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Genfer Autosalon: Hybrid-Hysterie

Zehn Jahre mussten die deutschen Autohersteller mit ansehen, wie Toyota beim Thema Hybrid auf und davon fuhr. Jetzt droht ein gepfefferter Gegenschlag. In Genf zeigten BMW, Mercedes und Volkswagen supersparsame Diesel-Hybride.

Von Michael Specht

Was mussten die deutschen Autobosse nicht alles ertragen? Ständig stiegen im Fernsehen irgendwelche Hollywood-Größen aus einem buckligen Hybrid namens Toyota Prius und der japanische Hersteller sonnte sich im Öko-Image. Dann warf die Presse ihnen noch vor, sie würden den Hybrid-Trend verpennen und um Jahre hinterher hinken, uneinholbar. Die deutschen Autobauer reagierten gereizt, konterten, der Dieselmotor sei sowieso die bessere Alternative, bringe viel mehr CO2-Einsparung und überhaupt: Toyota verdiene doch keinen Cent an der teuren Technik. Reines Zuschussgeschäft. So was machen wir nicht.

Frei nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" malten BMW, Mercedes und Volkswagen auf dem Genfer Autosalon ihre Hybridmodelle plötzlich in den schönsten Farben. Doch die Rede war nicht vom sonst üblichen Benziner in Verbindung mit einem Elektromotor. Nein, die Deutschen flanschen plötzlich den Dieselmotor ans Hybridgetriebe, eine Lösung, die wegen der enorm hohen Kosten bislang nie in Betracht gezogen wurde.

Der französische PSA-Konzern (Peugeot und Citroen) wagte vor zwei Jahren als erster den Schritt und stellte einen Diesel-Hybrid-Konzept vor. 2010 soll der Serieneinsatz folgen. Viel eher werden die deutschen Autobauer dies allerdings auch nicht schaffen, aber was sie zu bieten haben, kann sich sehen lassen:

Dreiliter-Auto Golf

Volkswagen zieht alle Register seiner Downsizing- und BlueMotion-Kultur und knackt mit dem Golf TDI Hybrid deutlich die Vierliter-Verbrauchsgrenze. In der Studie steckt in modifizierter Form der kleine Dreizylinder-Polo-Diesel mit 1,2 Liter, 75 PS und immerhin 180 Newtonmeter Drehmoment. Anschubhilfe bekommt er von einem 20 PS Elektromotor, der auch noch Anlasser und Lichtmaschine ersetzt. Das neue 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe übernimmt das Fahrmanagement, an der Ampel geht der Motor aus (Start-Stopp-System). Dies und ein paar aerodynamische Feinheiten drückt den Verbrauch des Hybrid-Golf auf 3,4 Liter pro 100 km und den CO2-Ausstoß auf 89 g/km.

Sozialverträglicher BMW X5

Efficient Dynamics heißen die Spritsparmaßnahmen seit einem Jahr bei BMW. Die SUV waren davon bislang ausgenommen. Zu was es führen kann, treibt man die Sparmöglichkeiten einmal auf die Spitze, zeigt eine Hybrid-Studie des X5. Sollte diese Technik einmal Serienstand werden, könnte man den dicken Geländebrocken glatt "eco-friendly" nennen. Statt der üblichen Dreiliter-Sechszylinder-Diesel sitzt im Hybrid-X5 nur ein kleiner Zweiliter-Vierzylinder. Das hört sich nach wenig an, doch dank doppelter Turboaufladung leistet der Selbstzünder fast genauso viel der V6: 204 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist der Motor sogar der weltweit erste Diesel mit mehr als 100 PS pro Liter. Zusätzlich hilft bei der Beschleunigung ein 15-kW-Elektromotor, der seinen Strom aus einer 120-Volt-Lithium-Ionen-Batterie bekommt. Eine zusammen mit ZF komplett neu entwickelte Achtgangautomatik versucht, die Kraft möglichst effizient weiterzuleiten. Durch alle diese Maßnahmen begnügt sich der Zweitonner dennoch nur mit 6,5 Liter/100 km.

Drehmoment-Monster GLK

Hybrid-Hysterie scheint auch durch die Flure des ältesten Autobauers der Welt zu geistern. Ihren kompakten wie kantigen Geländewagen GLK stattete Mercedes ebenfalls mit einem Diesel-Hybridantrieb aus. Und nahmen dafür auch gleich ihr Vorzeigestück, den komplett neu entwickelten 2,2-Liter-Vierzylinder, der Ende des Jahres in der C-Klasse seine Premiere feiert. Wie der Diesel von BMW, so leistet auch der Mercedes-Selbstzünder 204 PS, bei allerdings unglaublichen 500 Newtonmeter Drehmoment. Das sind 25 Prozent mehr als das Münchener Aggregat schafft und sicher für Unruhe in der bayerischen Motorenabteilung sorgen dürfte. Dank zusätzlichem Elektromotor stehen dem GLK kombiniert 224 PS und 560 Newtonmeter zur Verfügung. Der Verbrauch sinkt auf insgesamt 5,9 Liter pro 100 Kilometer. Zudem ist der Motor so sauber, dass er die weltweit strengste Abgasnorm in Kalifornien erfüllt. Braucht also nur noch irgendwann ein Hollywood-Sternchen aus dem GLK zu steigen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.