HOME

Automarkt: Mit Fehlentscheidungen in die Krise

Die Autoindustrie hat sich verspekuliert: Die rückläufigen Verkäufe in Westeuropa, den USA und Japan sollten durch die neuen Wachstumsmärkte ausgeglichen werden. Aber auch in China und Indien hinterlassen der Ölpreis und die US-Immobilienkrise ihre Spuren. Es fehlen die sparsamen Autos für weniger kaufkräftige Autofahrer.

Von Christoph M. Schwarzer

Die Rechnung der gutbezahlten Strategen in den Autokonzernen geht nicht auf: Der stagnierende Absatz in der so genannten Triade aus Westeuropa, den USA und Kanada sowie Japan sollte durch neue Wachstumsmärkte ausgeglichen und ausgebaut werden. Daraus wird vorerst nichts: "Die hohen Ölpreise, die Auswirkungen der Immobilien- und Bankenkrise und das stotternde Wirtschaftswachstum werden in den nächsten 18 Monaten tiefe Spuren in den Weltautomärkten hinterlassen", sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der FH Gelsenkirchen. Besonders betroffen davon sei die klassische Triade, auf die immer noch etwa zwei Drittel aller weltweit verkauften Autos entfallen.

Nach der CAR-Prognose werden die Verkäufe 2008 in den Triaden-Märkten Westeuropa, den USA und Kanada sowie Japan so schlecht wie zuletzt vor 15 Jahren ausfallen. Der Rückgang wird auf 6,4 Prozent im Vergleich zu 2007 geschätzt oder "bildlich gesprochen, ein Markt in der Größe Englands fehlt komplett." Kurzarbeit gibt es bereits, nicht nur den Werken deutscher Hersteller in den USA, sondern auch in Frankreich.

Die Chinesen kaufen zu wenig Autos

Bisher konnten Russland, China und Indien als neue Wachstumsmärkte einen Teil des Absatzminus’ ausgleichen. Aber schon drohen auch dort die ersten Wolken am Verkaufshimmel: Im Reich der Mitte fielen die Absatzzahlen im August 11,2 Prozent niedriger aus als im Vorjahresmonat. Und die Brasilianer kaufen nicht so viel, wie sich das die Autoproduzenten angesichts des Wirtschaftsbooms an Rios Stränden erhofft hatten.

Die Hauptursache für die Krise am Weltautomarkt sieht Professor Ferdinand Dudenhöffer aber nicht in der schwächelnden globalen Konjunktur. Vielmehr wären strategische Fehler in der Modellpolitik, also ein strukturelles Defizit, die Ursache für die mangelnde Kauflust der Verbraucher: "Die Hersteller sind alle von der Ölpreisexplosion überrascht worden", so Dudenhöffer. Hochaufgeladene, kleine Motoren kämen erst mit dem nächsten Modellzyklus in den Markt, also innerhalb der nächsten drei Jahre. Für die Bedürfnisse der interessierten Autofahrer, denen die Kaufkraft wegen der hohen Energiepreise schwindet, gibt es trotz eines breiten Modellspektrums eine akute Produktlücke beim Angebot.

Keine Erholung vor 2010

Das Center Automotive Research (CAR) glaubt an eine Erholung der europäischen Märkte erst nach 2010. Dann dürften nicht nur die Folgen der US-Immobilienkrise weniger schlimm als heute sein, von dem besonders der spanische Markt (minus 16,3 Prozent gegenüber 2007) betroffen ist. In der neuen Dekade haben wahrscheinlich auch die Autobauer umgestellt: Von Gas-Guzzlern auf kleine, hochaufgeladene Benzinmotoren und teilhybridisierte Antriebe.

Wenn die Absatzchancen in den Triadenmärkten sinken, hat das auch Konsequenzen für die Produktionsstandorte. Warum nicht neue Werke in Russland bauen, wenn dort die Arbeitskräfte günstig und zugleich die neuen Käuferschichten zu Hause sind? Als Folge einer Abwanderungswelle befürchtet CAR, dass "Werkschließungen nicht auf die USA beschränkt" bleiben.

Dreifacher Druck auf die Gewinnmargen

Den Autoherstellern droht in Gegenwart und Zukunft ein dreifacher Druck auf die Margen: Einerseits müssen die Autos mit neuer Spritspartechnik ausgerüstet werden, was sie laut CAR für einen 20-prozentigen Verbrauchsvorteil bei einem Durchschnittsfahrzeug etwa 1.500 Euro kostet. Zum zweiten werden Stahl und andere Rohstoffe ständig teurer, wofür noch mal rund 500 Euro fällig werden. Und zum dritten brauchen viele Firmen Geld, um in der nahen Zukunft neue Autos zu entwickeln.

Diese drei Probleme treffen auf einen Markt, der tendenziell fällt. Für das Center Automotive Research sind die Konsequenzen klar: "Der notwendige Gang nach Russland wird daher Kapazitätskürzungen in West-Europa bei Herstellern und Zulieferern notwendig machen." Die Zeche für eine verfehlte Modellpolitik zahlen also nicht die klugen Köpfe der strategischen Planung bei den Herstellern, sondern die Arbeiter an den heimischen Produktionslinien.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.