit in den Rabatt hineingerechnet.

Wer eine Vermittler-Seite betrachtet, wird magisch von den Maximal-Rabatten angezogen. Sie betragen häufig fast 30 Prozent und mehr – sie werden häufig aber nur bestimmten Kundengruppen ("Eroberungsprämie") gewährt und gelten nur für bestimmte Konfigurationen des Autos. Realistisch betrachtet, sollte man nicht mit den maximalen Werten rechnen. Doch wer bei der Auswahl des Modells und der Ausstattung flexibel ist, kann seinen Rabatt durchaus maximieren.

Unterschiedliche Rabatte für das gleiche Auto

Hat man die Auswahl auf zwei oder drei Fahrzeuge eingeengt, sollte man sich einige Zeit mit dem Konfigurator beschäftigen oder die Hilfe eines Experten des Vermittlers in Kauf nehmen, um die lukrativste Kombination zu ermitteln. Heutzutage ist es durchaus möglich, dass die Rabatte der höchsten Ausstattungslinie sehr größer sind, als die eines Basisfahrzeugs. Das Mehr an Luxus den Kunden am Ende also kaum etwas kostet.

Welche Rabatte kann man also erwarten? Wir haben einfach zwei Modelle ohne besondere Optimierung zusammengestellt. Bei einem Ford Fiesta in der gehobenen Titanium-Ausstattung wurden uns auf meinauto.de - dem größten Anbieter dieser Art in Deutschland - 22 Prozent Rabatt angeboten. Beim Familientransporter Citroen Berlingo – ebenfalls in gehobener Ausstattung – waren es 25 Prozent oder 6500 Euro Basisrabatt. Bei einer Tageszulassung wären beim Berlingo noch einmal 1500 Euro mehr Ersparnis drin. Um diese Rabatte zu erhalten, benötigten wir keine 15 Minuten. Und auch bei einem echtem Kaufinteresse und einer längeren Recherche lässt sich das Procedere in maximal zwei Stunden erledigen.

Normaler Kaufvertrag 

Kaufvertrag und Garantiebedingungen entsprechen denen des niedergelassenen Handels. Das Portal vermittelt das Geschäft nur, Vertragspartner ist am Ende ein ganz normaler Autohändler. Der einzige Unterschied ist, dass der Händler vermutlich nicht in der eigenen Region sitzt. Der Vermittler taucht im Vertrag überhaupt nicht auf, bei einem Weiterverkauf des Wagens muss er auch nicht angegeben werden.


Kra mit Pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.