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Diesel und Umwelt: Stinker oder Saubermann?

Der Diesel soll endlich umweltfreundlich werden. Zwar wehen schwarze Diesel-Rußfahnen meist nur noch aus dem Auspuff alter oder schlecht getunter Fahrzeuge, doch damit ist das Problem noch nicht vom Tisch.

Nachdem sich die Leistungssteigerung der modernen Turbodiesel-Direkteinspritzer inzwischen mit fast atemberaubender Geschwindigkeit vollzieht, der Verbrauch auf Kleinwagenniveau gedrückt wurde und der Geräuschpegel kaum mehr von einem Benzintriebwerk zu unterscheiden ist, rückt ein anderes Problem in den Blickpunkt: Der Diesel soll endlich umweltfreundlich werden. Zwar wehen schwarze Diesel-Rußfahnen meist nur noch aus dem Auspuff alter oder schlecht getunter Fahrzeuge, doch damit ist das Problem noch nicht vom Tisch. Auch die ultra-kleinen Rußpartikel moderner Direkteinspritzer stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Davon abgesehen: durch die immer strengeren gesetzlichen Grenzwerte werden die Rußpartikelemissionen im Zeitraum von 1990 bis 2005 um 93 Prozent gesunken sein.

Kann sich der Diesel auf Dauer gegen Otto-Motoren durchsetzen?

Peugeots Partikelfilter-Premiere

In diesem Zusammenhang ist kaum ein Thema so kontrovers diskutiert wie der Partikelfilter. Peugeot präsentierte das Rußpartikelfilter-System FAP (Filtre à particules) erstmals im 2.2 Hdi-Triebwerk der Limousine 607. Das Prinzip beruht darauf, die Partikel aus dem Abgas zu fischen, in einem Keramikfilter zu speichern und von Zeit zu Zeit abzubrennen, ehe die Anlage verstopft. Die Wirkung demonstrierte Peugeot eindrucksvoll mit einem simplen Versuch: Wird ein Papiertaschentuch vor einen Auspuff mit Partikelfilter gehalten, bleiben nur leicht braune Spuren - ohne Filter ist alles voll schwarzem Ruß. Die Zuverlässigkeit der Technik prüfte der ADAC inzwischen mit einem Dauertest und Peugeot schickte einen 607 2.2 HDi erfolgreich auf eine 500.000 Kilometer Weltrekordfahrt.

Steuerlast trotz Filter?

Trotzdem können Fap-Fahrer sich nicht uneingeschränkt freuen: Das deutsche Finanzamt fordert für den Peugeot 307 HDi 110 Fap 276 € Kfz-Steuer, während ein Opel Astra 1.7 CDTi mit 613 € Steuerbefreiung belohnt wird. Grund: der Franzose schwächelt bei den Stickoxiden und erhält deswegen nur die Schadstoffnorm Euro3, während der Opel als erster Diesel überhaupt die ab 2005 geltende Euro4 erfüllte. Von der Steuerbefreiung profitieren zudem Fahrer von D4-Modellen. Wer in den Genuss der Steuerbefreiung kommen möchte, muss sich bis Ende 2004 ein entsprechendes Fahrzeug zulegen.

Erst schreien, dann umsetzen

Inzwischen ist klar: ohne Partikelfilter ist für große Fahrzeuge die strenge Euro4-Norm nicht zu knacken. Und so werden noch in diesem Jahr die ersten Partikelfilter-Fahrzeuge aus deutscher Produktion auf den Markt kommen. Die Diskussion erinnert an die Einführung des Katalysators - erst schreien alle, dann geht es doch. Die neue Generation von Partikelfiltern wird im Gegensatz zur aktuellen Fap-Technologie ohne Additiv zur Verbrennung des Dieselrußes auskommen und gleichzeitig den Stickoxid-Ausstoß reduzieren. Zudem soll die Wartung des Filters entfallen. Toyota hat bereits für Ende 2003 die Einführung der neuen Technik angekündigt - allerdings soll der Filter extra kosten. Die aktuellen Euro4-Diesel bleiben vorerst im Programm.

Holger Schilp, planbar
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.